Ist Courage einfach? Dieter Nuhr und „…. halten“

Nein, Courage ist meist schwierig. Auch wenn Dieter Nuhr etwas lässig erklärt:

OB-Sauerland-Kritiker würden jederzeit aus moralischen Gründen auf ihre Pension verzichten, ist doch klar… Courage kann so einfach sein.

So bedeutet Courage nicht umsonst „Gefühl, bei dem trotz gefährlicher Situation keine Angst auftritt“ (wiktionary), was uns zu Mut und Tapferkeit führt.

Es ist nicht couragiert – einfach so – auf sein Gehalt zu verzichten.  Vielmehr wäre dies dumm. Couragiert allerdings wäre es als Reaktion auf ein Fehlverhalten auf Gehalt zu verzichten. Viele Arbeiter verzichten bei Kurzarbeit – ohne an der Kurzarbeit schuld zu sein – auf einen Teil ihres Gehaltes. Andere Arbeitnehmer „verzichten“komplett auf ihr Gehalt und tauschen dieses in Arbeitslosengeld und Hartz-IV, weil andere Menschen Fehler gemacht und somit Arbeitsplätze vernichteten. Wer aber selbst in verantwortender Position beschäftigt ist, muss sich all diesen Problemen nicht stellen. Er übersteht dies, bekommt als BP-Chef 14 Millionen Handgeld und als Oberbürgermeister eine dicke Rente.

Danke Dieter Nuhr für diese deutliche Aussage auf welcher Seite des sozialen Schauplatzes Sie ihr Leben geniessen. Manchmal – sorry – sollte auch Dieter Nuhr seine eigenen Weisheiten beherzen:

httpv://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

8 Gedanken zu „Ist Courage einfach? Dieter Nuhr und „…. halten“

  1. Hey 🙂

    Ich muss sagen, ich verstehe nicht so ganz, warum du dich so auf den Sauerland eingeschossen hast ( Zugegebenermaßen hab ich mittlerweile auch etwas den Überblick über die Faktenlage verloren ). Nenn mich ein moralisches Arschloch, aber ich würde vermutlich nicht anders handeln was die Pensionsansprüche angeht. In dieser Scheisse stecken so viele Leute knietief drin, da jetzt nur von einem einzelnen zu fordern sich freiwillig finanziell zu runinieren finde ich doch etwas hart muss ich sagen. Ich für meinen Teil werde jetzt erstmal abwarten was die Ermittlungen der StA ergeben und mir dann ein Urteil bilden.

    Schöne Grüße,

    Alex

    • Es geht mir um vor allem 2 Dinge:

      1) Wenn man es in unserer Gesellschaft erst einmal in eine ausreichend hohe Position geschafft hat, ist es egal welche Scheisse Du baust: Die Frage ist nur wie viel Geld Du für deine Fehler noch hinterher geworfen bekommst. Wobei auch „kleine“ Bereitschaftspolizisten in unserer Gesellschaft eine gewisse Narrenfreiheit zu besitzen scheinen. Es ist der Unterschied Normalbürger< -> Privilegierter der mich so sauer macht.

      2) Diese absolute Uneinsichtigkeit/Frechheit, mit der gewisse Personen an ihren Stühlen kleben, die aber – wenn es um Untergebene geht – sehr schnell die Abmahnung/Kündigung in der Hand haben.

  2. Ja, genau. Nuhr will nur allen, die Sauerlands Rücktritt aus moralischen Gründen fordern, einen Spiegel vorhalten. Es ist natürlich einfach den Rücktritt fordern, wenn man selber nicht in die Situation kommt.
    Man kann das natürlich auch anders verstehen, aber das ist nun mal die Natur von Ironie und Satire.
    Wobei ich Dich hier ausdrücklich ausnehmen möchte: Ich gehe davon aus, dass Du zurücktreten würdest, wenn Du in einem Amt Mist bauen würdest.

    • Erstmal danke ich dir dafür, dass Du mir „Arsch in der Hose“ und Verantwortungsgefühl zutraust.

      Aber neben dem „Rücktritt fordern“ sehe ich auch all diejenigen, die wegen Fehler Anderer in Not geraten. Ich bin an der Stelle einfach so verwegen und fordere, dass auch Täter in Not zu geraten haben. Nicht unbedingt Auge um Auge, aber ….

      • @reizzentrum:
        Ok. Aber dazu sagt Nuhr eben gar nichts. Deswegen, finde ich es unfair, Nuhr deswegen anzugehen.
        Ich traue Nuhr auch zu, den ganzen Komplex schon zu überblicken. Er greift hier eben einen vernachlässigten Aspekt auf, nämlich: „Nachher weiss es jeder besser“.
        Den wenigstens von Rücktrittsforderern traue ich den „Arsch in der Hose“ zu.

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