Gott und ich sind schadenfroh

Es gibt Momente/Situationen, da glaube ich an eine Form von tieferer Gerechtigkeit und genau SO eine Situation erlebte ich heute.

Auf dem Weg nach Hause wurde mir von einem Ford Fiasko die Vorfahrt genommen. Das ist bei feuchter Fahrbahn für Mopedfahrer eher unangenehm, weil man sich schnell mal aufs Fressbrett legen kann. Aber ich hatte Glück, ich konnte harsch abbremsen OHNE die Gewalt über den Hühnermörder zu verlieren. An der nächsten Ampel wies ich die Dame am Steuer des Fiaskos freundlich aber bestimmt darauf hin (NEIN, ich habe nicht gepöbelt, war auch nicht agressiv), dass es für Zweiradfahrer wesentlich unangenehmer ist, bei nasser Fahrbahn stark bremsen zu müssen, als für Autofahrer und dass sie bitte etwas mehr Rücksicht nehmen möge.

Damit könnte die Geschichte zuende sein, sie häte dann aber nichts mit der Überschrift zu tun, denn: Der Fiasko fuhr von Winterhude bis zum Heidenkampsweg stehts direkt vor mir. Kurz vor den Elbbrücken – wir stehen an einer roten Ampel – bleibt der Fiasko bei Grün einfach stumpf stehen. Alle Lichter gehen aus, es dauert eine Weile und die Dame steigt aus um mich zu fragen, ob ich ihr kurz helfen könne, den Wagen an die Seite zu schieben, er würde keinen Mucks mehr machen.

Tja, und weil ich eben nicht nachtragend bin, schon ich das Vehikel kurz auf den gehweg, winkte freundlich und fuhr davon.

Merke: Ärgere keine Zweiradfahrer – die haben einen direkten Draht nach oben und rächen sich – die müssen gar nix tun….

Die Kleinen abziehen..

Das ist es, was die Kunst ausmacht: Das Geld da holen, wo es am einfachsten ist. Diese Theorie schaun wir uns mal bei den Müllgebühren an, speziell in Hamburg.

Ich will die Hamburger Müllgebühren (wie sie der Spiegel veröffentlichte), gar nicht im bundesweiten vergleich interpretieren, dafür ist die regionale Kostenstruktur zu unterschiedlich. Aber in meiner – sicher sehr kurzsichtigen – Logik, sollten die prozentualen, regionalen Kostenunterschiede unabhängig von der Müllmenge sein. Wenn die Entsorgung eines Kilos Müll in Hamburg 20% mehr kostet als in Chemnitz, dann gilt dies sowohl für eine 60Liter-Tonne, als auch für einen 1100Liter Container. Aber so ist das nicht, denn in Hamburg ist der Müll – prozentual zu anderen Regionen – günstiger, wenn man mehr Müll fabriziert.

Der Hintergrund ist klar: Wer VIEL Müll produziert, kommt am ehesten auf die Idee einen alterniven Müllentsorger zu beauftragen, bei dem rechnet es sich. Der Privathaushalt ist da schon eher den „Amtlichen“ ausgeliefert.

Ursachenforschung

Die amerikanische Wirtschaft hat ein Problem. OK, sicherlich hat sie mehrere Probleme, aber derzeit ein ganz massives: Der massive Wertverlust der Investmentbanken. Heute schreibt der Spiegel, dass die amerikanische Justiz Ermittlungen aufgenommen hat, um die bösen Hintermänner zu ermitteln und festzunehmen.

Unbenommen ist, dass es bei den Deppen, die keinen gescheiten Beruf gelernt haben und Investoren werden mussten, einige gibt, die selbst in einer Rezession noch Millionen scheffeln können. DAS ist eine Folge der Mechanismen, die sich im Aktionen und Optionsmarkt etabliert haben. Wenn es erlaubt ist, sich an dem Untergang eines Unternehmens zu bereichern, so wird es IMMER Menschen geben, die genau das tun.

Ich stelle mir die Frage, ob so eine Suche nach dem Schuldigen eventuell auch forciert sein könnte, um vom Ausmass des Debakels abzulenken. Denn so könnte man vortrefflich die Jagd eröffnen ohne politische Probleme als Ursache zu ermitteln. DANN wäre auch die Finanzspritze für Fanny Mai und Konsorten in einem anderen Licht. Was das Ablenken und das Werfen von Nebenkerzen angeht, damit haben die Amis ja so einige Erfahrung.