Die CDU will die Bundesrepublik verkleinern

Oder wie sonst soll ich folgenden Artikel in der Welt verstehen: „CDU will Deutsch im Grundgesetz verankern“?

Auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart stimmte gegen den Willen der Parteiführung eine große Mehrheit für einen entsprechenden Verfassungszusatz. Dieser soll lauten: „Die Sprache in der Bundesrepublik ist Deutsch.“ Die Partei sieht darin keine Gefahr, dass Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt werden, die eine andere Muttersprache haben.

Tja, da wird es eng für grosser Teile der Pfalz und Oberfrankens. Auch weite Bereiche Sachsen und andere „mundartdominierte Landstriche“ werden sich dann wohl um andere Regierungen kümmern müssen.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Deutsch ist das Band, das uns verbindet.“ Sprache sei die Grundlage für den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

DAS sollte man einmal den bayrischen Dorfdeppenpolizisten mitteilen, der meinen (ehemaligen) Schwiegervater während einer Verkehrskontrolle in einem unverständlichen Dialekt ansprach, was meinen Ex-Schwiegervater zu der Aussage hinreissen liess:“Ich dachte, die Amtssprache hier wäre immer noch Deutsch“. OK, fand der Herr in Grün damals nicht so nett. Aber wenn selbst „Offizielle“ sich nicht muttersprachlich verständlich machen können, was soll dann diese Grundgesetzänderung?

Da kann man mal sehen, was bei der CDU in dieser schwierigen Zeit die Politiker wirklich beschäftigt. DEPPEN!

Auch eine Art Menschen in Misskredit zu bringen

Die Art, wie Oliver Georgi in der FAZ über einen Auftritt von Oskar Lafontaine berichtet. Da wird Lafontaine auf eine äusserst populistische Weise Populismus vorgeworfen

Ich will das gar nicht kommentieren – ist mir echt zu blöd. . Wirklich lesenswert, für Menschen die meinen Humor teilen 🙂

Es ist schön, wenn Fachleute die Realität vergessen

Die Internet Engineering Task Force (IETF) ist gerade mal wieder dabei sich in Bezug auf IPv6 zu prügeln. Aktuelles Thema: NAT (network adress translation).

NAT ist z.B. auf den Routern im Einsatz, die z.B. dafür sorgen, dass DSL-Kunden hinter einer (öffentlichen) vergebenen IP-Adresse ihres DSL-Providers ein ganzes Netzwerk „verstecken“ können. Hinter einer „öffentlichen“ IP-Adresse können mittels NAT auch grössere Netzwerke stecken. Dabei bietet NAT diverse Vorteile:

  • Der Provider braucht jedem Kunden nur eine IP-Adresse zuzuweisen, welche auch wechseln kann.
  • Die Adressierung innerhalb des „Heimnetzwerkes“ muss bei wechselnder Provider-IP-Adresse nicht geändert werden
  • Ein internes Netzwerk ist (ein bisschen) gegen Zugriffe von aussen „geschützt“, da nicht auf jeden Rechner/Server von aussen zugegriffen werden kann. Dieses muss explizit im Router angegeben werden – dabei ist der Router für den Endanwender „einfacher zu konfigurieren, als es ein Firewall wäre.

Auch wenn NAT eigentlich entwickelt wurde um dem Problem der knapper werdenden IPv4-Adressen begegnen zu können, so hat sich NAT eine eigene Existenzberechtigung erarbeitet.

Nur sehen DAS die Herren bei der IETF nicht unbedingt so. Heise schreibt:

Die beiden dürfen es schon als kleinen Erfolg verbuchen, dass der NAT66-Vorschlag nicht sofort beim Treffen der Entwickler in Minneapolis durchgefallen ist. Noch vor wenigen Jahren hatte die IETF sogar einen ersten Anlauf zur Standardisierung von NAT-PT zurückgewiesen.

……………

Die Befürworter stoßen auf teils heftigen Widerstand. Nur ein totes NAT sei ein gutes NAT, schrieb so gerade einer der IPv6-Experten. Die Diskussion dürfte die IETF also noch eine Weile beschäftigen.

Die technischen Vorteile eine End-to-End Kommunikation, wie sie die NAT-Gegner fordern, sehe ich ja auch. SO ist das ja nicht. Aber man darf sich auch der Entwicklung nicht verschliessen und muss auch die Vorteile des NATs nicht aus der Diskussion heraus lassen.