Wir tragen Kleidung

Wie ich gestern schrieb, unterstützen die bayerischen Landeskirche, um wohl wohlwollende Predigten zu bekommen – anscheinend hat der Bayrische Rundfunk neben den Rundfunkgebühren auch noch ein paar Nebeneinnahmen. Ob aus Bonn (aus dem Innenministerium) oder aus der bayrischen Staatskanzlei, wer will das schon wissen. Ein schwarzer Koffer sieht aus wie der andere und grosse Werbeaufkleber sind auf den Schmiergeldbehältnissen ja keine Pflicht. NOCH NICHT!

Auf BR-Online gibt es Interview und Gesprächfetzen, die in mir die Frage aufkommen lassen, ob die Läufer Turm Bauer Springer like nach dem Muster einer bekannten Tagesszeitung, so aus dem Zusammenhang gerissen wurden um die grösstmögliche manipulative Beeinflussung zu ermöglichen:

  1. Trickbetrüger können mit der Vorratsdatenspeicherung überführt werden
  2. Sexualdelikte aufzuklären ist dank Vorratsdatenspeicherung „null Problemo“
  3. Gewalttaten – hach, Klacks. Aufgeklärt bevor das Opfer den Schmerz verspürt

Glaubt ihr nicht? Lest es nach! Steht – zumindest so ungefair – in dem oben verlinkten Artikel. Der Klopfer ist, dass die Polizei eigentlich seit ihrer Gründung offensichtlich untätig das teure Benzin in den Streifenwagen verbrannt hat – oder die Stühle in den Büros plattgesessen hat. Was für eine Steuerverschwendung, denn ohne Vorratsdatenspeicherung:

Klaus Jansen, Bund Deutscher Kriminalbeamter: „Die Kollegen haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Gerade im Bereich Allgemeinkriminalität, also das was die Bürger am meisten betrifft, werden wir handlungsunfähig sein. Sachverhalte, die wir vorher aufklären konnten, werden wir nicht mehr aufklären können. Also: Die Polizei stellt sich dümmer als sie sein müsste.“

Ja, es geht um die Vorratsdatenspeicherng – zumindest sugeriert dies der Artikel. Ich bete zu Gott (an den ich nicht glaube), dass Herr Klaus Jansen die obige Aussage zu einer ganz anderen Thematik machte. Denn ansonsten wäre die bundesdeutsche Polizei vor dem 01.01.2008 eine Nullnummer gewesen, die handlungsunfähig war, denn davor gab es keine Vorratsdatenspeicherung. Haben sich alle Straftäter, die vorher gefasst wurden – aufgrund des schlechten Gewissens – selbst gestellt?

Ich bin ja dafür, dass jeder Bundesbürger auf Schritt und Tritt mittels RFID bewegungsmässig erfasst wird. Ausserdem werden alle Bürger verpflichtet, ein lückenloses Protokoll eines jeden Tagesablaufes online an den grossen Rolli zu übermitteln. Inklusive jedes Kontaktes zu anderen Lebewesen. Natürlich werden diese Daten auf Plausibilität geprüft, inkl. Crosschecks. Sollte etwas unklar sein: Beugehaft bis zur Klärung des Falles. So hätte man auch die Vollbeschäftigung erreicht.

Wie sagte Ralf Bendrath so schön im Stern:

Natürlich haben wir alle etwas zu verbergen. Und das wird übrigens gesellschaftlich auch so erwartet. Wir tragen Kleidung. Wir reden in der Öffentlichkeit nicht über bestimmte Themen. Wir veröffentlichen vielleicht unsere Email-Adresse auf einer Webseite, aber nicht den aktuellen Kontostand.

Ralf, danke für diese wundervolle Erklärung. besonders das mit der Kleidung ist wundervoll! Ehrlich!

Polizei ersetzt soziales Umfeld

Bei Udo Vetter (dem Lawblogger), las ich eben von einer Begebenheit, die mich echt hilflos und wütend macht, mir aber andererseits auch zeigt, dass meine Einschätzung der Welt nicht sooo neben der Realität liegt.

Da spielen ein paar 11Jährige im Wald und auf dem Bolzplatz, wahrscheinlich toben und raufen sie auch mal und – wie es sich für 11Jährige gehört – baun die auch mal Mist.

So war es auch zu meiner Zeit. Total normaaaal.  Als ich in dem Alter war (OK, das ist SEHR lange her), wurde ich entweder von den Menschen zur rechtfertigung gezogen, die mich beim „Mist bauen“ sahen/erwischten, oder es wurde meinen Eltern gesteckt. In einem Fall (den ich nie vergessen werde) wurde ich von meiner Mutter freundlich mit einer Ohrfeige begrüßt, als ich nach Hause kam. Ich hatte 2 Strassen weiter – im fremden Garten – Äpfel geklaut. Meine Mutter erfuhr es und ich erhielt eine „gerechte Beurteilung“ mit dem Hinweis, dass wir selbst Apfelbäume im Garten haben und ich es nicht nötig habe zu stehlen. Bevor nun „Gewalt gegen Kinder“ geschriehen wird: Ich hatte diese Schelle verdient und bin meiner Mutter dankbar, dass sie aus mir den Menschen machte, der ich heute bin.

Im Gegensatz zu früher, wird heute mit den Kids offensichtlich anders umgegangen. Die oben erwähnten 11Jährigen wurden – nachdem Sie die Eiche, welche in einem „fremden“ Garten steht als Aussichtsplatzform benutzten – durch eine „polizeiliche Massnahme“ diszipliniert. Der Grundstückseigentümer rief die Polizei:

Einer der Polizisten soll den Kindern angedroht haben, dass sie beim nächsten „Hausfriedensbruch“ fotografiert werden und ihre Fingerabdrücke in eine Jugendtäterkartei kommen.

Ja, so kennen das die Polizisten von heute: Rechtsstaatlichkeit lässt sich nur durch Einschüchterung realisieren. Und man kann die Kids nicht früh genug daran gewöhnen, dass sie unter voller Beobachtung der Staatsmacht stehen. Das die Mutter einer der Kids überlegt, ob Kinder nicht doch besser zuhause vor dem Fernseher aufgehoben sind… ist die logische Folge. Dreckspack, DIESE Nachbarn.

DER Frau würde ich sofort Asyl in Hamburg geben

Wirtschaftlich motiviertes Asyl wird man Sabine Czerny – einer Lehrerin aus München sicher nicht unterstellen. Aber politisches Asyl scheint angebracht.

Sabine Czerny ist in München geschasst, weil ihre Schüler zu gute Noten hatten. Nicht, dass Frau Czerny die Arbeiten zu simpel ausgelegt hätte, es betrifft auch klassenübergreifenden Vergleichsarbeiten. Ja, soweit ist es in unserer Gesellschaft, wenn jemand im Staatsdienst – und dazu noch im Bildungswesen – zu gute Arbeit leistet, zwangsversetzt.

Czernys Erfolge machen offenbar nervös. Schon an der Vorgängerschule hatten die auffälligen Lernzuwächse mit einer zweiten Klasse zur Konfrontation mit dem zuständigen Schulrat geführt. „Sie haben sich an das Niveau der Parallelkollegen anzupassen!“, wies der Mann seine Lehrerin an.

beschreibt die TAZ das Problem der Lehrerin. So also funktioniert das: Bitte halten sie die Kind künstlich doof – BLOSS nicht lehren, bloss nicht den Bildungsauftrag komplett erfüllen. Denn schliesslich müssen die Kids dumm bleiben, nachher wählen die noch etwas anderes als CSU – obschon doch ausgerechnet München eine recht starke SPD hat.. Söltsam, das alles….