Reifenhersteller Continental und soziale Globalisierung

Jeder der sich mit der heutigen Arbeitsmarktproblematik beschäftigt weiss, dass der mobile und flexible Arbeitnehmer gefordert ist. Ein schönes Beispiel warum diese beiden Attribute gefordert sind liefert der Reifenhersteller Continental

Gegen den großen Widerstand der Beschäftigten hat der Reifenhersteller Continental sein Werk im französischen Clairoix geschlossen um Überkapazitäten abzubauen. Jetzt bietet der Konzern den Entlassenen Ersatzarbeitsplätze an: Im weit entfernten Tunesien und obendrein zu einem Hungerlohn. (Welt)

Ich finde das Angebot nur fair. Schliesslich haben tausende von Gastarbeitern in fremden Längern geschafft und jeden Monat einen Teil des Geldes nach Hause geschickt, damit die Familie leben kann. Warum sollte man also nicht für und mit Conti nach Tunesien gehen?

Der deutsche Reifenhersteller Continental hat in Frankreich entlassenen Beschäftigten vorgeschlagen, für 137 Euro monatlich in Tunesien weiterzuarbeiten.

Tunesien wird schon nicht so teuer sein. Da kommt man bestimmt mit 87€ im Monat aus und kann jeden Monat 50€ nach Hause schicken, damit die Familie davon ihren Lebensunterhalt bestreitet.

Darf man nun Continental-Reifen einfach so aus Protest zerstechen oder anzünden?

8 Gedanken zu „Reifenhersteller Continental und soziale Globalisierung

  1. Mit welcher Ignoranz Du in andere Leute Eigentum eingreifen willst, ist kaum weniger erschreckend. Es ist schon klar die „bösen“ Eigentümer vs die „guten“ nicht-eigentümer….

    Dir passt nicht was Conti macht. Nun kauf‘ keine Conti Reifen mehr. Was ist Dein Problem damit?

  2. @Friedrich:

    Aus wirtschaftlichen Gründen einen Standort schliessen ist eine Baustelle – den Mitarbeitern aber einen Arbeitsplatz für weniger als ein Zehntel den Lohns auf einem anderen Kontinent anzubieten ist in meinen Augen menschenverachtend.

    Ob die (sicherlich nicht aus Tunesien stammenden) Führungskräfte in Tunesien prozentual ähnlich niedrige Löhne bekommen?

  3. Das mit dem menschenverachtend kann man so sehen. Frage ist nur ob es gesagt wurde weil man ansonsten Abfindungen noch und nöcher bezahlen darf. Ich weiß nicht ob es in Frankreich genaus so eine Unfug mit den Abfindungen gibt. Könnte es mir durchaus vorstellen. Wer ist denn dann der Übeltäter wenn es an hirnrissigen Abfindungsgesetzen liegen könnte?

  4. @Friedrich:

    Tja, der alte Leitsatz „Eigentum verpflichtet“ (Siehe auch soziale Verpflichtung) ist lange nichts mehr wert. Es geht ausschliesslich um Shareholder-Value. Wenn der Kunstgriff „Wir haben einen Arbeitsplatz angeboten“ gegen Abfindung hilft, dann ist das Gewissen auch gereinigt und man kommt in den Himmel.

    Geld genug die Produktion in Tunesien (inkl. Erschliessung etc..) scheint ja vorhanden.

  5. @Reifen. Danke, also was spricht dagegen von
    hirnrissigen Abfindungsgesetzen zu sprechen? Wie kann es richtig sein, wenn man die Leute jahrelang beschätigt hat, sie dann entlässt und dann noch Abfindungen bezahlen muß? Wurde während der Anstellung nicht gezahlt?
    Wenn das ok ist warum dann nicht folgendes. Auch wenn ein Mieter auszieht muß er noch 6-12 Monate Miete bezahlen auch wenn er „nur“ 3 Monate Kündigungsfrist hat.
    Gleiches „Problem“ aber was wäre das für ein Aufschrei.

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