Der Hit für Studierende: Wirtschaftswissenschaften in Witten-Herdecke

Ja, in Sachen Wirtschaft ist die Privatuni Witten-Herdecke ganz weit vorn. Stimmt nicht? DOCH!

Den Webseiten des WDR kann man entnehmen:

Deutschlands älteste Privatuniversität muss auf 4,5 Millionen Euro Fördergelder vom Land Nordrhein-Westfalen verzichten. Damit drohen der bereits seit Jahren unterfinanzierten Hochschule ernsthafte Schwierigkeiten.

Die finanzielle Lage der Uni werde sich durch den Förderstopp weiter verschlechtern, ist NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) überzeugt. Die Hochschule sei nicht in der Lage gewesen, eine ordnungsgemäße Geschäftsführung nachzuweisen, begründete das Ministerium die Entscheidung, in Zukunft kein Geld mehr zur Verfügung zu stellen.

(Hervorhebung von mir). Keine ordnungsgemäße Geschäftsführung? Aber dem Wirtschaftsnachwuchs beibringen, wie man Geschäfte leitet?

Naja, wenn ich mir unsere – in weiten Teilen – desolate Wirtschaft anschaue, wunderts mich nicht.

Wer verliert und wer zahlt die Zeche?

IMMER die Kleinen. Zwar kann man dem Spiegel entnehmen, dass

Die Talfahrt an den Börsen hat Deutschlands Superreiche hart getroffen. Laut einem Magazinbericht mussten 20 der wohlhabendsten Familien 2008 zusammen Einbußen von über 39 Milliarden Euro hinnehme

aber, es gibt auch noch eine andere Clientel, die der Kleinanleger. Und zu diesen schreibt der selbe Artikel:

Noch stärker als die deutsche Geldelite litten laut „Capital“ jedoch die Kleinanleger unter den Börsenabstürzen, die eher in Dax-Werte zu investieren pflegten. Während die Werte des Dax im ersten Halbjahr 2008 bereits 21 Prozent nachgaben, zeigten die Depots der vermögenden Kundschaft bei der Schweizer Bank Julius Bär nur ein Minus von zehn Prozent durch Börsen- und Währungsverluste.

Na, da hat die deutsche „Geldelite“ aber Glück gehabt. Nehmt denen sofort die Taschentücher weg, oder bespüht sie mit 2-Chlorbenzyliden-malonsäuredinitril damit sie einen Grund zum flennen haben.

Vollbeschäftigung dank Bundessozialgericht

Dank des Urteils des Bundessozialgerichts, können wir nun wieder auf Vollbeschäftigung hoffen. Denn für €1,50 werden gewiss diverse Firmen wieder Arbeitskräfte – zeitlich beschränkt auf 9 Monate – einstellen. Das die FTD schreibt zu dem Fall:

In der zweiten Instanz war er dagegen erfolgreich. Die Richter waren der Auffassung, dass Ein-Euro-Jobs, die zeitlich einer Vollbeschäftigung nahekommen, eine Konkurrenz zum regulären Arbeitsmarkt seien.

Aber jetzt kommt es Dicke, denn nun kommt das Bundessozialgericht als letzte Instanz:

Dem folgten die Kasseler Richter nicht. Eine Konkurrenz könnte sich nur aus der Art, nicht aus der Zeit einer Beschäftigung ergeben.

Also macht es die Art der Beschäftigung aus.

*räusper* Wie geniegte Leser meines Blogs wissen, war ich selbst Hartz-IV Empfänger, inklusive der Teilnahme an dem Segen Ein-Euro-Job. Ich war als „EDV-Leiter“ eingesetzt (Aussage auch des Arbeitszeugnisses!) Was waren meine Tätigkeiten? (Auszug aus dem Arbeitszeugnis):

  • Koordination der in der IT eingesetzten MitarbeiterInnen
  • Fachanleitung der eingesetzten IT-Mitarbeiter
  • Führen und Kontrolle der Zeitabrechnungen

Desweiteren:

  • Technische und rechtliche Betreuung der WM-Übertragungen in unserem Hause. (Hervorhebung von mir)
  • und noch diverses mehr

Wo zum Henker unterscheiden sich obige Tätigkeiten eines 1-Euro Jobbers von denen eines festangestellten Person? Ich war Teamleiter! Nicht nur auf dem Papier, sondern habe für 9 Monate diese Stelle – inklusive der Verantwortung – mit Leben gefüllt. Der einzige Unterschied zwischen mir und den festangestellten Mitarbeitern des Unternehmens war, dass ich VIEL weniger Geld erhielt und nach 7 Monaten meine Ablösung einarbeitete. Aber ich hatte Glück, denn ich habe mich erfolglreich dagegen gewehrt ausserhalb des Unternehmens auch noch externe Arbeitsplätze zu verbrennen: Ich sollte in hamburger Schulen die EDV reorganisieren, denn die Schulbehörde hat ja kein Geld und „es ist doch für einen guten Zweck“. DA war für mich der Punkt erreicht, der Betriebsleiterin zu erklären, dass ich DIESE Tätigkeit nicht übernehmen werde, da hiermit externe Dienstleister um ihren Job gebracht werden, die dann auch nach ein paar Monaten Hartz-IV beziehen würden. Aber wahrscheinlich hat das dann ein anderer Hartz-IVer gemacht. 🙁

Das Bundessozialgericht öffnet mit der Definition „Eine Konkurrenz könnte sich nur aus der Art, nicht aus der Zeit einer Beschäftigung ergeben“ dem Missbrauch von Ein-Euro Jobs weiter Tür und Tor, denn schon jetzt werden zu viele „reguläre“ Tätigkeiten von Hartz-IV Empfängern geleistet.