Prospektverteiler, die Zeugen Jehovas der Neuzeit

Basti hat sich vor langer Zeit sehr erfolgreich über die Zeugen Jehovas ausgelassen(und viele Kommentare gefangen…). Auch Michael Mittermeier hat deren Auftreten  gewürdigt.

httpv://www.youtube.com/watch?v=cvNYllEEZr4

Zur Zeit scheinen „die Zeugen“ den samstäglichen Weckauftrag an Prospektverteiler abgetreten zu haben. Prospekte von Aldi, Lidl, Bauhaus, Pizzalieferanten, Wochenblättern und Sargdiscountern. Alle machen sie uns Samstags die Freude unseren Briefkasten vor dem aufstehen mit ihrem Altpapier befüllen zu wollen.

Ist ja auch nicht so, dass die nur mal kurz klingeln. Gerade heute hatte ich wieder so einen Bastard am Haken:

Es klingelt…

Aha, bestimmt Werbung, bleib liegen und ignoriere es – Du hast ja Nachbarn

Es klingelt noch einmal

Verdammt, ist es eine deiner Töchter die Samstag – vor dem Aufstehen – in Not ist? Stehe auf und öffne, Du wirst gebraucht.

Ich wälze mich aus dem Bett, drücke auf dem Summer und höre wie eine Stimme der gesamten „summenden“ Hausgemeinschaft erklärt „Werbung“.

DAS sind die Momente an denen wir nur haarscharf an einer Anklage wegen Totschlag vorbeischrammen. Man möchte – oh wie sehr möchte man – dem klingenden Bastard die Kniescheibe mit einer Baseballkeule zertrümmern und fragen ob es weh tut. Man möchte irgendetwas tun, was diese Person motiviert überall zu erzählen, dass man an DIESER Hausnummer besser nicht vor 12:00 Mittags und auf gar keinem Fall 2x klingeln sollte.

Mir wurde mal – als ich kleiner Junge war – erzählt, dass man bei einer Rattenplage nur eine Ratte wirklich quälen muss. Das Geschrei dieser einen Ratte würde dafür sorgen, dass auch alle anderen Ratten diesen Ort meiden. Manchmal – ja manchmal gibt es Tage, da würde ich gern probieren, ob dies bei Prospektverteilern auch gelingt.

BTW: Der Zettel „Keine Werbung“ hilft gar nicht, wenn die Briefkästen im Hausflur hängen.

7 Gedanken zu „Prospektverteiler, die Zeugen Jehovas der Neuzeit

  1. Mittlerweile habe ich mir bei den meisten angewöhnt, zu sagen, „brauchen wir nicht, der Altpapier-Container ist drüben auf’m Fürstenplatz“. Ein Teil meiner Nachbarn macht aber offenbar blind jedem Klingler auf — weshalb hier auch ganz einfach die Post gestohlen werden kann. Ich kann mir z.B. keine CDs mehr bestellen, die verschwinden grundsätzlich — wenn nicht direkt auf dem Postweg, dann in unserem Hausgang.

    Allerdings muß ich zugeben, daß ich mir als Teenager meine erste Spiegelreflex-Kamera mit dem Austragen von Prospekten verdient habe. Mittwochs 1000 Stück für 40 DM, samstags 1500 Stück für 60 DM. Auch wenn’s Katzen gehagelt hat. Für eine Schülerin waren rund 450 DM pro Monat Mitte der 80er Jahre verdammt viel Geld.

    Die Austräger heute scheinen allerdings keine Schüler mehr zu sein, das sind eher Rentner und sonstige Geringverdiener. Pizzadienste und ähnliches tragen ihre Prospekte oft selbst aus. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, daß es Mitte der 80er Jahre dermaßen viele Prospekte waren, die uns die Briefkästen verstopft haben. Wobei die meisten die Werbung gar nicht mehr in die einzelnen Briefkästen verteilen (dabei müßte man ja die „keine Werbung“-Schilder beachten), sondern einfach auf die Treppen legen. Der nächstbeste darf dann gern drauf ausrutschen und sich aufs Maul legen.

    Heute würde ich den Job auch nicht mehr machen, dazu ist mir selbst die Belästigung zu viel geworden.

    • Ob Du es glaubst oder nicht: Auch ich habe mit 14/15 Prospekte ausgetragen – nachmittags nach der Schule. Aber ich habe in Wohnhäusern nicht überall – und dann gleich mehrfach – geklingelt. Am meisten mochte ich die Stundentenwohnheime – so genial viele Briefkästen hinter einer Tür ….

      Es kommt – wie immer im leben – auch auf das WANN und WIE an.

  2. Haha, ja… der hat mich heute auch geweckt.
    Aber man hört ja schon am Klingeln, daß da unten irgendein Vollidiot die ganze Hand auf alle Klingeln drückt. Solchen Spinnern mach ich aus Prinzip schon nie die Tür auf.
    Du sitzt ja unten näher am Drücker… hol dir doch ne Supersoaker und pinkel rein. Ist das nicht als Reaktion auf eine Störung der „Nachtruhe“ angebracht? 😉

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