Internetwahlkampf wie in den USA, nur ganz anders

Während Barack Obama die Internetwelt auf seine Seite brachte – und so ein äusserst bemerkenswerten Wahlerfolg für sich verbuchen konnte – aktivieren auch unsere Regierungsparteien das Internet vor den anstehenden Wahlen, nur eben genau andersrum.

Was wurde nicht in der Vergangenheit schwadroniert, was man alles vom Obama-Wahlkampf gelernt habe. Ich ziehe jetzt mal ein persönliches Resumee: NICHTS! Die deutschen Politiker, egal ob Regierungspartei oder Oposition, haben nichts gelernt. Vielmehr haben sie die Dynamik des  Internet“ gänzlich ignoriert, oder völlig falsch verstanden. Anstelle sich offen mit den Möglichkeiten des Netzes auseinander zu setzen und „das Netz“ für ihre Zwecke zu nutzen, bringen sie die deutschen Internetbenutzer gegen sich auf.

Wer sich die Mühe macht Printmedien und Onlinemedien zu vergleichen, stellt sehr schnell fest, dass im Internet derzeit ein äusserst harter Wind weht. Ob es das Paintballverbot ist oder die Internetsperren, kaum ein Thema bei dem sich im Internet eine Unterstützung für den Regierungskurs findet.

Aber eines muss man der Regierung lassen: Sie haben das Internet aktiviert. Ob sie es aber SO wollte, sei mal dahingestellt.

Frau von der Leyen betet

„Eine zivilisierte Gesellschaft, einschließlich der Internetgemeinschaft, die Kinderpornografie ernsthaft ächtet, darf auch im Internet nicht tolerieren, dass jeder diese Bilder und Videos vergewaltigter Kinder ungehindert anklicken kann“, teilte das Ministerium mit. „Das Leid der Opfer ist real, nicht virtuell. Jeder Klick und jeder Download verlängert die Schändung der hilflosen Kinder“.

wird sie von dem Hamburger Abendblatt zitiert. Und ähnlich wie ihr ministerialer Freund von Gutenberg betet sie weiterhin althergebrachtes runter ohne auch nur ansatzweise auf vorgebrachte Kritik an ihren Plänen zu reagieren. Fast kommt sie mir vor wie ein kleines Kind, dass nicht in die Welt der wahren Begebenheiten eintauchen will und in seiner Traumwelt bleiben möchte.

WENN Frau von der Leyen tatsächlich daran gelegen wäre (was ich persönlich mittlerweile bezweifle), dass der Missbrauch der Kinder gestoppt wird, so würde sie an ihrem Ziel arbeiten: Den Missbrauch stoppen. Was sie aber gebetsmühlenartig vorträgt ist, dass die Dokumentation des Missbrauchs  (welcher erst NACH dem Missbrauch verbreitet wird) erschwert werden soll. SIE ist diejenige die ausschliesslich die virtuellen Auswirkungen, aber nicht die realen Taten bekämpft.

Das ist, als wenn man bei einem Hausbrand den Qualm wegpustet, aber das Feuer selbst gar nicht bekämpft. Ich unterstelle Frau von der Leyen, dass sie dieses sehr wohl weiss.

Der Betroffenheitsminister von Guttenberg

sagt in der Tagesschau:

“Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”

Es entsteht also der Eindruck, dass die Unterzeichner der Petition sich gegen die Sperrung von Kinderpornographie sträuben. DIESER Eindruck entstzeht auch nur im Kopf eines geschnigelten Bundesminsters der Wirtschaft. Er hat NICHTS begriffen und hat die letzten zwei Wochen anscheinend unter einem Stein gelebt, denn mit den inhaltlichen Kritikpunkten an den Internetsperren hat er sich nicht auseinandergesetzt.

Im ernst: Er hat sich sicherlich damit auseinandergesetzt. Aeine Aussage zeigt mir aber, dass er der inhaltlichen Diskussion NICHTS beizutragen hat und sich lieber auf Allgemeinplätze zurück zieht.

httpv://www.youtube.com/watch?v=IR9CBl1KN8c

Via netzpolitik