Alle meine Bömblein

In Bezug auf Streubomben gibt es zwei Fraktionen: Diejenigen Länder, welche diese ablehnen und ächten, sowie die Herstellerländer (da stehen bestimmt nicht nur wirtschaftliche Interessen hinter, nein!). Nun ordnet das Pentagon – laut Spiegel – eine höhere Detonationsrate an. Anstelle von 60% bis 90% Sprenggarantie soll eine Detonationsrate von 99% erreicht werden. Aber dieses bitte erst nach 2018, wenn die derzeit in den Lagern befindlichen Streubomben auf dem „Feld der Ehre“ entsorgt wurde.

Für Afghanistan wurden der UN bis Anfang Januar 2002 von den Streitkräften der Allianz 1210 Einheiten Streumunition gemeldet, die bestückt mit 244.420 Bomblets gegen 78 von insgesamt 103 Zielorten eingesetzt wurden. (Quelle Wikipedia)

Rechnet man mit einer Detonationsrate von 80% (was legitim erscheint), liegen in Afghanistan 48.884 nicht detonierte Bomblets rum! Dies können 48.884 abgesprengte Kinderhände sein.

Dann fangen wir gleich, später, irgendwann, nie mal an

Der Spiegel berichtet über den G8 Gipfel und die weitreichenden (im wahrsten  Sinne des Wortes!) Entscheidungen, die dort getroffen wurde:

„Wir wollen mit allen Parteien in der UNFCC (Uno-Klimarahmenkonvention) die Vision teilen, (…), das Ziel einer Reduzierung der CO2-Emissionen um mindestens 50 Prozent bis 2050 zu erreichen.“

Na toll! Bis 2050! Und was passiert bis dahin? Bis dahin werden sich weiterhin die weltweit agierenden Konzerne die Rosinenstandorte herauspicken und dort produzieren, wo die Umweltzertörung steuerlich begünstigt ist, weil ja Arbeitsplätze geschaffen werden. Natürlich nur um der Menschheit (aka Aktionäre) etwas Gutes zu tun.

Es wird debatiert, Kaffee (Sake?) getrunken und man lässt sich vom Wahl-Volk feiern, da man (unwirksame) Entscheidungen getroffen hat.

Segen des Oligopols

Was kaum einer weiss: Ich habe früher einmal in der EDV-Distribution gearbeitet – fieses Geschäft: Vor knapp 20 Jahren konnte man in dem Bereich noch Geld verdienen, mittlerweile wird mit (Verkaufs!)Margen von 2% gearbeitetm, wenn man Produkte nicht nur einfach durchreicht und auf Boni des herstellers setzt (Zielerreichung, Werbekostenzuschüsse etc.). Das Problem in dem Bereich EDV-Distribution ist offensichtlich, dass es keinen Regulierer gibt, wie bei der Energiewirtschaft:

Dank der Bundesnetzagentur dürfen die Übertragungsnetzbetreiber bei neuen Leitungen anstelle von 7,91% nun 9,29% (vor Steuern) verdienen. Bei Altleitungen sind es immerhin noch 7,56% statt 6,5%. Das sind Mehreinnahmen 270 bis 300 Millionen Euro pro Jahr.
Der Hintergrund der „Erlaubnis mehr Geld zu verdienen“ is, dass die Energieversorger/Übertragungsnetzbetreiber dringenst zum einen ihr marodes Netz moderniesieren müssen, was sicherlich urplötzlich als erforderlich auftaucht. Die letzten Jahre hat man das Geld lieber den Vorständern und Aktionären (wem gehörten die Energieversorger nochmal?) in den feisten Popo gesteckt, als die Basis des eigenen Geschäfts am laufen zu halten. Ausserdem müssen die Übertragungsnetzbetreiber Leitungen in Nord-Süd Richtung ausbauen um den Strom der Windkraftanlagen ins bayrische Hinterland zu tragen.

Tolles Gefühl ein Mono- oder Oligopol zu haben. Man stelle sich vor, ein Bauern würden nicht regelmässig sein technisches Gerät erneuern (als normale Betriebskosten – Rücklagen etc) um dann zu erklären „Alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden mal eben teurer, ich brauche einen neuen Trecker“. Aber die Herren der Energiewirtschaft werden gepampert und ihre unternehmerischen Fehlentscheidungen der Vergangenheit mal eben per Bundesnetzagentur geradegebogen. Und wer zahlt es? Na klar: Menschen wie du und ich, die Verbraucher.