Arroganz der Moderne? Oder Lynx ftw

Nachdem ich – wie bereits unter Hoffnung berichtet – seit Wochen nur mit ISDN-Geschwindigkeit auf das Netz der Netze zugreifen kann, stelle ich immer wieder (teilweise sehr genervt) fest, dass dieses Internet für ISDN- oder gar Analogbenutzer eher unbenutzbar geworden ist. Es sei denn, man geht während des Ladens der Webseiten Essen, macht den Abwasch oder oder erledigt andere nützliche Dinge. WWW heisst bei den meisten Webzugriffen wieder Welt-Weit-Warten. Woran liegt das? Sicherlich an den DSL-Anschlusszahlen. Zwar haben Ende 2007 50% der Haushalte (Quelle BitKom) bereits über Breitbandanschluss verfügt, aber das sind nackte Zahlen. Wieviele Breitbandanschlüße sind an Firmen connectiert?

Und vor allem: Warum müssen alle Grafiken hochauflösend sein, warum müssen so viele grafische Elemente eingebunden werden?

Da heute auch Flash und solch Schmarren auf viel zu vielen Seiten zur Bedienung benötigt wird, ist selbst ein Ausweichen auf Lynx, oder das Abstellen der Bildanzeige nicht immer das Mittel der Wahl. Zählt die zufriedenstellende Zurverfügungstellung an Nicht-DSL-Anschlußinhaber auch als Massgabe zur Barrierfreiheit?

Jugend heute

Die Jugend von heute hat es wahrlich schwer. Nicht nur aufgrund von schlechtere Perspektive was das Berufsleben angeht, nicht nur wegen des Leistungsdrucks eines verkürtzten Abiturs oder der Isolation des Alltags. Mir tut die Jugend auch leid, wegen des Problems der Aufgeschlossenheit ihrer Eltern. Wenn ich als Jugendlicher in Jeans und Turnschuhen (dazu abhängig von der Jahreszeit Jeansjacke oder Parka) das Haus verliess , war dies für meine Mutter schon schlimm. Wie gern hätte sie mich in Bundfaltenhose, Hemd und Pullunder (ARRRGGGGGLL!) gesehe (Sorry Mama, DAS ging gar nicht!). Als dann die Hosen mit dem weiten Schlag kamen (die waren ja zwischendurch mal wieder modern), gab es ein Familienstress, denn Oma schenkte mir natürlich eine. Omi, Du bist unvergessen und ich weiss, von deiner Wolke aus lächelst Du JETZT. Das Drama war perfekt, als ich mir mit 15 oder 16 – meine Eltern machten den Fehler ohne mich in den Urlaub zu fahren – ein Ohrloch stechen liess. Der Urlaub war vorbei, das Ohrloch verheilt und ich galt bei meinem Vater als homosexuell, denn „Nur Schwule tragen sowas“.

Und heute? Wenn heute ein Jugendlicher mit einem Ohrstecker ankommt, das interessiert keine Sau. OK, die Hosen mit dem Schritt auf Kniehöhe sehen echt scheisse aus, aber ich belächel es und würde deshalb kein Drama machen. Selbst ein Tatoo meiner Tochter würde nur mein Interesse wecken und wehe Sie hätte es nicht im „Red Corner“ stechen lassen. Was bleibt den Kids denn heute noch über unser Aufsehen zu erregen und uns zu genau DER Reaktion zu verleiten, die in der Pubertät normal ist: Erwachsene provozieren.

Vielleicht haben Dieter Bohlen und Tokio Hotel deshalb so viele Fans und die ganzen „Deutschland sucht den Superdeppen“-Shows so einen Erfolg. OK, Kids. DARÜBER kann ich mich aufregen. Reicht jetzt. Ich könnt den Dreck abschalten.

Redundanz

Second life ist (zumindest in meinem Verständnis) nichts weiter als ein grafischer Ersatz des guten, alten IRC, mit possierlichen Möchte-gern-so-aussehen-Figuren (ingame auch Avatare genannt). Das heisst, man trifft sich dort um nicht anderes zu tun als zu kommunizieren – im Gegensatz zu IRC mit Werbeeinblendung. Aber warum ergibt die Suche nach „second life“ und „Forum“ dann 565000 Treffer? Wird in diesen Foren über die Kommunikation der Second-Life Kommunikation kommuniziert? Ach, ich will es nicht wissen…

Gedanken dazu: Steht Web 2.0 eigentlich für Kommerz? Wenn ja, habe ich Angst vor Web 3.0. Oder wird 3.0 ein Begriff für das komplette Internetarchiv, welches Herr Schäuble dann Abends vor dem Zubettgehen kontrolliert? Man weiss es – noch – nicht