Die Ausbeuter blasen zum medialen Sturmangriff

Sechs neue Branchen kommen unter den Schutzschirm staatlich garantierter Mindestlöhne. Er überspannt damit bald vier Millionen Beschäftigte. SPD, Linke und Gewerkschaften sehen sich als Gewinner. Sie haben die Union in die Knie gezwungen, und der Mindestlohn ist populär. Die eigentlichen Verlierer sind aber die Schwächsten im Land. Die Mindestlöhne werden viele gering Qualifizierte arbeitslos machen und in die Sozialfürsorge drängen. Der Mindestlohn ist unsozial, die Kampagne für ihn verlogen.

schreibt Romanus Otte in einem Kommentar in der Zeitung des Spingerverlages „Welt“. Die weitere Argumentation ist so billig wie die Löhne, die von ausbeuterischen Arbeitgebern freiwillig gezahlt werden. Leidet Romanus Otte unter dem  „Politiker-Syndrom“? Ist er so weit weg von der realität, dass er in seiner Scheinwelt nicht mehr sieht, was tatsächlich um ihn herum passiert? Liest er die Zeitschrift, für das er kommentiert nicht, in dem man man noch vorgestern lesen konnte:

Allerdings liegt der Median – die Schwelle zur Trennung des reicheren vom ärmeren Teil der Bevölkerung – weiterhin bei rund 15.000 Euro. Die gestiegenen Privatvermögen gehen also ausschließlich auf das Konto der reicheren Deutschen.

Um diese Schere anzugehen, muss man schlichtweg die Tendenz der Unternehmer immer weniger Lohn für gleiche Arbeit (bei höheren Gehältern für die Manager) aufbrechen und nicht mit vorkswirtschaftlichem Blödsinn daher kommen wie Otte, der in seinem „Kommentar“ sagt:

„Guter Lohn für gute Arbeit“ mag guten Willen ausdrücken. Der Umkehrschluss heißt aber: keine Arbeit für weniger Lohn. Und keine Arbeit heißt Sozialfürsorge, Abschiebegleis. Der Staat kann Mindestlöhne vorschreiben. Er kann aber niemandem vorschreiben, zu diesem Lohn auch Menschen zu beschäftigen.

Das Problem ist doch vielmehr, dass heute Menschen gezwungen sind für JEDEN Hungerlohn zu arbeiten, da die Arges auch Hungerlohn-Jobs vermitteln. Und wer den angebotenen Job nicht annimmt, der kriegt gar kein Geld. „Keine Arbeit für weniger Lohn“ heisst nämlich auch: Mach deinen scheiss selbst, wenn Du als Arbeitgeber nicht in der Lage bist an angemessenes Gehalt zu zahlen.

Vollzeitjobs, deren Gehalt nur deshalb das Überleben sichert, weil neben dem Gehalt noch Wohngeld und andere Hartz-IV Zuschüsse gezahlt werden, sind asozialer Diebstahl am Volksvermögen zu persönlichen Bereicherung.

Natürlich hat Otte auch wissenschaftliche Studien zur Hand:

Die Ökonomen David Neumark und Willliam Walscher haben die Studien zum Mindestlohn der vergangenen 15 Jahre ausgewertet. Ergebnis: Die aktuelle Forschung bestätigt die Vermutung, dass Mindestlöhne die Beschäftigung gering qualifizierter Arbeitnehmer verringern.

Ist das oben zitierte (und mehr zitiert Otte – bewusst? – auch nicht aus der Studie)  alles? Oder ist das so aus dem Zusammanhang gerissen wie das schöne Zitat: „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“, wer weiss den, dass es weitergeht mit den Worten „dann kommt der Krieg zu dir“. Manipulation durch Auslassung ist nicht wirklich neu.

Aber mal ganz ehrlich: Wer kennt sie nicht, Studien, die bewusst als Auftragsarbeit ausgeführt werden. Zu jedem Thema wird es Studie und Gegenstudie geben und nur wer sich nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, wird bei dem Wort „Studie“ ehrfurchtsvoll zusammenzucken. Interessant bei den Erstellern der Studie ist, dass Wlliam Walscher per Google zu exakt EINEM Treffer führt. dem auch hier zitiertem Welt-Kommentar. Dahingegen  bekommt man von Neumark viele Informationen bezüglich seines Werdegangs. „Board of Governors of the Federal Reserve System“ findet man dort z.B. für den Zeitraum 1987-1989.  MOMENT – manchmal ist das Leben wahrlich putzig. Denn genau über DIESE Anstalt habe ich gerade den vorigen Artikel gebloggt. Ist natürlich fies, denn so konnte Herr Otte – zumindest nicht auf meinem Blog – recherchieren, wessen Lied der Herr Neumark zu singen gelernt hat: Das Lied des Kapitals.

Der Kommentar Ottes passt wunderbar in das Wahljahr 2009, denn WENN man schon mal dabei ist Informationen manipulativ unters Volk zu streuen, darf der Schlussatz

Die Linke will den Arbeitsmarkt wieder gegen die Schwächsten abschotten. Sie sollen wieder vom Markt gedrängt und mit Sozialfürsorge ruhiggestellt werden. Der Linken passt das doppelt ins Kalkül: Sie hat Erfolg bei ihrer klassischen Klientel, indem sie die unteren und mittleren Einkommen stabilisiert. Und sie setzt darauf, dass auch jene, die auf staatliche Fürsorge zurückgeworfen werden, für sie eher ansprechbar sind. Ist das zynisch? Sozial ist es jedenfalls nicht.

natürlich nicht fehlen.

Herr Otte, ihr „Kommentar“ gehört für mich eher in die Kloake der wissentlichen Manipulation, denn in eine anständige Zeitung (obwohl … Welt …. Naja, ist ein anderes Thema). Da frage ich mich unwillkürlich ob und von wem Herr Otte für dieses Pamphlet bezahlt wurde.

Falsches Target – Mission impossible

Es gibt Menschen, die auf die harte Tour ihr Geld verdienen: Sie arbeiten. Plagen sich ab von früh bist spät, um Miete und laufende Kosten zahlen zu können. Aber – wie das so ist – gibt es natürlich auch immer wieder Leute, die versuchen sich über die Massen – oder gar kriminell – zu bereichern. Die Möglichkeiten dazu sind manigfaltig.

Eine besonders dumme Art ist es – und da bin ich mir GANZ sicher – den Betreiber des Lawblog – Udo Vetter mit einer ungerechtfertigten Drohung in Form einer Mahnung  zu kommen, auch wenn diese Drohung/Nötigung von einer Rechtsanwältin formuliert wird. Bei Udo liest es sich dann so:

Öfter mal was Neues, gähn. Überlege, ob ich es mal mit einer Anzeige wegen versuchter Nötigung bzw. Erpressung versuche.

Habe die Anzeige erstattet.

Wobei die Rechtsanwältin Katja Günther – sofern man einer Google-Suche Glauben schenken darf – kein wirklich unbeschriebenes Blatt ist.

Die wahren Ausloeser von Terror und Gewalt

Ja, als ich eben in der Welt das Interview mit Bischof Wolfgang Huber las, wurde mir klar, warum es Menschen gibt, die mit aller Macht gegen Jeden kämpfen, der einen anderen Glauben hat, als man selbst. Wie kann man nur so dumm überheblich sein und – als Bischof! – folgendes von sich geben:

WELT ONLINE: Herr Bischof, was hätten Berliner Kinder davon, wenn konfessioneller Religionsunterricht gleichberechtigtes Wahlpflichtfach neben Ethik würde?

Bischof Wolfgang Huber: Die Schülerinnen und Schüler können sich mit der Sprache eines Glaubens intensiver beschäftigen, bekommen ein Verständnis für die Prägekraft des Christentums in unserer Kultur und sind herausgefordert, sich damit so auseinanderzusetzen, dass sie Stellung nehmen können. So wird der Unterricht zur religiösen und ethischen Orientierung besser, die Dialog- und Gesprächsfähigkeit wird wachsen. (Herviorhebung von mir)

WENN ein gleichberechtigter Religionsuntericht in Deutschland eingeführt wird, dann bitte unterteilt in (kleine) Gruppen, in denen die Schüler dann selbst auswählen können, an welchen Teil des Religionsunterichts sie dann teilnehmen. Herr Huber sollte sich vielleicht mal informieren, was der Begriff Religion überhaupt bedeutet. So zum Beispiel bei Wikipedia. Also Schüler, wählt aus welchen Wahlpflichtteil ihr belegt:

  • Christentum
  • Islam
  • Säkulare, Nichtreligiöse, Agnostiker und Atheisten
  • Hinduismus
  • Traditionelle chinesische Religionen
  • Buddhismus
  • Nichtafrikanische indigene Religionen
  • Traditionell Afrikanische Religionen
  • Sikhismus
  • Spiritismus
  • Judentum
  • Bahai
  • Jainismus
  • Shintoismus
  • Caodaismus
  • Zoroastrismus
  • Tenrikyō
  • Neopaganismus
  • universalistischer Unitarismus
  • Rastafari

Solange einzelne Relegionen, wie diejenige, die Herrn Huber als Bischof (welcher korrekterweise mit „Eure Exzellenz“ angeredet wird…) vertritt, mit solch einem Anspruchsdenken und Unterdrückungspotential in Richtung Andersdenkender an die Öffentlichkeit (auch der Andersgläubigen!) tritt, wundert es mich nicht, dass die so unterdrückten Angehörigen anderer Religionen sauer reagieren. Wobei ich natürlich immer noch in Richtung des Fliegenden Spaghettimonsters tendiere.