Ein Jurist muss erkennen: Ein bisschen schwanger geht nicht

Manche gesetzliche Grundlagen sind exakt formuliert. So ist bei Geschwindigkeitsübertretungen von nur einem Stundenkilometer bereits ein Vergehen definiert. Dies ist etwas, das man anerkennen sollte.

Udo Vetter vom Lawblog tut das nicht so, denn weil er „nur“ 6 km/h zu schnell fuhr, definiert er:

Das Geld ist mir ziemlich egal. Aber nicht der Eindruck, die so eine, ich sage es mal offen, kleinkarierte Verfolgungsmentalität bei mir hinterlässt.

Man könnte den ganzen Fall sportlich sehen und es mit einem „OK, ham sie mich erwischt, ich Depp“, oder „Ok, ich bezahle für die Dummheit nicht aufgepasst zu haben“.

Wer diesen Vorfall als kleinkariert bezeichnet muss sich fragen lassen: Wo hört kleinkariert auf? Bei +5km/h +10km/h +11km/h +12km/h +13km/h? Und wenn +12km/h noch Kavaliersdelikt ist, warum dann nicht +13km/h?

Schade, dass ein Mann (auch noch Jurist) mit so vielen Followern ein so schlechtes Beispiel abgibt. Ich bin ein wenig enttäuscht.

4 Gedanken zu „Ein Jurist muss erkennen: Ein bisschen schwanger geht nicht

  1. Es geht ja nicht um die Straf an sich sondern darum, dass es absolut unnötig ist an der Stelle zu blitzen UND dann auch noch solch eine enge Tolleranz einzustellen. Aber ich bin mir sicher, dass an der Stelle irgend ein Unfallschwerpunkt ist der das ganze rechtfertig…

  2. Tja, manchmal nimmt er es selbst nicht so ganz genau mit dem Gesetz. Und dann frage ich mich auch immer wieder, wo er die Grenze zieht. Die scheinen bei ihm hin und wieder in ziemlich viele Graustufen zu verwischen…

  3. Es ist nunmal eine Tatsache das mit den Blitzern reine Abzocke betrieben wird, wenn ich auf der Autobahn(!!!) auf der ohne Baustelle oder sonstiges 60 ist geblitzt werde rege ich mich auch auf. Nur fehlen mir leider die Mittel und Nerven mich zu wehren 😉
    Allgemein etwas mehr Toleranz von der Polizei (allgemein)und etwas weniger Paragraphenreiterei wäre mir lieber. Als Kind habe ich gelernt „Polizei dein Freund und Helfer“ selbst ein ehemaliger Polizeioberkommisar meinte, dass dieser Satz heute nicht mehr anwendbar ist, die Polizei ist nicht mehr so bürgernah wie früher.

    • Jau, so manche Polizisten sind deutlich „distanzierter“ als früher. Heute würde niemand auf die Idee kommen einen Polizisten Schutzmann zu nennen. 🙂

      Ich gebe zu: Früher habe ich mich auch über solche Blitzer aufgeregt. Nur sind all meine Partnerinnen eher darauf aus, dass ich nicht so schnell fahre und mich an Geschwindigkeitsbegrenzungen halte, dass mit Blitzer echt am Popo vorbei gehen. Ich fahre eh (fast) immer nicht schneller als erlaubt.

      Exkurs zum Thema Geschwindigkeit. Geschwindigkeitsmesser (Tacho) dürfen NIEMALS eine zu niedrige Geschwindigkeit anzeigen, sehr wohl aber eine um 10% (+4km/h) zu hohe Geschwindigkeit.
      Wer einen PKW und ein GPS (im Telefon?) hat, kann sich ja mal den Spass machen die beiden Angaben zu vergleichen. Der (gefühlte) 100 Jahre alte Golf den ich derzeit zur Verfügung habe nutzt die 10% gnadenlos aus. Wenn der Tacho 80 anzeigt, sagt das GPS gerade mal 70.

      Auch darf man nicht vergessen, dass die Messtoleranz vom Prüf/Blitz-Gerät gleich abgezogen wird. Wer also in einer 60er-Zone mit +6 KM/h geblitzt wird, hatte auf dem Tacho wahrscheinlich um die 80 stehen.

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