Wer braucht die NSA und Echolon, wenn es Google gibt?

Google, der Datenkrake aus den USA wird nun – nachdem sie wissen nach was wir im Internet suchen (Suchmaschine) und mit wem wir Mails welchen Inhaltes austauschen (Googlemail) – auch wissen mit wem wir SMS verschicken und telefonieren, sowie die Inhalte scanbar machen.

Nun will Google ganz groß in einen zweiten wichtigen Kommunikationsbereich einsteigen: Die Sprachtelefonie. Wie das Unternehmen am Freitag ankündigte, soll in den nächsten Tagen mit Google Voice ein neuer Dienst gestartet werden, der alle Telefonnummern des Nutzers vereinheitlicht und auf eine zentrale Oberfläche holt. Gleichzeitig integriert das Angebot einen digitalen Anrufbeantworter sowie die Möglichkeit, Kurznachrichten zu erhalten und zu verschicken. All diese Informationen sollen auf einer einzigen Website zusammenlaufen und können durchsucht werden – Sprachbotschaften in englischer Sprache kann Google Voice sogar in Text umsetzen sowie ein Gespräch auf Knopfdruck aufzeichnen, so dass man es später im Web abhören kann. (Quelle TAZ)

Na prima. Wer braucht dann noch NSA, Echolon und Schäuble? Eine Aktiengesellschaft übernimmt die freiwillige Totalüberwachung der Weltbevölkerung.

Der Vater des Shareholdervalue widerruft

Na, da kann ich mir doch das Schmunzeln nicht verkeifen. Ausgerechnet Jack Welch, der einer der Väter des Konzeptes „Shareholdervalue als Motivation des Managments“ gilt, erklärt laut Spiegel:

„Genau betrachtet ist Shareholder-Value die blödeste Idee der Welt“

Nun sagt er der Zeitung: „Shareholder-Value ist ein Ergebnis, keine Strategie, die wichtigsten Interessensgruppen sind die eigenen Mitarbeiter, die eigenen Kunden und die eigenen Produkte.“ Es sei falsch, dass Manager und Investoren den stetigen Ergebnisanstieg und ständige Aktienkurssteigerungen als überragendes Ziel festsetzten.

Hach ist das schön. Seit dem – Ende der 80er Jahre – der Shareholdervalue nicht nur eine Idee, sondern die Antriebskraft der meisten Managmententscheidungen war (Wie kriegen wie den Aktienwert hoch), habe ich diesen Weg als falsch kritisiert. Die Shareholder werden nur gebraucht um Geld in das Unternehmen zu pumpen. Danach sollte man sie geflissentlich ignorieren. Denn die Interessen der Aktionäre müssen zwangsläufig konträr zur der Nachhaltigkeit der Unternehmensentscheidungen laufen. Geradezu pervers ist es doch, wenn JEDE Entlassungswelle gleichzeitig einen Anstieg des Aktienkurses nach sich zieht. OK, Gehälter sind die härtesten Kosten für jedes Unternehmen, aber man muss davon ausgehen, dass Mitarbeiter auch gleichzeitig ein massives Investitionsgut für jedes Unternehmen sind. Auch stets neue Produkte (jetzt NOCH besser) ohne Innovation, befriedigen nur sehr kurzfristig die Märkte.

Und dann noch all die Moden innerhalb der Shareholderbefriedigung: Erst war es DAS Mittel der Wahl sich auf seine Kernbereiche zu konzentrieren. Als dann – gut laufende – Abteilungen verkauft waren (schönes Beispiel ist z.B. Lucent Technologie – jetzt Alcatel Lucent), stellte man fest, dass es im Kernbereich kneift und man Probleme hatte. Die verkauften Bereiche machten aber in dieser Phase Gewinn. Aktionäre die beide Aktien hielten, kamen mit +/- Null aus solchen Phasen raus, das Unternehmen verlor aber nachhaltig an Substanz. Am Ende verlieren alle – bis auf die Aktionäre…. Aber sollte nicht das Unternehmen im Mittelpunkt der Wirtschaft stehen?

Tja Jack. besser eine späte Erkenntnis als gar keine. Aber wieso bekommen diese Scharlatane im Anzug so unglaublich viel Geld? Welch soll 900Millionen US$ Privatvermögen erarbeitet haben, währenddessen ich in einer Mietwohnung lebe. Aber egal, dafür habe ich die besten Kinder und die allerbeste Frau von allen. (Kishon lügt!)

Das Strafmass ist egal – Hauptsache ist das Urteil

Das ist das Ergebis einer Studie die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Auftrag gegeben hatte. In der Welt kann man lesen:

Die Entwicklung weg von Haftstrafen und hin zu Geld- und Bewährungsstrafen habe nicht zu einem Anstieg der Kriminalität geführt. „Die Verurteilung ist der entscheidende Schlüssel“, heißt es in der DIW-Studie. Der Trend weg von Haftstrafen erspare dem Staat zugleich die hohen sozialen Kosten, die mit Haftstrafen verbunden seien. Zudem führten Haftstrafen zu sozialer Ausgrenzung und einem Anwachsen des kriminellen Kapitals in den Haftanstalten.

„Die Politik einer immer größeren Zahl von Verfahrenseinstellungen gehört dringend auf den Prüfstand“, forderte Spengler. Damit werde offenbar das Gegenteil dessen erreicht, was ursprünglich beabsichtigt gewesen sei, nämlich mehr und nicht weniger Straftaten.

Das deckt sich mit meiner Erfahrung aus der Kindererziehung. Wenn ich – als „Be/Verurteiler“ dem Täter verspreche gewisse Verhaltensweisen zu sanktionieren, muss ich dieses Versprechen auch einhalten. Ansonsten lernt der Täter „es passiert ja eh nichts“.

Auch glaube ich, dass die Erfahrung, vor einem Richter zu stehen, deutlich disziplinierender ist, als ein einfacher Schriftwechsel mit Ermittlungsbehörden und Rechtsanwälten. Es ist auch die Performance, die beeindrucken kann.