Verleger vs. GEZ-Medien. Digitale Bücherverbrennung

Zuerst einmal möchte ich klar stellen, dass das Internet für alle Beteiligten Neuland darstellt.

Sowohl für die sogenannten „Holzmedien“, deren Produkte typischerweise auf holzhaltige Substanzen gedruckt werden um dann mittels Logistikkette zum Verbraucher zu gelangen, als auch für Rundfunk und Fernsehen.

Schaun wir uns doch mal die Geschichte der Medien an. Printprodukte sind alt, ihre Vorläufer haben tausende von Jahren auf dem Buckel. Rundfunk und Fernsehen sind eher neu. Insofern könnte man die Printmedien mit der Schallplatte vergleichen. Alt, gediegen und auch ohne Verfügbarkeit von elektrischer Energie nutzbar. Wohingegen Rundfunk und Fernsehen eher eine CD sind. Ohne Strom nix los, aber leistungsfähiger und mit breiterer Akzeptanz gesegnet.

Auch bei den Übertragungswege sind Rundfunk und Fernsehen dichter am Internet als die Printmedien. Das Internet wird über Kabel oder Funkstrecke zum Verbraucher „geliefert“, eben diese Wege, welche auch von Funk und Fernsehen genutzt werden. Printmedien benötigen eine deutlich aufwendigere Logistikkette.

Obige Betrachtungen sprechen eine deutliche Sprache: Das Internet ist dichter mit Funk und Fernsehen verbunden, als dies den Printmedien nachgesagt werden könnte. Das ausgerechnet diese „entfernten“ Nutzniesser nun eine stete digitale Bücherverbrennung durchsetzten ist ein Verbrechen an dem Wissen der Menschheit. Täglich zerstören wir die Bibliothek von Alexandria ein kleines bisschen mehr. Löschen Wissen und Meinungen für die wir – die Gebührenzahler – bezahlt haben.

Dürfen wir bald Zeitschriften nicht mehr lesen, die älter als 9 Tage sind? Mittels Kindle und iPad  wäre dies problemlos möglich. Die Dateien erhalten einen Zeitstempel und löschen sich automatisch, oder sie werden ohnehin nur „remote“ gelesen und nach 9 Tagen muss ich erneut bezahlen.

Schöne neue Welt.

Wie ich auf diesen Artikel gekommen bin? Durch den Schlagabtausch zwischen der FAZ:

Online ist Rundfunk: Plagten sich ARD und ZDF bislang wenigstens pro forma mit der Auflage herum, ihre Angebote im Internet sollten nicht „presseähnlich“ sein, sind sie nach der Vorstellung des früheren Verfassungsrichters Papier nun aller Rechtfertigungszwänge ledig.

und der ARD:

In der heutigen Ausgabe der FAZ aber stellt der Leitartikler Michael Hanfeld einen Zusammenhang zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland und der „Herrschaft des Staatsjournalismus“ her. Gegen diese Darstellung verwahre ich mich im Namen der ARD entschieden. Dies ist geschichtsvergessen und maßlos. Es macht mich sprachlos, dass Sie dies in einer Qualitätszeitung wie der FAZ zulassen.

Für mich sind die Holzmedien eher ein toter Fisch. Ich kaufe mir – ab und an – eine Zeitschrift um auf Reisen oder aus Gründen der Kurzweiligkeit etwas zu lesen zu haben. Bücher, die verschlinge ich und diese haben auch einen eigenen monatlichen Etat. Aber Zeitschriften?

Eine Art GEZ für Onlinemedien, das wäre es. Ich gestehe den Erstellern von Texten und Berichten sowie den Trüffelschweinen ja eine angemessene Entlohnung zu. Allerdings gilt das ausschliesslich für den arbeitenden Teil der Printbevölkerung. Auf diejenigen, deren Hauptaufgabe es zu sein scheint, als Klageweib, Verunglimpfer oder Standeserhalter beschäftigt zu sein, kann ich gern verzichten. Printmedien abschaffen und Migration der Arbeitskräfte in einen öffentlich-unabhängigen Dienst, inklusive weiterer Abtrennung von Rundfunk & Fernsehen von dem Einfluss der Staates.

Ich bin ja bereit zu zahlen, aber bitte angemessen. Flattr ist da schon ein netter Ansatz. NACHTRÄGLICH für eine Leistung zahlen und nicht die Katze im Sack (reisserische Überschrift) erwerben, die sich als zahnlose Amöbe rausstellt.

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