Wenn Firmen versuchen Staaten zu manipulieren #Uruguay #PhilipMorris

Dass Firmen Einfluss auf die Politik nehmen ist ein altes und vor allem dreckiges Geschäft. Schon die Entscheidungen von Fürsten und Königen wurden durch „Einflüsterer“, Nahestehende und nicht zuletzt Schmiergeld beeinflusst.

Neu scheint zu sein, einen Staat auf die Zahlung von Schmerzensgeld zu verklagen, weil dieser das Volk über die Gefahren eines Produktes aufklärt:

Die Tabaklobby fühlt sich übermächtig – und glaubt, dass sie sich alles erlauben kann. Der Konzern Philip Morris verklagt das Land Uruguay auf zwei Milliarden Dollar Schadenersatz, weil es so rabiat gegen Zigarettenkonsum vorgeht.

Quelle: Süddeutsche. Anscheinend will der Konzern einschüchtern, nicht nur Uruguay sondern auch andere Staaten, die auf die Idee kommen könnten ebenfalls rigide Nichtrauchergesetze zu formulieren.

Philip Morris setzt jährlich mehr Geld um als die uruguayische Volkswirtschaft

Und genau da scheint ein Problem zu liegen: Die Konzerne sind schlicht zu mächtig. Wieder einmal. Ich kann nur hoffen, dass das Pariser Schiedsgericht die Autonomie eines Staates als schützenswerter einstuft, als die Gewinnerzielungsabsichten eines Großkonzern.

Anmerkung: Auch wenn ich gegen die Bevormundung der Bürger bin (Nichtraucherkneipen sind mir auch als Nichtraucher ein Graus), so bin ich noch weit mehr gegen Konzerne mit Allmachtsphantasien.

2 Gedanken zu „Wenn Firmen versuchen Staaten zu manipulieren #Uruguay #PhilipMorris

  1. Sollten die mit der Schnapsidee auch noch durchkommen, können sich alle Staaten, die Nichtrauchergesetze haben warm anziehen… Aber das durch so eine Aktion überhaupt ein Schiedsgericht bemüht werden muss ist schon eine Frechheit. Im Gegenteil müsste Phillip Morris eine dicke Strafe aufgebrummt bekommen, weil sie überhaupt auf so eine Idee kommen…

    Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln… Was kommt als nächstes? Die ölfördernden Länder verklagen die Autohersteller, weil die spritsparendere Fahrzeuge als vor 20 Jahren herstellen?

  2. Klasse klasse klasse 😀

    Neues Geschäftsmodell: Man furzt einfach in einem voll besetzten Fahrstuhl und verklagt einfach alle anderen Personen im Fahrstuhl, da diese ohne deine Erlaubnis deine Methan-Produktion konsumieren.
    Na ja. So neu ist das Geschäftsmodell auch wieder nicht. Wird ja u.a. in ähnlicher Form beim öffentlich rechtlichen Fernsehen praktiziert.

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