Warum bloggt ein Mensch eigentlich?

Wenn ich den Satz

„Man muss sich nicht vor US-Blogs verstecken. Abgesehen von der absoluten Spitzengruppe sieht es nämlich mind. genauso gut aus.“

Bei Robert im BasicThinking lese, ist das doch erstmal ganz nett. Wenn man den Zusammenhang betrachtet (bei Robert eine betriebswirtschaftliche Analyser der Einnahmen), stelle ich allerdings fest, dass es zwei Arten von Bloggern gibt:

  1. Blogger die etwas zu sagen haben
  2. Blogger, die bloggen als Einkommensquelle nutzen

Natürlich freue ich mich über viele Leser (gell Prinzessin …), Traffik und Backlinks. Aber nicht, weil mir dieses Geld in die Tasche schaufelt, sondern weil ich mich der Hoffnung hingebe, dass die Leserschaft zu einem gewissen Prozentsatz Interesse an den von mir verfassten Inhalten hat.

Inhalte eines Mediums, das durch wirtschaftliche Interessen geleitet wird, sinken bei mir persönlich in der Glaubwürdigkeit. Ich stelle mir dann die Frage: Ist der Artikel gesponsort? Ist eine positive Bewertung monetär beeinflusst?

Ich habe so meine Erfahrungen mit den Printmedien im IT-Bereich sammeln dürfen und weiss, wie man sich positive redaktionelle Beiträge erkauft – und eben auch, was ich von eben diesen (nicht erkennbaren) Beiträgen zu halten habe.

Also liebe Zielgruppe – auch wenn meine Beiträge subjektiv, krude und nicht immer euer Interesse finden. Was ihr hier lest ist authentisch (nicht autistisch!) meine Meinung, die durch NICHTS käuflich ist. Hier gibt es kein wirtschaftliches Interesse, sondern einzig mein Sendungsbewusstsein und mein stiller Groll auf das Elend der Welt, der das alles am laufen hält. Und sollte ich in die glückliche Lage kommen, dass der Betrieb meines Blogs meinen persönlichen finanziellen Rahmen sprengt, dann werde ich einen Weg finden weiterhin unabhängig zu bleiben.

Sorry Robert, aber das waren und sind meine Gedanken – auch wenn ich dir dabei VIELLEICHT Unrecht tue

Die „demuetige mich“-Show

Der Begriff „demütige mich“-Show ist nicht neu. Er wurde vor über 20 Jahren von Ralf „Ralle“ Müller – einem alten Freund (den ich lange aus den Augen verloren habe) geprägt. Ralle meinte damit die Shows, die heutzutage den Hauptteil der Fernseh“unterhaltung“ ausmachen. Die Shows, die es aber wirklich jedem ermöglichen seine 15 Minuten (zweifelhaften) Ruhm zu erhalten, die laut Andy Warhol jeder in der Zukunft einmal haben soll. Die Frage ist nur: Zu welchem Preis. Da werden hilflose Menschen „ausgeschlachtet“ nur um Sendezeit zu füllen. Das Lawblog macht sich (zu recht!) Gedanken über die „Supernanny“, in welcher eine Mutter sich in all ihrer (bemitleidenswerten!) Hilflosigkeit darstellt. Udo Vetter kommentiert dies nit den Worten:

Abseits von allem, insbesondere dem guten Ende für den Jungen, frage ich mich, wieso die Mutter in der Sendung überhaupt mitgemacht hat. Und wieso sie die Ausstrahlung des Beitrags nicht wenigstens verhindert hat. Ahnt die Frau nicht, was sie sich damit antut?

Wahrscheinlich tut sie es wirklich nicht.

Und genau DAS meinte Ralle: Hilflose Menschen machen ALLES um ein wenig Hilfe zu erhalten – aus einer ausweglosen Situation herauszukommen oder ihre suboptimale Situation zu verbessern. Der Fall der Supernanny ist ein schönes Beispiel, was wirklich passiert: Das Schicksal einer völlig überforderten Mutter wird medial ausgeschlachtet – im wahrsten Sinne des Wortes: Er wird zur Schlachtbank der Öffentlichkeit geführt und alle verdienen daran. Das Fernsehen mit der eingespieleten Werbung, die Zeitschriften, die anschliessend (wie hier BILD) berichten „dürfen:

Brutal schlägt Jutta W. (30) auf ihren kleinen Sohn Justin (7) ein, zerrt an seinen Haaren, schreit ihn an. Millionen Zuschauer sahen entsetzt am Mittwoch bei der „Super Nanny“ auf RTL, wie die Prügel-Mutter anschließend ihr Kind in eine Pflegefamilie geben musste.

Mir tut der Sohn (und nicht nur dieses Kind) leid, dass er in solchen Verhältnissen leben muss. Aber mir tut auch die Mutter leid, die offensichtlich keine Verwandtschaft und keinen Freundeskreis hat, die ihr aus dieser Situation heraushelfen.

Wieso muss es überhaupt so weit kommen, dass die Medien ein Geschäft wittern und das Elend des Individuums an die Öffentlich zerren müssen. Die Antwort scheint einfach: Weil wir – die Gesellschaft nicht mehr funktionieren. Wir bauen die Mauern der Ignoranz um uns und verschliessen die Augen.

Zum Thema passend hat sich Stefan Niggemeier (der Bildblogger) im Fernsehblog mit der Inflation des Elends auseinander gesetzt

Der Antrag auf Ausbürgerung Bayerns wird von mir angenommen

Die Bayerische Staatsbibliothek hat jetzt einen sprechenden Sprachatlas ins Web gestellt. In diesem kann der geneigte Leser nachvollziehen warum ich es als perfiden Versuch der CDU sehe, die CSU durch die Aufnahme der „deutschen Sprache“ in das Grundgesetz zu entmachten. Dann hätte die CSU nicht nur den Stress mit der BayernLB am Hals, sondern würde auch massiv Sprachschulen und Logopäden finanzieren müssen. Ist das alles nur ein Wirtschaftskrieg?

via Heise – wo geschrieben steht:

Doch damit nicht genug, gibt es in Bayern auch noch unzählige Dialekt- und Mundart-Varianten. Erzählt beispielsweise ein Franke etwas von einem „Hätscher“, versteht auch der Oberbayer meist nur Bahnhof, denn der „Schluckauf“ heißt bei ihm selbstverständlich „Schnaggla“.