Die Bewährungsstrafe von Winnenden

Ich habe noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich den Balla-Balla-vulgaris (den gemeinen Sportschützen) für latent-potentiell mitschuldig an bewaffneten Amokläufen halte. Es sind nicht die „Killer“spiele, die allen Tätern gemein sind, es ist die Waffe die leicht zu beschaffen war.

Das Landgericht Stuttgart hat nun heute den Vater des „Amokläufers von Winnenden“ schuldig gesprochen.

Nach Meinung der Richter hat sich der Vater der 15-fachen fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung in 14 Fällen schuldig gemacht.

Quelle SWR. Eine Meinung, der ich mich vorbehaltlos anschliesse. Der Besitz einer Waffe impliziert eine sehr weitgehende Verantwortung. Waffen sind keine Spielzeuge und ich selbst reagiere (trotz oder wegen einer Ausbildung an vielen Handfeuerwaffen) äusserst allergisch auf Waffen in meiner Nähe.

Was ich aber keineswegs verstehe ist das Strafmass:

Das Landgericht Stuttgart hat den Vater des Amokläufers von Winnenden und Wendlingen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Dieses Strafmass werte ich als erhobenen Zeigefinger, aber nicht als Strafe die das begangene Vergehen gerecht bestraft.

Erklärung: Eine Bewährungsstrafe hat typischerweise den Sinn den Täter eine letzte Warnung zukommen zu lassen. „Mache dies nie wieder, sonst wird die Gesellschaft dich strafen“. Bewährungsstrafen machen Sinn. Viele jugendliche Kleinkriminelle könnten – bei rechtzeitiger, zeitnaher Bestrafung (Schuss vor den Bug) – vielleicht von Wiederholungstaten abgehalten werden. Wie hoch aber mag die Gefahr sein, dass sich ein Waffenbesitzer durch sein Fehlverhalten nochmals einer fahrlässigen Tötung oder fahrlässigen Körperverletzung schuldig macht?

Wäre ich Waffenbesitzer, was würde ich aus diesem Strafmass lernen? Wäre ich gesellschaftlich motiviert stets den Verschlusszustand meiner Waffen zu kontrollieren? Wäre eine Bewährungsstrafe Grund genug Nachts aufzustehen und nochmal am Schloss des Schrankes zu rütteln – nur um sicher zu sein ?

Der Tod des eigenen Sohne wiegt schwer – ist ein Verlust der mir als Vater ganz sicher schlaflose Nächte und Schuldgefühle bescheren würde. Aber es geht nicht um den eigenen Sohn – der ist in diesem Fall (so hart es klingen mag) Kollateralschaden. Es geht um die Opfer, die Angehörigen der Opfer und an all die traumatisierten Schüler, die diesen Amoklauf zwar unverletzt überlebten, aber dennoch sicher unter der Tat litten.

Was bringt mich zu solch harten Worten gegen den Vater:

Nach Überzeugung des Landgerichts hat der Vater von den Tötungsfantasien seines Sohnes gewusst. Im April 2008 und damit knapp ein Jahr vor dem Massaker seien die Eltern von den Ärzten der psychiatrischen Klinik in Weinsberg darüber informiert worden. Dort hatte Tim K. bei einem therapeutischen Gespräch gesagt, er habe einen Hass auf die ganze Welt und stelle sich vor, die ganze Menschheit umzubringen.

Der jetzt verurteilte Vater habe seinen Sohn sogar nach dem ersten Therapiegespräch zum Schießtraining in den Schützenverein mitgenommen. Der Angeklagte habe nicht nur die spätere Tatwaffe ungesichert in einem Schlafzimmerschrank aufbewahrt. Er habe auch größere Mengen Munition im ganze Haus verteilt herumliegen lassen. Dadurch sei es Tim K. leicht möglich gewesen, über längere Zeit die große Zahl an Patronen anzusammeln, die er beim Amoklauf am 11. März 2009 dabei hatte: 285 Schuss Munition.

Sollte all dies den Tatsachen entsprechen, hat sich der Vater schlicht unverantwortlich verhalten. Unverantwortlich was die Erziehung seines Sohne angeht und unverantwortlich, was den Umgang mit den Waffen und der Munition angeht. Ist der Umgang mit den Waffen – im Bewusstsein um die Phantasien seines Sohne nicht sogar grob fahrlässig?

Wenn die Verteidiger anbringen:

Die Verteidiger plädierten hingegen dafür, von einer Strafe ganz abzusehen. Das Leben des Angeklagten sei zerstört. Auch er habe seinen Sohn verloren. Die Familie habe wegziehen müssen, lebe an einem geheimen Ort und sei vom wirtschaftlichen Ruin bedroht. Sie sei seit dem Amoklauf sozial isoliert und müsse mit einer neuen Identität leben.

Muss ich feststellen: Selbst Schuld. Der Vater hätte (wahrscheinlich als Einziger) die Möglichkeit gehabt, die Tat zu verhindern. Er hat unverantwortlich gehandelt und die von den Verteidiger vorgebrachten Argumente sind – in meinen Augen – lächerlich. Das ist als wenn ein Mörder auf Freispruch plädiert, weil er bei der Flucht aus einem fahrenden Bus gesprungen ist und sich verletzte. Ursache->Wirkung.

Ja, manchmal bin ich hartherzig.

14 Gedanken zu „Die Bewährungsstrafe von Winnenden

  1. Das sehe ich ganz genau so wie Du. Wenn Du Dir die Kommentare in der Online-Presse anschaust wirst Du sehen, dass wir in der klaren Minderheit sind.

    Erst wenn ein türkischer Sportschütze einen deutschen Politiker erschießt, wird es zu einer Reform des Waffengesetzes kommen.

    Im Übrigen: der Typ, der Gerhard Schröder damals eine Ohrfeige verpasste, hat 4 Monate auf Bewährung bekommen.

  2. Bin ganz deiner Meinung und finde nicht, dass du hartherzig bist. Wer unverantwortlich Waffen zuhause rumliegen hat und dadurch Menschen zu Schaden kommen, muss mit den Konsequenzen rechnen. Punkt. Sowas ist eben, wie du schon sagtest, kein Spielzeug.

  3. Omg das ist nicht dein Ernst oder? Denk mal nach, welche Eltern ziehen die Möglichkeit in Betracht das ihr Kind Amok läuft? Wer rechnet damit? Vielleicht hat er seinen Sohn mitgenommen damit er dort in eine Gemeinschaft kommt (wenn es sein eigenes Hobby ist, naheliegend) und Freunde findet. Schon mal die Möglichkeit in Betracht gezogen das er seinem Sohn helfen wollte? Weisst du wie hilflos Eltern sind wenn sie sehen dem Kind geht es schlecht und sie quasi nichts tun können? Für mich ist was der Vater getan hat ein Versuch seinem Kind zu helfen, im nachhinein betrachtet vielleicht ungeschickt aber ich bin mir 100% sicher das er nicht mit so etwas gerechnet hat. Er hat nicht nur sein Kind verloren, was allein schon ziemlich hart ist, er hat zudem sein Heim seine Arbeit und vermutlich sämtliche Freunde verloren. Als wie ich annehme liebender Vater macht er sich selbst Vorwürfe, nicht nur weil er sich schuldig fühlt am Tod seines Sohnes, sondern auch mitschuldig fühlt am Tod der anderen Schüler.
    Was wollt ihr eigentlich? Das er 5 Jahre ins Gefängnis geht seine Tochter und seine Frau mit den Problemen total allein gelassen werden und er nie wieder Fuss fassen kann?
    Er hat den Fehler gemacht seine Waffe nicht wegzuschliessen, dafür wird er bestraft. Er hat Schwierigkeiten einen neuen Job zu finden und sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen auch ohne eine härtere Strafe. Man muss doch keinem sämtliche Zukunftsaussichten nehmen weil er fahrlässig vergessen hat die Waffe wegzuschliessen? Ich kann auch sehr hart sein wenn ich finde das jemand wirklich fahrlässig gehandelt hat. Aber in diesem Fall bin ich mir ganz sicher das es der hilflose Versuch eines Vaters war seinem Sohn zu helfen und das sich selbst belügen der Eltern wenn es um ihre Kinder geht, dass dazu geführt hat. Das machen alle Eltern und es ist ganz normal. Hätte er die Waffe weggeschlossen wäre der Sohn sicher anders an eine Waffe gekommen.
    Das du Sportschützen für mitschuldig hältst ist ebenfalls Unsinn, sind Internetnutzer mitschuldig wenn Cracker im Netz etwas anstellen? Sind die Provider Schuld weil sie ihnen die Möglichkeit geben ins Netz zu kommen? Was bitte ist das für ein Argument? Alle die den Umgang mit Waffen mögen und ihn als Hobby betreiben sind mitschuld das man an Waffen kommt? Sind alle Kriminellen die an Waffen kommen also Sportschützen oder haben Verwandte Bekannte die Waffen haben? Also sorry aber das kann doch kaum dein Ernst sein!

    • Wer seinen Sohn – der auffällig ist weil er die ganze Welt umbringen möchte – ausgerechnet mit zu einem Schützenverein nimmt, muss doch echt eine Hohlbirne^12 sein, oder?

      Das der Vater seinem Kind helfen will: OK, anerkennt. Aber ich werfe einem Ertrinkenden keinen Stein als Rettungsring zu. DAS ist dann nämlich deutlich zu kurz gedacht.

      In all deinen Ausführungen ist eine sehr wichtige Erkenntnis enthalten:

      das sich selbst belügen der Eltern wenn es um ihre Kinder geht, dass dazu geführt hat.

      Wieviel Prozent der letzten „Amokläufe“ in Deutschland wurden von Personen begangen, die direkten Zugriff zu den genutzten Waffen hatten? Google mal…

      Es sind nicht die Sportschützen die schuld sind, es ist der leichtfertige Umgang der Sportschützen mit ihren Waffen.

      sind Internetnutzer mitschuldig wenn Cracker im Netz etwas anstellen

      Das dieser Vergleich reglos am Boden liegt und nichtmal mehr hinkt, ist auch dir klar. Denn nicht Sportschützen wären in diesem Beispiel nicht die anderen Internetbenutzer sondern die Programmierer, die Clicki-Bunti-Programme schreiben, mittels denen selbst Volldeppen fremde Rechner missbrauchen können. SO wird ein Schuh draus. Denn ein normaler Internetbenutzer stellt dem Täter nicht das Instrument zur Verfügung.

      DIESEN Satz allerdings liebe ich:

      Sind alle Kriminellen die an Waffen kommen also Sportschützen oder haben Verwandte Bekannte die Waffen haben?

      Ja, wer unberechtigt Waffen trägt oder es einer unberechtigten Person ermöglicht eine Waffe zu tragen, ist in meinen Augen auch kriminell.

      Ich frage mich, warum Du in dieser Frage so absolut Pro-Waffenbesitz bist? Du solltest dir UNBEDINGT mal Bowling for Columbine anschauen.

  4. @Tefnut:

    „Alle die den Umgang mit Waffen mögen und ihn als Hobby betreiben sind mitschuld das man an Waffen kommt?“

    Ja, denn wo keine Nachfrage, da kein Markt. Es ginge ein Aufschrei durchs Sportschützenland, wenn es plötzlich verboten wäre. Also wird lobbyiert, damit man auch weiterhin schön legal an Waffen kommt.
    Gut, die Position, dass sämtliche Sportschützen mit Schuld sind halte ich auch für etwas übertrieben, aber solange man scharfe Schusswaffen + Munition zuhause aufbewahren darf, solange wirds solche Verzweiflungstaten geben.
    Und dein Argument, dass der Vater seinem Sohn vielleicht helfen wollte, indem er ihn mit auf die Schießbahn nimmt, obwohl er weiß, dass er gerne anderen was antun möchte hat weniger was mit väterlicher Liebe, sondern mehr was mit Wahnsinn zu tun.

  5. Du siehst Waffen nur als Mordinstrument, ich sehe es als mögliches ungefährliches Hobby, ein Beispiel ist ja auch Paintball. Das sie mißbraucht werden können ist klar(ich kann auch ein Küchenmesser mißbrauchen und damit Amok laufen VERBIETET KÜCHENMESSER!!!). Deine Clicki-Bunti-Programme treffen es auch nicht. Programme die man nehmen kann um seinen Pc auf Sicherheitslücken zu prüfen können auch mißbraucht werden um bei anderen Sicherheitslücken zu finden. Ist es deshalb sinnvoll sie zu verbieten? Und komm mir nun nicht mit „wenn es keine gäbe müsste man seinen Pc nicht absichern weil keine Gefahr da wäre“ das es nicht so ist dürfte dir klar sein.
    Alles kann mißbraucht werden es gibt vieles das entwickelt wurde um den Menschen zu helfen um dann mißbraucht zu werden.

    Ja, wer unberechtigt Waffen trägt oder es einer unberechtigten Person
    ermöglicht eine Waffe zu tragen, ist in meinen Augen auch kriminell.

    Du verdrehst die Bedeutung meines Satzes! Sportschützen haben Waffen legal nicht illegal. Es ist vollkommen klar das jeder der unberechtigt eine Waffe besitzt kriminell ist, das hat aber nichts mit Sportschützen an sich zu tun, sie stellen sich meist nicht hin und verkaufen die Waffen an Leute ohne Schein.
    Nur weil du ein Hobby von Menschen nicht verstehst kannst du dich doch nicht hinstellen mit dem Finger auf sie zeigen und sagen sie sind Schuld am Elend der Welt. Das ist genau das war Frau von der Leyen und co machen. Jeder Sportschütze der dieses Hobby hat kann dieses Hobby gern ausüben. Ja man sollte die Waffe gegen unrechtmäßigen Gebrauch sichern dieses Fehler hat der Vater gemacht da sind wir uns einig. Ich bin aber nicht der Meinung das man wegen ein paar schwarzen Schafen die unvorsichtig mit ihren Waffen umgehen dieses Hobby vollkommen verdammen muss. Der Mann wurde bestraft, er wurde zurecht bestraft, aber das Urteil ist wirklich ausreichend hart. Sein Leben ist ohnehin schon zerstört man muss wirklich nicht noch nachtreten.
    Ich bin nicht für Waffenbesitz an sich (aber auch nicht dagegen), aber ich bin deutlich gegen das verdammen eines Hobbys oder der Aussage „Er ist Schuld am Tod sovieler Menschen er muss 25 Jahre in den Knast“. Für mich ist er nicht Schuld am Tod dieser Menschen er hat die Waffe liegen lassen statt sie wegzusperren, er war den Problemen seines Sohnes gegenüber blind (ganz normaler Elternfehler) damit sind 2 Jahre Bewährung wirklich Strafe genug! Mir wäre viel wichtiger das die Menschen endlich mal aufgeklärt würden über Psychologie, vorallem wenn das Kind Probleme hat. Welche Eltern wissen schon das sie die Fehler ihrer Kinder nicht sehen wollen? Wer weiss wann wirklich die Gefahr besteht das ein Kind Selbstmord begeht oder Amok läuft? Wer kann die Anzeichen erkennen? Ein Exempel statuieren ist mittelalterlich(reicht es als Exempel nicht schon das er alles verloren hat inklusive seines Sohnes?)! Wenn Eltern wissen das sie Kindern gegenüber blind sind, was Anzeichen sein können dann können sie daraus lernen und so etwas vielleicht verhindern. Wenn die Gesellschaft aufhört Kinder fallen zu lassen für sie da ist und mobben nicht mehr zum Alltag gehört, dann kann man so etwas verhindern aber doch nicht durch das Verdammen eines Hobbys.

    • Paintball ist nett – habe ich auch mal gemacht und sehr genossen. Die Möglichkeit einen Menschen zu töten ist allerdings eher minimalst. Im Gegensatz zu Schusswaffen, die ursächlich ausschliesslich dazu entwickelt wurden um zu töten. Bei Messern ist der deutlich überwiegende Anteil in der zivilen Nutzung beheimatet. Auch sollte man trennen zwischen Buttermesser und Klappmesser.

      Programme die man nehmen kann um seinen Pc auf Sicherheitslücken zu prüfen können auch mißbraucht werden um bei anderen Sicherheitslücken zu finden.

      Ich schreib extra von Clicki-Bunti-Programmen. Und ein gewöhnlicher Hornochse wird mit einem Admintool vielleicht herausfinden können, welche Lücken auf der Gegenseite vorhanden sind. Er wird sie aber nicht nutzen können, dafür nutzen die meisten Deppen eben Clicki-Bunti.

      Ja, Sportschützen besitzen diese Waffen legal. Weil sie eine ausgesprochen grosse Lobby haben. Aber allein die Aufbewahrung im Haus ausserhalb besonders gesicherter Behältnisse ist illegal. Und DAS ist es, was ich dem Vater in diesem Fall vorwerfe. Er verkauft die Waffe auch nicht – er lässt sie unentgeldlich liegen, um damit unbefugte Nutzung zu ermöglichen! Würden alle Sportschützen grösste Sorgfalt walten lassen, würden die meisten Amokläufe nicht stattgefunden haben.

      HA!

      Nur weil du ein Hobby von Menschen nicht verstehst kannst du dich doch nicht hinstellen mit dem Finger auf sie zeigen und sagen sie sind Schuld am Elend der Welt

      Hiermit hast Du VOLL verloren, denn ich schiesse gern und schoss auch ziemlich gut. Das grösste war die Schiessbahn mit den Klappscheiben! Und nun? Und weil ich gelernt habe zu töten, habe ich grossen Respekt vor Waffen. Ich habe keine Angst – es ist ausschliesslich Respekt. Und genau dieser respekt fehlt viel zu vielen Waffenbesitzern, für die eine Waffe eher ein geiles Statussymbol oder gar ein Spielzeug ist.

      Ich fordere keine 25 Jahre Haft, dies wäre deutlich überzogen. Aber eine Haftstarfe von 1-2 Jahren halte ich für „unverantwortlichen Umgang mit Waffen und damit verbundener 15-fachen fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung in 14 Fällen“ für angebracht.

      Auch um ein Strafmass zu haben, dass es Waffenbesitzer auf seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft hinweist.

  6. Ich glaube nicht das wir uns da einig werden ^_^

    Wie ist das? Also wer seine Waffe nur ungesichert liegen lässt bekommt nur eine Geldstrafe, wer aber dummerweise einen kranken Sohn hat der die Waffe dazu nutzt Menschen zu töten muss in den Knast? Das hat ja nicht mal die Staatsanwaltschaft gefordert 😉
    Für mich ist fahrlässige Tötung aktive Beteiligung, er war nicht mal passiv beteiligt(hat eben „nur“ seine Waffe liegen lassen).
    Nehmen wir mal an ich erlaube meinem Kind mein Auto zu nutzen, bin ich dann mitschuld wenn es sich entschliesst damit Menschen zu überfahren? Oder bin ich erst Schuld wenn das Kind keinen Schein hat und ich den Schlüssel so liegen lasse das mein Kind das Auto als Waffe nutzen kann um damit Menschen zu überfahren?
    Würdest du verlangen das jemand hinter Gitter kommt der es dem Kind ermöglicht hat mit dem Auto Amok zu fahren? Eigentlich bin ich ja auch verpflichtet zu verhindern das mein Auto jemand nutzt der nicht dazu berechtigt ist.
    Gehen wir mal etwas in der Zeit zurück laut dir gibt es Waffen um damit (Menschen) zu töten. Ursprünglich wurden Waffen entwickelt um zu ernähren (Jagd), später wurden sie mißbraucht um andere Menschen zu töten z.B. im Krieg. Schusswaffen gibt es also ursprünglich um seine Familie zu ernähren also doch eigentlich zum Leben erhalten(das des Futters natürlich nicht).
    Schusswaffen können in den falschen Händen gefährlich sein, Autos und Messer aber auch, es sollte grundsätzlich niemand mit etwas potenziel gefährlichem unvorsichtig umgehen. Die Strafe für Fahrlässige Tötung gab es meiner Meinung nach aber nur weil die Presse so gehetzt hat. Was sollten 2 Jahre Knast bringen? Er hat keinen Sohn mehr der die Waffe mißbrauchen kann die ihm vermutlich samt Waffenschein ohnehin abgenommen wurde. Das er die Waffe nochmal liegen lässt damit sein Sohn andere erschiessen kann halte ich ebenfalls für recht unwahrscheinlich. Für mich wären zwei Jahre Knast nur Rache weil man an den Sohn nicht rankommt. Selbst wenn er keine Strafe bekommen hätte, er schon gestraft er hat sein Kind und sein Leben verloren. Ich finde das ist Strafe genug er würde sicher einiges geben um das ganze rückgängig zu machen. Eine Gefängnisstrafe gibt es eigentlich nur um den Täter vor einer Wiederholung abzuhalten. Meinst du allen ernstes es besteht Wiederholungsgefahr?
    Bei Paintball übt man treffen, ersetzt man die verhältnismäßig harmlose Waffe gegen eine echte ist das ein super Training oder geht es dir ausschliesslich um tödliche Schusswaffen auch mit denen muss man erst mal treffen 😉

    • Also wer seine Waffe nur ungesichert liegen lässt bekommt nur eine Geldstrafe, wer aber dummerweise einen kranken Sohn hat der die Waffe dazu nutzt Menschen zu töten muss in den Knast? Das hat ja nicht mal die Staatsanwaltschaft gefordert

      Für Waffe (mit den bekannten Folgen!) ungesichert liegen lassen: 1,5 Jahre Haft, in besonders schwerem Fall +0,5 Jahre. So würde ich das aufbrechen.

      “nur” seine Waffe liegen lassen

      Nein, nicht „nur“, sondern er hat „verantwortungslos“ seine Waffe liegen lassen. Das ist kein Kleinkram. Wie ist Fahrlässigkeit denn definiert „Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt“. Da gibt es kein „nur“.

      Nehmen wir mal an ich erlaube meinem Kind mein Auto zu nutzen, bin ich dann mitschuld wenn es sich entschliesst damit Menschen zu überfahren?

      Wenn dein Kind entweder:
      – Nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist, oder
      – Geistig nicht in der Lage ist ein Fahrzeug zu führen, oder
      – Unter Drogen steht, oder
      – Andere Gründe gegen das Führen eines Fahrzeug sprechen

      JA! Wusstest Du, dass ein Gastwirt, der einen betrunkenen Gast mit dem Fahrzeug nach Hause fahren lässt bestraft wird? Wusstest Du, dass DU bestraft werden kannst, wenn Du als Beifahrer mit einem Betrunkenen Fahrer unterwegs bist? Es ist deine Pflicht, den „Täter“ von seiner Tat abzuhalten. Sonst handelst Du ….. Na……. Fahrlässig! Weil Du durch dein Nichteingreifen eine Gefahr heraufbeschwörst.

      Selbst wenn er keine Strafe bekommen hätte, er schon gestraft er hat sein Kind und sein Leben verloren.

      Und wenn der Vater nun (fahrlässig!) mittels einer Handgranate seinen Sohn und 15 andere Personen tötet , würdest Du dann auch auf Straffreiheit plädieren? Auch dieser Vater ist dann ja schon gestraft genug.

      Du musst den Verlust des Sohnes gedanklich abkoppeln. Dies ist und bleibt ein Kollateralschaden. Es geht vorrangig um die Mitschuld am Tod von mehreren Menschen.

  7. Ich mache Unterschiede zwischen aktiv beteiligt und passiv beteiligt. Er war nicht dabei und hat seinem Sohn die Waffe gehalten damit er besser zielen kann. Somit ist er in meinen Augen schuldig weil er die Waffe nicht weggeschlossen hat aber nicht schuldig wegen fahrlässiger Tötung. Schuld ist der Sohn, die Waffe ist schliesslich nicht automatisch losgegangen weil sie offen rumlag sondern ser Sohn hat sie aktiv entwendet und dazu mißbraucht andere zu töten.
    Wäre er deiner Meinung auch Schuld wenn er die Waffe weggeschlossen hätte und der Sohn weil er weiss wo der Schlüssel ist trotzdem an die Waffe gekommen wäre? Oder muss er den Schlüssel immer schlucken damit auch ja keiner unberechtigt rankommt?

    Wenn ich als Beifahrer mit jemandem fahre der betrunken ist riskiere ich mein Leben und bin selbst Schuld. Aber erklär mir mal wie ein Gastwirt kontrollieren soll ob jemand besoffen heimfährt und wie soll er das verhindern den fesseln und knebeln?

    Das will ich nun genauer wissen, du hast ja Kinder, schliesst du deine Schlüssel für sie unerreichbar weg? Immer(wenn sie schon über 18 sind hast du es getan als sie noch keinen Schein hatten)?

    Das „nur“ steht absichtlich in „“ um deutlich zu machen das dieses nur nicht als „ist ja eine Lapalie“ zu sehen ist sondern als „es ist weniger schlimm eine Waffe liegen zu lassen als selbst aktiv mit der Waffe 15 Menschen zu töten“.

    • Meine grosse Tochter hat einen Führerschein und vor der kleinen brauche ich den Schlüssel nicht zu verstecken. Denn Du blendest (warum eigentlich?) aus, dass Waffen weggeschlossen gehören. JEDER, der eine Waffenbesitzkarte hat, weiss dieses und hat dies während seiner Ausbildung gelernt. Ein Autoschlüssel muss nicht weggeschlossen werden, da das Gefahrenpotential deutlich niedriger ist, oder kennst Du Menschen, die mit einem PKW unter der Jacken in eine Schule gegangen sind?

  8. Nun wirst du unlogisch 😉
    Ich habe durchaus gesagt das die Waffe weggeschlossen gehört und das er dafür bestraft werden muss auch ok. Ich finde aber nicht das er Schuld am Tod der Schüler hat. Sonst würde jeder der einen Autoschlüssel nicht vor den Kindern (Eltern trauen ihren Kindern so etwas nicht zu) vertsteckt der möglichen fahrlässigen Handlung schuldig. Es geht mir einzig um das 2 Jahre Gefängnis und das er der fahrlässigen Tötung Schuld ist, weil er die Waffe nicht weggeschlossen hat. Ob nun ein Kind das Auto klaut und jemanden überfährt (nein nicht in der Schule) oder eine Waffe nimmt und jemanden erschiesst, das Ergebniss ist das gleiche! Was man als Tötungswaffe verwendet ist mir vollkommen egal in meinen Augen ist der Täter Schuld. Nur mache ich keinen Unterschied zwischen: „Die Waffe ist nicht weggeschlossen“ <– Strafe und "Die Waffe ist nicht weggeschlossen und wurde für Straftaten mißbraucht" <– gleiche Strafe wie oben.
    Du unterscheidest in den Fällen, sobald man die Tatwaffe ändert (von Schusswaffe auf Auto) ändert sich für dich aber scheinbar der Sachverhalt.
    Vollkommen unerheblich ob deine Tochter vernünftig ist, der Vater des Amokläufers hätte davor bestimmt auch gesagt "Mein Sohn würde so etwas nie tun".
    Ich hoffe du verstehst nun worum es mir geht 😉

    • Eine Frage: Warum muss wohl die Waffe – im Gegensatz zu einem Autoschlüssel) weggeschlossen werden?

      Weil der Gesetzgeber (in meinen Augen zu Recht) das Gefahrenpotential einer ungesichert liegenden Schusswaffe höher einstuft, als das eines Autoschlüssels.

      Eine Schusswaffe ist eine Waffe – sagt ja schon der Name.

      Waffe = Als Waffe werden in der Regel alle Gegenstände bezeichnet, die dazu bestimmt und geeignet sind, Lebewesen in ihrer Handlungsfähigkeit zu beeinträchtigen oder handlungsunfähig zu machen, physisch oder psychisch zu verletzen oder zu töten. (http://de.wikipedia.org/wiki/Waffe)

      Ein PKW ist aber per se nicht gebaut um obige Wirkung zu erzielen.

      Und wenn Du so gern Haare spaltest, würde ich auch gern den Wasserhahn mit einem Sicherheitsschloß versehen: Weisst Du wieviele Menschen ertrinken? Mit einem Schal kann man erwürgen – und wenn Du wüsstest, was mir schon so alles als Waffe präsentiert wurde…. (inkl. Kugelschreibermine, Bleistift etc)… Aber eines unterscheidet all diese Dinge: Sie wurden nicht als Waffe gebaut – im Gegensatz zu Schusswaffen. Sie heissen ja auch nicht Schusssportgerät oder so.

      Und nochmal mein Tipp: Schau dir Bowling for Columbine an!

  9. Ich werde mir den Film mal ansehen 😉
    Richtig man kann nicht alles wegschliessen bzw alles verhindern. Vor kleinen Kindern schliesst man Feuerzeug und Messer weg. Bei einem Erwachsenem Jungen erwarte ich eigentlich das er die Gefahr einer Waffe kennt vorallem wenn er damit schon geschossen hat. Wenn man als Elternteil seinem Kind in der Hinsicht vertraut und beim aufbewahren der Waffe unvorsichtig wird ist das nicht gut und nicht richtig aber zu einem gewissen Grad nachvollziehbar und zumindest für mich kein Grund den Vater an der fahrlässigen Tötung der Schüler schuldig zu finden. Das er seine Waffe nicht weggeschlossen hat war falsch dafür wird er bestraft. Ob man eine Waffe die man ohnehin nicht daheim nutzen will zu Hause aufbewahren muss ist eine ganz andere Frage(finde ich z.B. unsinnig).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.