Ich lobe mir die öffentlich-rechtlichen Sender

Denn SOLCHE Reportagen bekomme ich bei den Privatsendern ganz sicher nicht zu sehen. Damit lässt sich nämlich kein Werbeblock verkaufen, ganz besonders nicht bei den Sponsoren des Schmierentheaters, dass sich Olympia 2008 nennt. Jochen Graebert und Ariane Reimers erkunden Peking und zeigen für Panorama was sich hinter den Kulissen verbirgt. Zeigen wie freundlich die fleissigen Olympia-Helfer wirklich sind und begeben sich mit zwei Kameraleuten in die Gebiete, die

  • schnell vor Olympia entweder entvölkert und abgerissen
  • hinter Sichtschutzwänden vor den Besuchern versteckt
  • von als Touristen getarnten „Spitzeln“ überwacht
  • generell für Besucher gesperrt und von Wachpersonal bewacht

sind. Prädikat: Besonders sehenswert! Solche Reportagen sind ihr Geld WIRKLICH wert. Kein Vergleich zu „Big Brother“, „Deutschland sucht den Superxxxx“ oder Gülcan und noch eine Nase zeigen, dass Blonde wirklich doof sein können. (DAS können aber auch ganz andere…)

München morgen oder Peking heute?

Diese Frage stellte sich mir, als ich den Artikel im SPON las.

Und wie so oft treibt der Kontrollwahn der Behörden bizarre Blüten: Drei Sperrkreise hat die Polizei um Peking herum errichtet, um Kriminelle, Bittsteller und Bettler abzufangen. Die Restaurant- und Barbetreiber wurden angewiesen, Schwarze und Mongolinnen nicht zu bedienen, weil die angeblich ausnahmslos Drogenhändler beziehungsweise Prostituierte sind. Tausende Überwachungskameras beobachten das Geschehen von oben, Mitglieder von „Nachbarschaftskomitees“ melden Verdächtige persönlich.

Der Slogan der Olympischen Spiele in Peking „One World, one Dream“ wird von Konzeptkünstler Ai Weiweiwie folgt interpretiert:

Der „gemeinsame Traum“ besteht ihm zufolge allerdings aus „noch mehr korrupten Beamten, noch schmutzigeren Geschäften, fortlaufenden Lügen und fragwürdigem Wohlstand“.

Na, das hört sich schon fast nach deutschen Verhältnissen an -> wir arbeiten daran!

Schön, dass wir noch Pressefreiheit haben

Denn nur so kann man bei der Tagesschau diesen sehr deutlichen Beitrag, über die Art und Weise, wie das IOC und China ihre Propagandamaschine verstecken, sehen.

Chinas Regierung und das IOC überlassen nichts dem Zufall. Sie wollen möglichst viel von dem kontrollieren, was über Olympia 2008 berichtet wird. So haben sie einen eigenen PR-Film produziert und alle TV-Anstalten, die Olympia-Rechte gekauft haben, verpflichtet, ihn auszustrahlen.

Das Video unbedingt ansehen – lohnt sich!