Ist Google gut, böse oder gefährlich

Die gleiche Fragestellung könnte man auf ein Messer anwenden. Dann wäre die Antwort klarer: Es kommt drauf an, was man damit macht.

Google ist – in meinen Augen – weniger gut/böse als vielmehr gefährlich. Neuerdings sortiert Google mir bei dem Dienst Google-Mail nicht nur den Spam aus dem Posteingang, nein Googlemail „erkennt“ auch die für mich wichtigen Mails und vergibt Prioritäten. Ja, Google ist soweit und glaubt zu wissen, welche Mails für mich wichtig sind. Spannend. Ein weiterer Grund den Konzern Google nicht alles von sich wissen zu lassen, oder besser: So wenig wie möglich. Da ist mir der tangentiale Mehrwert egal, wenn das grosse und ganze sehr unübersichtlich wird.

Am besten dann gleich noch Calltrack auf dem Android-Phone installiert, damit in der grossen Google-Datenbank auch im Kalender eingetragen werden kann, wann ich mit wem telefoniert habe. Wer braucht denn da noch Vorratsdatenspeicherung? Und dieses Programm wird in den Kommentaren gefeiert!

Ich persönlich halte Google aufgrund der Möglichkeiten des Konzerns für äusserst gefährlich für die Privatsphäre. Da kann Streetview ein noch so buntes Detail sein, die Masse machts. Wenn man da als User nicht auspasst, dann ist Transparenz das kleinste Problem.

5 Gedanken zu „Ist Google gut, böse oder gefährlich

  1. Also: Ja, natürlich ist das ganze Zeug gefährlich für die Privatsphäre. Genauso wie Facebook etc. … ich achte normal sehr genau darauf, wem ich wann welche Daten/Informationen gebe – nicht nur im Netz. Ich denke das ist genau das, was man unter „Medienkompetenz“ versteht und den Kids vermitteln muss (nicht sollte – MUSS!)

    Trotzdem vertraue ich einem Konzern wie google noch immer deutlich mehr als unserer gewählten Regierung – D.h. wenn ich die Wahl treffen müsste: gmail oder DE-mail, würde ich mich für google entscheiden.

  2. Nun gut, nur ist die „Teilnahme“ an Google „noch“ freiwillig. Die Teilnahme an der Vorratsdatenspeicherung (oder was auch immer ein überwachungsgeiler Politiker sich noch so einfallen lässt) nicht. Da sollte man meiner Meinung nach schon einen Unterschied machen. Ganz nach dem Motto: Dir gefällts nicht? Dann lass es bleiben. Mach das mal mit der Vorratsdatenspeicherung oder diversen anderen verdachtsunabhängigen Überwachungen 😉
    Von daher seh ich das auch nicht als gefährlich an. Wie du schon mit den Messern erläutert hast: Geh vorsichtig damit um, dann tust du dir auch nicht weh (es sei denn, du lässt es fallen und es landet IM Fuß, aber das ist dann auch die eigene Blödheit).

    • Jein… Die „Teilnahme“ ist leider nicht ganz so freiwillig.

      Facebook und Google wissen auch so eine Menge mehr über mich, als ich das gerne hätte: Nämlich durch die Leute, die im Gegensatz zu mir dort „teilnehmen“ und eine Verknüpfung zu mir herstellen.

      Also im Klartext: Google weiß/kann wissen, über was ich mit bei Google Mail angemeldeten Leuten per Mail kommuniziere, weil die Nachrichten indiziert sind.

      Facebook kennt mit erstaunlicher Genauigkeit meinen Freundeskreis*, weil mich einige Personen einladen wollten (was ich immer ignoriert habe).
      (*) Den schicken sie ja in den Invite-Mails gleich mit: „Hier sind noch einige Leute, die Du kennen könntest“

      Letztlich ist es das, was mir am meisten aufstößt: dass man eben gar nicht aktiv teilnehmen muss, um trotzdem „durchleuchtet“ zu werden, und man eigentlich keine Möglichkeit hat, sich dem zu entziehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.