Warum Bots bei Onlinegames verboten sind

Diese Frage wird von Blizzard (World of Warcraft) ganz ungeniert und deutlich beantwortet: Weil es den Softwareanbietern Einnahmen vorenthält. Bei Onlinegames zahlt der Anwender typischerweise einmal eine relativ kleine gebühr für den Erwerb der Software selbst (auf DVD inkl. Handbuch), die wahren Kosten kommen dann aber beim spielen selbst zum tragen. So sind es bei WoW jeden Monat 15US-$, die der Spieler zu berappen hat. Bei Heise kann man nachlesen, mit welchen Summen Blizzard kalkuliert:

Blizzard und Vivendi Games hatten vor Gericht geltend gemacht, dass Glider-Bots, also Software, die bestimmte Aufgaben automatisch erledigt, die Zeit verkürzt, in der ein Spieler auf die nächste Spielstufe gelangt. Ein rund um die Uhr spielender Bot bräuchte lediglich einen Monat, um zum höchsten Level aufzusteigen. Menschliche Spieler hingegen benötigten bei zwei Stunden Spielzeit pro Tag acht Monate dafür und zahlten somit sieben Monate länger jeweils 15 US-Dollar Teilnahmegebühren. Bei 100.000 verkauften Glider-Bots errechnete der Kläger Umsatzeinbußen von 10,5 Millionen US-Dollar (6,7 Millionen Euro) wegen verkürzter Abonnementszeiten.

Ja, da wird der Antrieb doch klar: Der User darf nicht vorankommen, obschon gerade Blizzard sehr virtuos das Instrument „Contenterschliessung“ gegen „User muss lange online sein“ benutzt. Diverse Male wurde in der Vergangenheit den Causual-Gamer (Gelegenheitsspieler) das schnellere vorankommen erleichtert, was immer wieder zur Folge hat, dass die Hardcore-Gamer protestieren, da diese ihren Elite-Status in Gefahr sehen.

There IS intelligence! I do smell it

Und es gibt diese Intelligenz sogar bei der Softwareindustrie, in Bezug auf den Verlust durch Downloads mittels Bittorrent und Konsorten. SPON zitiertdie Sprecherin von Electronic Arts, Mariam Sughayer:

„Abgesehen von den rechtlichen Fragen um das Kopierschutzsystem sollte klar sein, dass nicht jeder Download über Bittorrent für eine erfolgreiche Kopie oder einen entgangenen Verkauf des Spiels steht.“

Entweder hat die Frau Sughayer tatsächlich mehr Intelligenz im Kopf als nahezu alle männlichen Kollegen der Softwarebranche, oder die war angeschiggert ….

VIA Netzpolitik.org