Warum 25% Ertrag bei einer Bank Diebstahl darstellt

Banken verdienen ihr Geld damit, dass Sie Geld leihen und auch verleihen. Sie verleihen Geld zu einem Prozentsatz „x“ teurer, als sie es bei ihren Geldgebern verzinsen. Wie Banken Geld leihen und verleihen, da gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Sie leihen Geld über Anlagen auf ihren Spar- Giro und anderen Konten, sowie über Anteilsscheine, die sie zusammen stellen (sowie anderes)
  • Sie VERleihen Geld, indem Sie Kredite gewähren. Sei es der Überziehungkredit, der Kredit für das neue Auto, der Erwerb von Aktien, oder auch der Kredit an ein Unternehmen für eine grössere Anschaffung.

Wenn eine Bank nun 25% Ertrag (das heisst Preisdifferenz zwischen „Ein- und Verkauf“ macht, so darf man sie doch des Wuchers bezichtigen, oder? Im Gegensatz zu Künstlern oder Handwerkern erschaffen Banken keinen Wert an sich, sie handeln einzig mit einer definierten Ware: Geld.

Im Mittelalter hatten Wucherer ein SEHR schweres Leben! Heute wird der Vorstand der Wucherer von den Aktionären gelobt uund gehuldigt. Seltsame Zeiten in denen wir leben.

11 Gedanken zu „Warum 25% Ertrag bei einer Bank Diebstahl darstellt

  1. Der Ertrag einer Bank ergibt sich nicht nur durch die Differenz zwischen Einlage- und Kreditzinsen. Wobei ich da eine Differenz von 25 % im deutschsprachigem Europa ohnehin für nicht möglich halte. Wer würde einen Kredit mit Zinsen von 25%+ unterschreiben? Der Wettbewerb ist sehr stark und da haben solche Angebote keine Chance.

    Wie berrechnen Sie den Ertrag einer Bank? Eigenkapitalrendite?

    So hohe Erträge werden nur erzielt, wenn man vom Grundgeschäft (Einlagen und Kredite) weggeht und ein wesentlich höheres Risiko in Kauf nimmt. Zusätzlich wird noch zu mehr oder weniger hohem Leverage gegriffen. Wozu Vorgaben wie „15 % Rendite pro Jahr“ geführt haben, sehen wir mit der Finanzkrise.

  2. Ich habe das mal vor geraumer Zeit „nachgerechnet“
    http://fdominicus.blogspot.com/2008/11/spiegel-artikel-ber-finanzkrise.html

    Mit genügende Fremdkaptial ist eine EK Rendite von 25 % ein „Kinderspiel'“. Nur eines wird immer vergessen ein Hebe muß nicht zwangsweise für einen Arbeiten sondern kann auch gegen einen tun.

    Und außerdem hat die Deutsche Bank Gewinn gemacht weil Sie Geld von AIG bekommen hat. Das Geld kommt von den USA. Gäbe es AIG nicht mehr (wie es sich eigentlich gehörte) dann stände dar ein exorbitanter Verlust …

  3. Sag mal sonst geht es Dir aber gut? Wenn es denn Leuten nicht gefällt sollen und können Sie Ihr Geld anlegen wie es Ihnen passt. Und wenn Die Leute eben nicht mehr Zinsen aushandeln oder eben selber untenehmerisch tätig werden ist das auch nicht das Problem der Bank. Das Problem der Bank ist es genüngend liquide zu sein um die Forderungen Ihrer Kunden bedienen zu können. Diese Einstellung bezgl der „armen“ Geldgeber ist jedenfalls wenig stichhaltig.

  4. @Friedrich:

    Ach Freidrich, mir geht es prima. Ich frühstücke gerade, Kaffee und Brötchen sind lecker und draussen scheint die Sonne.

    Schau dir doch mal die Werbung der Banken an: Die Beraterbank etc.pp.. Dem Normalbürger wird suggeriert, dass die Banken eben im Kundeninteresse tätig sind. Welcher normale Handwerker ist denn in der Lage sich in diesem Bereich ausreichend zu informieren – oder hat genügend Kapital zur Verfügung um sich einen UNABHÄNGIGEN Finanzberater leisten zu können.

    „Das Problem der Bank ist es genüngend liquide zu sein“ … Naja, das vorrangigste Problem ALLER Aktiengesellschaften ist es immer noch die Erwartungen der Shareholder zu befriedigen.

  5. Nein, es ist für jede Firma am wichtigsten Ihren Verbindlichkeiten nachkommen zu können. Die Banken sind das speziell gefordert, da Bankkunden eben keine Aktionäre sind. Aber dieses seinen Verbindlichkeiten nachkommen wird ja bei den Banken offenbar auf „Staat“ abgwälzt. Aber auch der kann nicht beliebig Verbindlichkeiten anhäufen, auch er muß am Ende Farbe bekennen. Die Farbe kann aber eine Rieseninflation und Diebstahl sein.

    Auch könnten sich Handwerker durchaus unabhängige Finanzberater „gönnen“ wollen Sie aber nicht weil es Geld kostet….. Und es wäre eine Verhandlungssache wie teuer das ganze würde und dann bleibt die Frage wem soll denn der Handwerker trauen?

    Aber jeder „Handwerker“ kann selber denken, und das wird er immer und er tut gut daran sich eben nicht auf „Bankberater“ zu verlassen die von Seinem Geschäft keine Ahnung haben…. Und leider von Geldangelegenheiten sowie Ihren Verpflichtungen offenbar auch nichts. Aber dennoch werden diese untauglichen Banken am Leben gehalten…..

  6. Interessanter Post… Wenn eine Bank also € 100 an Kapital einsammelt, dem Kapitalgeber mit 5% p.a. verzinst und für einen 25% höheren Zins, also 6.25% verleiht, dann hat sie einen Zinsüberschuss von € 1.25 pro € 100, oder 1.25% pro € Kredit erwirtschaftet.
    An der Stelle darf der geneigte Leser nun anfangen gegen Banken zu wettern. Oder aber er denkt noch ein bisschen nach und kommt darauf, dass von dieser gigantischen Marge von 1.25% einige Kosten gedeckt werden. Dazu gehören u.a. auch Risikokosten, also der Betrag aller vergebenen Kredite, den die Bank niemals wieder sehen wird, weil ein Kreditnehmer seinen Kredit nicht mehr bedienen konnte und selbst nach dem Verkauf des durch den Kredit finanzierten Hauses, Autos, Fernsehers, etc. einfach noch ein bisschen was fehlt um den ausstehenden Kreditbetrag zu begleichen.
    Klar, unter`m Strich verdienen Banken irrsinnige Summen, das liegt aber mehr an der schieren Menge Geld, die sie bewegen, als an überzogenen Margen.
    Merkwürdigerweise regt sich kaum jemand auf, dass die Margen auf z.B. Bekleidung bei 100%+ liegen.
    Und welchen Mehrwert das Bekleidungsgeschäft schafft, darf man an dieser Stelle wohl ebenfalls kritisch in Frage stellen.
    Die Wertschaffung einer Bank für den Kunden besteht übrigens darin, jene, die Geld übrig haben mit jenen zusammen zu bringen, die gerade zu wenig haben.
    Das spart dem Kreditnehmer Zeit und Geld auf der Suche nach einem Geschäftspartner. Nun, da sich die Banken bei der Vergabe von Krediten zurück halten übrigens ein grosses Problem für Industrieunternehmen, die gerne auch noch ein paar Basispunkte Zins oben drauf satteln würden, aber einfach niemanden finden, der ihnen etwas leiht.
    Der Kreditgeber – der Einleger oder Anleger in Unternehmensanleihen der Bank – kann bereits geringe Beträge durch den Intermediär „Bank“ verleihen und muss sich keine Sorgen machen, dass sein Geld weg ist wenn Herr Müller, den er beim Hausbau mit € 10.000 untertsützt, plötzlich seinen Job verliert.
    Wenn denn nun schon die Wertschaffung als Legitimation für die Erwirtschaftung eines Gewinns herhalten muss, so möchte ich an dieser Stelle fragen: „Wo genau schafft der zitierte Künstler Wert?“.
    Die Materialen, die er zu einem Kunstwerk verarbeitet sind in ihrer endgültigen Komposition nur deshalb mehr Wert als in segregiertem Zustand, weil jemand bereit ist, mehr dafür zu zahlen, als die Summe der Einzelwerte der Materialien.
    Hierbei handelt es sich um eine wahrscheinlich noch abstraktere Wertschaffung als beim üblichen Bankgeschäft.
    Interessanter wird es natürlich, wenn man sich fragt, worauf eigentlich die fantastische Wertschaffung zurück geht, die oftmals erst nach dem Ableben des Künstlers in Form von Marktpreissteigerungen eintritt.
    Das Argument der industriellen Wertschaffung mutet im 21. Jahrhundert und bei zunehmenden Einkommen aus Dienstleistungen ein wenig antiquiert an.
    Für die Kreditmargen einer Bank würde keine Privatperson Geld an Unbekannte verleihen. Dass eine Bank auf Grund ihrer Grösse, analytischen Fähigkeiten und finanziellen Ausstattung in der Lage und Willens ist, diesem Geschäft nachzugehen ist a priori nicht schlecht. Dass sie dabei etwas verdient ebenfalls nicht.

  7. @MrHeid:

    Banken bezahlen derzeit 5% Kredirgebühren? Dann ist DIESE Bank aber von Vollhonks geführt, denn der Leitzins liegt wohl derzeit ETWAS niedriger? Oder?

    Der vergleich mit dem Bekleidungsgeschäft ist prima! Welche ladenketten machen gerade (mit den von die erwähnten 100% Ertragsspanne) Pleite? Karstadt? Hertie? Und sind es nicht die Banken, die TROTZ Krise schon wieder FETTE Provisionen zahlen?

    Und Banken geben Kredite an UNBEKANNTE? Der Begriff „Basel“ ist Dir noch nie untergekommen, möchte ich wetten. KEINE Bank verleiht Geld an Unbekannte! Vielmehr wird sofort noch Bürgen geschriehen, wenn ein Kredit vom (privaten!!) kreditnehmer nicht GARANTIERT zurückzahlbar ist. Anders sieht es bei BankBank Krediten aus. Da wird schon mal ein höherer Milliardenbetrag in den Sand gesetzt. DER Grund für die derzeitige Finanzkrise.

    Entweder hast Du vom Bankenfach eher wenig Ahnung, oder Du arbeitest in einer Bank 🙂

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