Teile und herrsche

Der alte lateinische Spruch „Divide et impera“ – auf deutsch teile und herrsche – scheint wieder bei den Möchtegern-Mächtigen dieser Welt angekommen zu sein. Am besten funktioniert es, wenn man zu der Teilung auch noch Zwietracht sät.

Schon Adolf Hitler hat nach diesem perfiden Muster „die Juden“ als die Volksgruppe benannt, welche – seiner Verlautbarung nach – für das Elend der Welt verantwortlich waren. Es wurde ein ein Feindbild kreiert, mit welchem man mehrere Ziele erreichen konnte:

  1. Eine Gruppe ausgrenzen und als Feindbild installieren damit man
  2. einen festen Zusammenhalt des Rest der Gesamtgruppe (die Deutschen) bauen konnte „wir müssen zusammen halten“ und
  3. Gesetze und Verordnungen installieren welche die eigene Macht festigen „Das muss so sein, sonst werden wir das Problem nie los“.

Ähnliches sieht man auch heute wieder verstärkt:

  • Die AFD, welche gegen Kriegsflüchtlinge (KriegsOPFER!) hetzt um zu erklären „Die nehmen euch alles weg“. Dass humane Hilfe über allem zu stehen hat, blenden selbst die Parteien mit dem „C“ für christlich gern aus. Auch dass Steuerbetrüger wesentlich mehr volkswirtschaftlichen Schaden anrichten, muss nicht erwähnt werden. DAS sind ja christliche Deutsche, die kann man schwer ausgrenzen ohne sich selbst auf die Füße zu treten.
  • Trump, ein Multimilliardär der es geschafft hat mit Spruchblasen viele Menschen hinter sich zu bringen, in dem er Angst vor den bösen Mexikanern, und auch gegen alles was mit dem Islam zu tun hat, schürte. „Wählt mich, ich räume auf“, dies sind Worte die man in den US von Amerika  gern vernimmt. Warum sich ausgerechnet ein Multimilliardär für die Interessen der Kleinen einsetzen soll, erschließt sich mir nicht wirklich. OK, hätte – so ganz theoretisch – gut gehen können, aber wer die Personalie Trump (auch vor den Wahlen) versuchte zu studieren, musste zu dem Ergebnis kommen: Der ist schlicht einfluss-/ machtbesessen.
  • Die Bundesregierung (mit wechselnden Innenministern) erklärt uns immer wieder, dass wir Angst haben müssen vor den Terroristen. Diese (also die „Anderen“) wollen uns alle nur das Leben nehmen. Deshalb müssen wir auf unsere Grundrechte verzichten. Überwachung und Kontrolle ist das Ziel. Aber was nutzt es, wenn es wunderbare Bilder von Straftaten gibt? Wäre es nicht klüger, auf anderen Ebenen zu agieren? In meinen Augen ist der Terrorismus nur ein vorgeschobenes Argument, um die Bevölkerung besser kontrollieren zu können.
  • Und noch andere Herrscher, die ich gar nicht alle aufzählen kann, agieren derzeit mit Angst und dem „Wir und die Anderen“

Stets sind es die Anderen, die böses wollen. Problematisch ist, dass wenn diese Machtpersonen erst einen gewissen Machtfaktor erreicht haben, kann es passieren, dass sie die Meinungsführerschaft erlangen. Meist geschieht dieses durch Beherrschung der Medien. Und wenn man kritische Medien nicht verbieten oder aufkaufen und kritische Journalisten nicht entlassen oder gar einkerkern kann, dann wird die kritische Presse entweder zur Lügenpresse (AFD/Pegida), zur Fake-News (Trump, so sad) oder es wird der Presse pauschal unterstellt ein „von fremden Mächten gesteuerter Feind“ zu sein.

Ich saß – irgendwann Ende der 90er-Jahre – Abends mit einem Mitarbeiter eines Herstellers zusammen – die Gerstenkaltschale war lecker und irgendwann kam das Thema Militärdienst. Nach einiger Zeit stellten wir fest, dass wir nahezu gleichzeitig beim Militär waren, aber er bei der NVA und ich bei der Bundeswehr. Lange Zeit wurde mir erklärt „Der Osten ist böse“ und ihm „Der Westen will uns zerstören“. Am Ende waren wir beide (und nicht nur wir) Opfer der Propaganda des jeweiligen Systems. Denn keiner von uns war böse – wir waren nur durstig und das Bier war lecker.

Ich habe an diesem Abend gelernt, dass man denken muss. Vor allem NACHDENKEN und reflektieren: Qui bono (wem nützt es).  Wem nutzt die Überwachung? Dem Opfer wohl eher nicht. Wem nutzt die Angst vor dem Asylanten?

Steht zusammen, steht gemeinsam. Egal welche Hautfarbe, Religion oder welcher Herkunft ihr seid. Lasst euch nicht teilen und zu kleinen, beherrschbaren Marionetten machen. Steht zusammen – ihr seid erst Opfer wenn ihr euch selbst in diese Rolle begebt. Mit denken und/oder Handeln.

Kungelt die Berliner Polizei mit „Rechts“?

Als ich eben den folgenden Artikel im Tagesspiegel bezüglich der gescheiterten Stürmung des Justizministeriums las

Ein Fotograf, der die Aktion beobachtete, kritisierte einen „kumpelhaften Umgang der Polizei mit den Nazis“ und nannte diesen „wirklich skandalös“. Es seien von den „Identitären“ Bengalos abgebrannt und Widerstand geleistet worden. Doch nicht einmal der Sprinter eines Mietwagenunternehmens, in dem die Leitern waren, sei beschlagnahmt worden, „der konnte einfach in Ruhe wegfahren“. Auch der Kameramann der IB, der von Anfang an die ganze Aktion gefilmt habe, habe nicht einmal seine Speicherkarte abgeben müssen.

erinnerte ich mich an ein Erlebnis welche viele Jahre her ist. Wir stellen uns mal kurz vor, das wären „linke Gesellen“ gewesen? Wäre es dort so ebenfalls so „freundlich abgegangen? Irgendwie schwer vorstellbar.

Ich war ja vor vielen Jahren einmal Vaterlandsverteidiger (damals, als die Bundeswehr noch den Igel als Symbol der Truppe hatte).

Bundeswehrigel

Die Bundeswehr als defensive Armee

Viele Jahre nach meiner Bundeswehrzeit traf ich einen ehemaligen „Kameraden“ wieder, der nach der Dienstzeit zur Polizei in Berlin ging. Auf meine Frage, was er denn da jetzt mache wurde mir mitgeteilt dass er im Bereitschaftszug ist. Ich war verwundert, war ich doch der Meinung, dass die Frischlinge der Polizisten vorrangig im Bereitschaftszug sind, bis sie fest auf eine andere Dienststelle versetzt werden. Ich fragte nach und bekam die Antwort: „Ich bin freiwillig dort. Nur im Bereitschaftszug kann man den Linken bei Demos so richtig aufs Maul hauen“. Das Treffen wurde dann sehr kurzfristig von mir beendet. Der „Kollege“ stellte sich als resistent heraus, was etwaige Kritik an seiner Meinung angeht. Dieser Vorfall ist aus mehreren Gründen bemerkenswert:

  • Zu seiner Bundeswehrzeit hat er sich niemals derart geäußert. Ich habe eng mit ihm zusammengearbeitet und es wäre mir mit Sicherheit nicht verborgen geblieben, wenn er derartige Ambitionen gehabt hätte. Entweder hat er diese Einstellung damals gut verborgen, oder er wurde erst bei der Berliner Polizei „verdorben“
  • Da dieser Vorfall nun ca. 20 Jahre her ist, dürfte sowohl diese Person – als auch sein damaliges Umfeld – ein paar Stufen der Hierarchie erklommen haben. Ob als verantwortlicher Zugführer, Ausbilder oder ähnliches kann man auch politisch einiges an Einfluss auf Einsätze und junge Polizisten ausüben.

Ich bin überzeugt, es sind Einzelfälle. Aber sie wirken sich aus. Sowohl auf das Bild der Polizei in der Öffentlichkeit, als auch generell gesellschaftlich. Wo ist nur der Schutzmann von früher geblieben? DEN möchte ich gern wiederhaben.

Probleme mit den Kommentaren

Das Reizzentrum hatte – ein Besucher machte mich dankenswerter Weise darauf aufmerksam – Probleme mit den Kommentaren. Dies lag an einem Plugin (Gurken Subscribe to comments), welches leider mit der aktuellen (und wahrscheinlich auch der vorigen) Version von WordPress nicht klar kam.

Ich habe da jetzt ein wenig aufgeräumt/umgestellt und es SOLLTE wieder alles zufriedenstellend laufen.

Wenn jemandem hier Unregelmäßigkeiten/Probleme auftauchen, bitte Mail an mich (siehe Impressum(ersatz…))

Wenn Fefe verlinkt: ALARM im Serverraum

Es gilt als bekannt, dass die  Erwähnung eines Blogeintrages im Heise Newsticker einen Server, auf dem nur „normales“  Blog sowie die normalen „Rundumdienste“ (Mail etc.) laufen, schlicht in die Knie zwingt. Dafür gibt es sogar einen Namen: „Der Server wurde geheised“. Was passiert, wenn Fefe verlinkt, durfte ich gestern Abend quasi „Live und in Farbe“ erleben. Mein VPS (Virtueller Privater Server)  läuft normalerweise mit 2 Cores und 3GByte RAM. Ja, man kann mehr nehmen, brauche ich aber normalerweise nicht. Um die Ohren fliegt einem die Kiste aber, wenn der Server gefefed wird 🙂

Gestern gegen 21:48 erklärte die beste Frau von allen:“Du, unser Server ist nicht erreichbar – ich komme nicht an die Mails ran“. Ein kurzer Check – ich war ohnehin mittels SSH auf dem VPS – ergab: AUA, der schneckt gewaltig. Kurz mal einen Überblick über die Resourcen geholt: Beide Cores auf 100% und der Speicher war RESTLOS voll. Fefe hatte den Artikel über die Rittal-Werbung verlinkt.

Da ich ohnehin Bereitschaft habe und vollen Zugriff auf die Plattform – auf welcher mein Arbeitgeber (ein Rechenzentrum in Hamburg) die VPS laufen hat – habe, konnte ich schnell mal an den Parametern drehen. Man will ja nicht klotzen, also sparsam erstmal 2 Cores und 5 GByte dazu geschaltet. Aber auch hier, das gleiche Ergebnis: Alle 4 Cores im roten Bereich und auch die nun zur Verfügung stehenden 8GByte RAM waren gänzlich gefüllt.

Nächster – und erfolgreicher – Versuch: Den VPS auf insgesamt 8 Cores und 16 GByte RAM hochgefahren und alles ist gut. Dankenswerter haben wir in unserem Rechenzentrum ausreichend  Resourcen, als dass wir sehr kurzfristig reagieren können. Lernen kann man aus dieser Erfahrung folgendes: Ein VPS ist deutlich flexibler als ein „Blech“ (Hardwareserver). Bei einem Blech hätte der Server erst zeitaufwendig mit RAM und CPU (HAHAHAHA!) aufgerüstet werden müssen. Bei einem VPS hat die ganze Sache nur Minuten (inklusive zweier Reboots) gedauert um der Plattform wieder ausreichend Resourcen zur Verfügung zu stellen.

Rittal verschickt USB-Stick mit Werbung. Was kann da schon schief gehen?

Der deutsche Hersteller von „Schaltschränken, Stromverteilung, Klimatisierung und IT-Infrastruktur“ „Rittal verschickt an seine Kunden USB-Stick, die hochgradiges Gefährdungspotential haben. Ich will nicht behaupten, dass von dieser Aktion eine konkrete Gefährdung ausgeht, aber sie ist einfach nur dumm sehr-sehr unglücklich .

Anmerkung: Dieser Blogpost dient dazu einen Vorgang an einer Stelle zusammen zu fassen, der bereits in anderen Medien (vorrangig G+) in mehreren Meldungen betrachtet wurde.

Die Geschichte begann, als ich am 15.05.2017 meine Eingangspost auf den Schreibtisch bekam, welcher eine (recht aufwendig erstellte) Werbung der Firma Rittal beilag. Diese enthielt einen kleinen USB-Stick und das Schreiben suggerierte mir, ich solle den USB-Stick einfach in den USB-Port meines Arbeitsplatzrechners stecken. HALLO? Ich soll ein potentiell gefährliches Device mit einem Rechner unsere inneren Netzwerkes (trusted Zone..) in Verbindung bringen? Sorry, aber ich werde grau nicht blond. Außerdem sollte ich als Mitarbeiter eines Rechenzentrums wissend und sensibel genug sein, die von dem USB-Stick ausgehende Gefahr sofort zu erkennen. Aber wie vielen Mitarbeiter von Unternehmen ist die Gefahr nicht bekannt? Unser weiteres Vorgehen beschreibe ich in folgender Mail, welche ich ASAP an Rittal sandte:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben heute ein Werbeschreiben bekommen, welches vorgibt aus ihrem Hause zu  stammen. Thema: „Mehr Geschwindigkeit für ihr Business“. Ich möchte mich höflich
erkundigen, ob diese Werbung tatsächlich von Ihnen versandt wurde.

Schließlich besteht die Gefahr, dass „jemand“ die Reputation ihres Unternehmens  nutzt, um Schadsoftware in unser Netzwerk zu schleusen. Besonders misstrauisch wurden  wir, nachdem wir den Inhalt des Sticks auf einem eigens dafür installierten  virtuellen Server installierten. Ergebnis: Der Stick installiert sich als Human
Interface Device (Tastatur). Da diese Art von USB-Geräten SEHR großen Schaden  anrichten kann
– freier Zugriff mit dem Account des angemeldeten

Benutzers,
– löschen von Dateien, Verzeichnissen,
– Mailversand von definierten Dateien
– etc.pp.
gingen bei uns alle Alarmglocken an. Wir haben dann nicht weiter geforscht.

Sollte der USB-Stick von ihnen verschickt worden sein (was ich kaum glauben kann), so  hoffe ich inständig, dass dieser USB-Stick auf dem gesamten Lebensweg  (Herstellung, Duplizierung und Versand) 100% sicher begleitet wurde.

Sollte der USB-Stick nicht von Ihnen versandt worden sein, so sollten Sie SOFORT  geeignete Maßnahmen treffen, dass der durch diesen Stick verursachte Schaden gering  gehalten werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Es dauerte ein wenig, aber dann kam tatsächlich eine Antwort. Gag am Rande: Es war ein PDF – und zwar kein am PC generiertes („Export as PDF“), sondern ausgedruckt und (leicht schräg) gescanntes:

Antwort von Rittal

Tja, was will man da noch machen? Keinerlei Einsicht ob der eigenen Verantwortung gegenüber den Kundennetzwerken. Der Absender (dessen Namen ich aus Gründen des Persönlichkeitsrechtes entfernte) ist aufgrund seiner Stellenbezeichnung offensichtlich direkt für die Aktion verantwortlich.

Vielleicht sollte ich einmal ein wenig Geld in die Hand nehmen, eine hochwertige Werbebroschüre im Corporate-Design von Microsoft oder Siemens drucken und an ausgewählte OpferKunden aussenden. Mal schauen, wie viele Menschen dann den beiliegenden USB-Stick nutzen um mir den Zugang zu ihren Rechnern und Netzwerken zu ermöglichen.

Nachtrag: Dieser Artikel würde von Fefe verlinkt. Was dies für den Server bedeutet(e) kann man hier nachlesen. Leute, die ihr von Fefe kommt: Ihr brachtet meinen kleinen kuscheligen Server kurzzeitig zum stöhnen.

Nachtrag zwei: Rittal hat nochmal (bemerkenswert) geantwortet. Siehe hier.