Staatliche unterbezahlte Schlägertrupps in Deutschland?

An großen Läden und an manchen Schulen gibt es sie schon längst: Private Sicherheitskräfte. Sie sollen Diebstählen oder Prügeleien vorbeugen. Demnächst könnten solche Dienste nach einer Idee aus der CDU auch in den Straßen problematischer Stadtviertel unterwegs sein.

Quelle: Spiegel. Das Gewaltmonopol liegt wo? Genau: Beim Staat. Dieses sollte auch nur in absoluten Notfällen übertragen werden – am besten gar nicht.

Allein folgende Argumentation der intellektuell bemerkenswert ausgestatteten Politiker lässt mich schallend lachen – oder alternativ heulen:

„durch ihre ständige Präsenz können sie rasch zu respektierten und geschätzten Ansprechpartnern im Kiez für die kleineren und größeren Probleme werden.“

„Respektierte und geschätzte Ansprechpartner“? Mal im ernst, wickeln die ihre Einkäufe nur über Onlinedienste ab? Wer kennt sie nicht, diese – typischerweise schwarz gekleideten – Gestalten, die aussehen, als würde ihr Vorstrafenregister auf einer Rolle Toilettenpapier geliefert. Ich will nicht erklären, dass alle Angestellten von Sicherheitsunternehmen derart vertrauenslabil auftreten, aber es ist ein erklecklicher Prozentsatz. Wer durch die bundesdeutschen Einkaufszentren wandelt kann sie dort sehen. Bei manchen Sicherheitsleuten ist man froh, dass man mit ihnen nicht allein im Raum sein muss.

Der Hintergrund dieses Aktionismus liegt aber auch auf der Hand: Kosten drücken. Ein ausgebildeter Polizist kostet Geld. Er wird nach Tarifvertrag bezahlt. Der Angestellte eines Sicherheitsunternehmens ist im Zweifelsfall ein Hartz-IV Aufstocker.

Ich verdiene damit etwa 270 Euro. Das Schlimme ist, dass die Festangestellten auch nicht mehr verdienen. Die reißen mehr als 200 Stunden runter, damit sie 900 Euro rausbekommen.

Oliver Arning, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen: „4,76 Euro ist der niedrigste Tariflohn, den wir haben. Es ist ein Lohn, der es schwer macht, davon eine Familie zu ernähren. Die Frage ist: Ist der Kunde bereit, mehr für Sicherheit zu zahlen?“

Quelle Süddeutsche. Und die sozial minderbemittelten CDU-Spacken stellen sich dann hin und erklären stolz: „Durch den Einsatz privater Dienstleister konnten die Kosten massiv gesenkt werden. Wir sind stolz dass alle Mitarbeiter den Tariflohn bezahlt bekommen“.

4 Gedanken zu „Staatliche unterbezahlte Schlägertrupps in Deutschland?

  1. Mancherorts ordnet man ja günstige „Security“ im allgemeinen Sinne schon dem wohl so genannten „Türsteher-Milieu“ zu. Eventuell ergibt sich so für diverse Vereinigungen (Hells Angels und Konsorten) die Möglichkeit, auf ganz sanfte Weise und mit staatlich unterstützenden Mitteln, die Hoheit über die „Problemviertel“ zu übernehmen.

    Diese bei einem vermutlichen Zwangsbrainstorming entstehenden Ideen werden immer merkwürdiger.

  2. Vielleicht sollte die Politik den Bankstern noch schneller – Warum nicht per Dauerauftrag, denke ich gerade, guten Ideen stets aufgeschlossen gegenüberstehend – unser aller Geld hinten reinschieben, damit die Verarmung der gesamten Gesellschaft auf Kosten einiger weniger Asozialer noch schneller geht.

    Denn dann kommt da richtig Zug rein, private Wach-, Schläger-, Schutzgeldtrupps nicht nur für ganze Stadtviertel sondern auch für Straßen, -abschnitte, Häuser, Etagen, Wohnungen.

    Und ruckzuck, hey, haben wir Verhältnisse wie Neapel! Fehlt nur noch der Müll auf den Straßen und eine Pizza mit echtem Büffelmozarella, statt billigem Aldi-Käse.

    Man könnte annehmen, das alles sei von „Kreisen“ wie dem der verkommenen Politverbrecher so beabsichtigt. Darauf kannst du getrost wetten!

  3. Wenn die Leute so „überragend“ verdienen, ist die Vermutung gestattet das die Sicherheit exorbitant zu erhöhen ist (persönlich) für einige die etwas „schmieren.“ Aber der Staat will sein Gewaltmonopol ja nur gegen seine Bürger ausüben, ausgenommen davon sind höhere Beamte und Delebets….

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