Gewerkschaften und Banken

Ja, die IG-Metall ist schon böse – so richtig böse. Da geht es den Banken schlecht – eine weltweite Bankenkrise ist Realität und dennoch fordert die IG-Metall in den derzeit anstehenden Tarifverhandlungen Lohnerhöhungen? Das geht so natürlich nicht, wie der Spiegel anscheinend herausgefunden hat:

TROTZ FINANZKRISE Gewerkschaften beharren auf hohen Lohnforderungen

Leider kann man dem Spiegelartikel nicht entnehmen, wieviel Prozent der Bankangestellten in der IG-Metall organisiert sind – oder wird das in Promille angegeben?

Ich bleibe dabei: Wer ein Interesse daran hat die Konjunktur zu beleben und den Inlandsmarkt zu stärken, muss dafür sorgen, dass im Inland auch genügend Geld zum konsumieren vorhanden ist. Es reicht nicht, dass ein paar Prozent der Beschäftigten viel Geld haben, denn VIEL Geld bedeutet nicht Konsum, sondern Investition. Nut der Kosum (wiederkehrender Verbrauch) stärkt nachhaltig und genau DAS brauchen wir in Deutschland.

Hypo Real Estate gesichert, Steuerzahler im Arsch

Gerade kommt die Meldung über die Tagesschau rein:

„Bund und Finanzbranche erreichen Einigung Neues Rettungspaket für Hypo Real Estate“

Ja, der Bund bleibt bei 35 Milliarden, den rest deckelt die Finanzbranche. Der Klopfer steckt aber im berühmten Kleingedruckten:

Die Bundesregierung stellte angesichts der sich verschärfenden Bankenkrise erstmals eine Komplettgarantie für private Spareinlagen in Aussicht. „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind“, sagte Merkel. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück betonte, die Sparer in Deutschland müssten nicht befürchten, „einen Euro ihrer Einlagen“ zu verlieren.

Mit dieser – nun wohl festgeschriebenen Klausel – können die Banken schnell ein wenig rummauscheln, um dann hintenrum Geld vom Staat (lese: Steuerzahler) abgreifen, um in diesem Bereich sich dann selbst ein wenig zu bezuschussen.

Ob die wissen worauf sie sich einlassen?

„Führende Politiker der Großen Koalition“ haben sich – laut Tagesschau – dafür ausgesprochen, dass Manager bis zur Höhe von 2 Jahresgehältern für ihre Fehler haftbar gemacht werden sollten.

Eine generell smarte Idee, denn JEDER kleinere Unternehmer haftet, wenn er „Mist“ baut mit seinem Privatvermögen, ob dies bei einer GbR direkt oder bei einer GmbH mittels Durchgriffshaftung geschieht. Der „Schuldige“ kann zur rechenschaft gezogen werden. Konzernmanager unterscheiden sich nicht nur durch die Höhe ihres Jahresgehaltes von den „normalen“ Unternehmern, sie geniessen auch noch den Status der Unangreifbarkeit. Im worst-case wird der Manager einfach rausgeschmisen und streicht auch noch eine – vorher festgesetzte – Abfindung ein.

Wenn nun aber alle „lenkenden, entscheidenden Positionen“ beschäftigten Menschen für durch sie zu verantworteten Schaden haftbar gemacht werden können, wird es eng für die Parlamentarier. Denn jeder Abstimmende ist für die Wirkung seines Abstimmverhaltens mitverantantwortlich. Da können die schon mal ihre Sparbücher und Konten in Luxemburg checken, ob sie die Milliarden für die Hypo Real Estate aus ihrem Privatfundus gedeckelt bekommen, um so den monetären Schaden der Wähler zu minimieren.