Polizeibeamte werfen Steine und versuchen Gefangene zu befreien

Wenn Teilnehmer eine Demonstration durch Polizeigewalt verletzt werden, so haben sie sich dies stets selbst zuzuschreiben. Entweder versuchten Sie – so wird meist behauptet – Gefangene zu befreien, oder sie griffen Polizeibeamte tätlich an.

Was also wird hinter folgender Meldung Pressemitteilung der Polizei Berlin verbergen:

Zwei Angehörige einer Einsatzhundertschaft der Berliner Polizei haben heute Strafanzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt gegen Angehörige einer anderen Einsatzhundertschaft erstattet. Nach derzeitigem Erkenntnisstand wurden sie am Abend des 1. Mai gegen 22 Uhr 45 in bürgerlicher Kleidung im Bereich des Kottbusser Tores eingesetzt, als sie plötzlich von Pfefferspray getroffen und durch Faustschläge im Gesicht verletzt wurden.
Die beiden Polizisten traten anschließend aufgrund von Augenreizungen und Prellungen vom Dienst ab.
In diesem Zusammenhang sollen weitere sechs Polizeibeamte durch Reizgaseinwirkungen verletzt worden sein. Das Strafermittlungsverfahren wird durch die zuständige Fachdienststelle des Landeskriminalamtes mit Priorität bearbeitet.

Tja, wer sich in „bürgerlicher Kleidung“ auf der Strasse rumtreibt, muss sich halt ein paar Schläge gefallen lassen. Wem das nicht passt, der soll halt Zuhause bleiben.

Darf ich mal ein wenig rumspinnen? Wie viele Hundertschaften mag es in Berlin geben? Lesen hier Berliner mit? Sind es 10 Hundertschaften? Sorry, aber die müssen sich doch – zumindest ansatzweise vom Sehen her kennen. Und ausgerechnet die Berliner Einsatzpolizisten sind – zumindest mir – dafür bekannt, keine „Kinder von Traurigkeit“ zu sein. Kann es sein, dass da mehr hinter steht, als es auf dem ersten Blick scheint?

Ich hoffe, ich bekomme mit, wie die Sache ausgeht.

3 Gedanken zu „Polizeibeamte werfen Steine und versuchen Gefangene zu befreien

  1. Ja, es liest mindestens ein Berliner mit, ich nämlich. Die Berliner Bereitschaftspolizei (und um die handelt es sich wahrscheinlich) hat zwei Abteilungen mit je vier Hundertschaften. Gut möglich, daß sich die Beamten der beiden Abteilungen (warum gibt es zwei — keine Ahnung) gegenseitig eher nicht kennen.

  2. Soweit ich weiß, kennen sich da längst nicht alle, schon, weil es üblich ist, für den ordinären Knüppeldienst Einheiten aus anderen (Bundes-)*ländern anzufordern. (Auch, so wird gemunkelt, weil so das Risiko sinkt, daß die sich weigern, ihre „eigenen Nachbarn“ zu verhauen.)

    *Daß man inzwischen brav auch die europäische Zusammenarbeit übt, ist uns ja nicht neu.

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