Hamburg, Lokführerstreik. Panik! Schreiende Frauen und weinende Männer – oder?

Das erste, was ich heute beim Betreten des S-Bahnsteiges dachte war: „Scheisse, vor der Nase weg gefahren“. Bevor ich mich selbst mit „es fährt alle 5 Minuten eine, setz dich und gut“ besänftigen konnte, kam die Durchsage (heute sogar verständlich!):“ Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund des Streiks der Lokführer kommt es beim S-Bahnbetrieb zu erheblichen Behinderungen. Wir bitten Sie dringend auf andere Verkehrsmittel auszuweichen“.

Da fängt der Mann von Welt an zu überlegen: Wieder zurück nach Hause, das Auto holen (welche ich nur nutze, wenn ich gemeinsam mit der Prinzessin nach Hamburg reinfahre), warten – oder was? Die nächste Durchsage „Sehr geehrte Fahrgäste….“ -> Leck mich, ich bin noch nicht wach, ich setze mich jetzt erstmal auf die Bank und blättere ein paar Seiten Zeitung und schau mir das mal an, bevor ich das Auto hole.

Eine Durchsage später passiert es: Die Bahn fährt ein. Pünktlich auf die Minute, eher leerer als sonst und alles ist gut.

Warum also die steten Durchsagen? Soll sich der Fahrgast ausmalen, wie er hilflos in der Kälte steht und die Bahn eben nicht fährt? Soll mental Stimmung gegen die Lokführer gemacht werden?

Liebe Lokführer: Streikt für euer Recht! Es ist das Recht des Arbeitsnehmers für Lohn und Arbeitsumstände zu streiken. Lasst euch nicht von euren Arbeitgebern unter Druck setzen. Meinen Segen habt ihr! Wer euch für den Streik beschimpft ist ein Egoist und nimmt sich selbst zu wichtig. Wie kann man sich über einen Streik beschweren, nur um selbst ungestört zur Arbeitsstelle zu gelangen, am besten noch als selbst unterdrückter.

14 Gedanken zu „Hamburg, Lokführerstreik. Panik! Schreiende Frauen und weinende Männer – oder?

  1. Pingback: Hey Lokführer! | dª]V[ªX

  2. Ich kann Dir hier nicht zustimmen. Auch wenn ich dieses Mal als Von-Zuhause-Arbeitender nicht betroffen bin, nehme ich das Recht in Anspruch, nicht in Auseinandersetzungen hineingezogen zu werden, an denen ich nicht beteiligt bin. Deswegen bin ich strikt gegen Streiks im Öffentlichen Dienst oder ähnlich gelagerten Bereichen, denn sie funktionieren auf dem Prinzip der Geiselnahme: Nicht der Arbeitgeber wird wirtschaftlich geschädigt, sondern Unbeteiligte, z. B. im Falle des ÖPNV die Öffentlichkeit, werden Unbequemlichkeiten und Schlimmerem ausgesetzt, in der Hoffnung, die politisch beeinflußbaren Arbeitgeber werden einknicken. Das ist absolut unakzeptabel.

    Deswegen bin ich dafür, daß streikende Arbeitnehmer, die ja eigenmächtig ihre Kardinalpflicht aus dem Arbeitsvertrag verletzen, unter jedem anderen Umstand also schadensersatzpflichtig wären, das auch im Falle des Streiks sind. Eine Ausnahme könnte gemacht werden für Schäden, die unmittelbar nur den Arbeitgeber treffen.

    Aber für die ÖPNV-Nutzer sollte es eine angemessene Pauschale — sagen wir 20 Euro pro (auch partiellem) Streiktag für jeden Zeitkartenbesitzer, man will sich ja nicht mit Hunderttausenden Einzelprüfungen abgeben — geben, die von den streikenden Arbeitgebern bzw. den aufrufenden Gewerkschaften zu übernehmen wäre.

    • Beim öffentlichen Dienst gebe ich dir – in weiten Teilen – recht. Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser, Pflegebetriebe müssen unbedingt als Deinstleister zur Verfügung stehen.

      Schau mal zu unseren französischen Nachbarn, wie das da abgeht, oder nach Italien. Wenn da gestreikt wird, ist richtig Bambule, da liegt der Verkehr für Tage still. Und bei uns wird gejammert, weil mal 2 Stunden keine S-Bahn fährt.

      Wer leidet denn darunter, wenn die S-Bahnen nicht fahren? Der Arbeitnehmer? Welcher Arbeitnehmer denn? Da gibt es eine Erklärung der Verkehrbetriebe „Wir fuhren leider nicht“ und der betroffene Fahrgast kommt aufgrund höherer Gewalt zu spät zur Arbeit. Es ist doch nicht der Fahrgast, der – im worst case – zwei Stunden zu spät zur Arbeit kommt. Es ist sein Arbeitgeber, der auf das „Produktionsmittel Mensch“ warten muss.
      SO wird ein Schuh draus!

      • Was spricht dafür genau diese wirklich elementaren Dienste zu verbeamten? Das würde zumindest dem Lohndumping in den Pflegediensten (öffentlich oder privat spielt doch keine Rolle mehr) einen Riegel vorschieben.
        Dagegen muss irgendso ein Sachbearbeiter keinen Beamtenstatus haben. Da tut es ein ganz normales Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst.
        Naja, ist einfach gesagt, denn bestehende Verhältnisse werden eifersüchtig verteidigt obwohl im Falle der Beamten häufig eine einfach Gesetzesänderung genügen würde. Fände aber sicher keine Mehrheit, da ja Bundestagsabgeordnete ebenfalls Beamte sind *grins*.

        Und Arbeitgeber sind heute relativ kulant, wenn es um Streiks im Fern- und Nahverkehr geht. Kenne da noch ganz andere Zeiten. Da war jede Minute Verspätung das eigene Verschulden, denn man hätte doch früher losgehen oder sich sonstwie darauf einstellen können. Heute nennt man das sogar höhere Gewalt und nimmt es hin.

  3. @Buntklicker: Kann Deine Meinung leider nicht teilen.

    Ich bin da wirklich kein Experte, aber welche (großen) Unternehmen existieren, die ausschließlich(!) nur für den Arbeitgeber tätig sind bzw. produzieren? Die Buttler GmbH wahrscheinlich und ja natürlich sind die Arbeitgeber durch ihre Ausbeutung, die einzigen Nutznießer einer Unternehmung (sowohl gegenüber den Arbeitnehmern als auch den Kunden – denn die werden ja auch kräftig beschissen). Aber Spass beiseite: Jede(!) Unternehming hat Kunden!
    Durch eine Arbeitsniederlegung wird immer neben dem Arbeitgeber auch der Kunde in Mitleidenschaft gezogen: Dienstleistungen werden nicht erbracht, Produkte nicht hergestellt und eben Züge fahren nicht.

    Ein Streik muß wehtun, sonst kann niemand den Wert der eigentlich erbrachten Arbeit einschätzen!

    Die Menschen, die solche Forderungen wie Du hier (und manch anderer) stellen, demontieren elementare Grundrechte unserer „Scheindemokratie“ oder anders ausgedrückt: Man tritt unsere Verfassung (oh sorry: unser Grundgesetz – aber das ist ein anderes Kapitel) mit Füßen. Manchmal frage ich mich, warum die Generationen vor uns, sich so den Allerwertesten aufgerissen haben und teilweise ihr Leben riskiert haben, um auch für uns diese Grundrechte zu erkämpfen? War vollkommen unnötig: Das waren noch Männer; aber sie haben leider nur Schafe als Nachkommen.

    Welchen „Noch-Wert“ solche Grundrechte haben, kann man wohl nur nachvollziehen wenn man von seinem AG bis zum Anschlag gef**** wird.
    Ich finde es sehr traurig, wieviele Menschen sich an dem „divide and conquer“ der Herrschenden, gehirngewaschen beteildigen. Sie nennen sich nennen Gesellschaft; fragen sich nicht warum es eigentlich nicht Gemeinschaft heißt und sind doch nur ein Haufen unwissender, „glücklicher“ Sklaven!

  4. @Scotty: Meine Empfehlung: Lies doch mal, was im Grundgesetz über das Streikrecht steht.

    Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.

    12a behandelt die Wehrpflicht, 35 (2) und (3) sowie 91 behandelt gegenseitige Amtshilfe von Sicherheitskräften, 87a den Einsatz von Streitkräften.

    Da steht nix, aber auch gar nix, darüber, daß man nicht für den Schaden aufkommen muß, den man streikenderweise durch Nichterfüllung der Kardinalpflicht (und vielleicht auf andere Weise) anrichtet! Das von Grundgesetz garantierte Streikrecht in der immer wieder postulierten Form gibt es nicht. Punkt. Also laß bitte das GG und die Grundrechte aus dem Spiel.

    Und daß ein Streik wehtun muß — meinetwegen. Aber nicht Unbeteiligten. Erstens ist die Ansicht, daß man als Arbeitnehmer, der streikbedingt zu spät zur Arbeit erscheint, keine Nachteile zu befürchten hat, wohl reichlich wirklichkeitsfern. Wenn er nur die versäumte Zeit nacharbeiten muß (Freizeit weg), ist er noch gut dran. Zweitens ist auch der Arbeitgeber des verspäteten Arbeitnehmers im allgemeinen Fall an der Tarifauseinandersetzung unbeteiligt und sollte dadurch keinen Schaden erleiden. Oder wollt Ihr hier eine Sippenhaft der Arbeitgeber einführen?

    Daß es in anderen Ländern noch schlimmer ist, macht es nicht besser.

    Ich verrate Euch noch ein anderes Geheimnis: Es ist für den Arbeitnehmer von Nachteil, wenn sein Arbeitgeber einen Schaden erleidet. Vielleicht nicht so sehr bei der Deutschen Bahn oder der Deutschen Bank, aber ein Großteil der Arbeitnehmer hierzulande arbeitet für kleine und mittelständische Unternehmen. Da hängt das Schicksal der Arbeitnehmer bzw. ihrer Arbeitsplätze ziemlich direkt am Wohlergehen des Unternehmens. Nur mal so allgemein zur Info von wegen „zahlt ja der Arbeitgeber, ist ja egal“.

    • Deine Ausführungen haben mich überzeugt: Das Streikrecht – als legitimes Mittel im Arbeitskampf – gehört abgeschafft, da es absolut nicht ausgeschlossen werden kann, das „Unbeteiligte“ involviert werden.

      Selbst das von Scotty erwähnte „Unternehmen Butler“ kann dazu führen, dass der Arbeitgeber des Butlers durch den Akt des „selbst Frühstückseier“ brutzelt, seine Finger verbrennt und dadurch seinem Unternehmen Kosten entstehen, unter denen dann die Aktionäre und Arbeitnehmer leiden.
      (ironie aus)

      Lieber Buntklicker, in dieser – unserer – Welt wirst Du es niemals schaffen so zu leben, dass Du niemanden anderes auf die Füsse trittst. Das ganze Leben ist ein Abwägen zwischen „Wie viele Rechte gebe ich auf – wie viele rechte nehme ich anderen Weg“. Das Problem der westlichen Welt ist es typischerweise, dass jeder von uns sich selbst zu sehr in den Fokus stellt.

      Meine Andeutung ins europäische Ausland zeugt auch, wie die Menschen in anderen Ländern damit umgehen. Sie sind wesentlich eher bereit für die Rechte des Nachbarn zu leiden. Wir setzen uns auch für den nachbarn ein – solange es nichts kostet und wir rechtzeitig bei der Arbeit sind …

      Wir Deutschen sind schon ein seltsames Völkchen 🙂

  5. Ich bin für Streiks. Wäre ja auch noch schöner, wenn nur die streiken dürfen, die die „Allgemeinheit“ nicht behindern. Gibt es nur noch Egoisten?
    Ich hätte es sogar ausgesprochen vernünftig gefunden, wenn sie letzte Woche während der WM gestreikt hätten. Da hätte es wenigstens mal einen Leidensdruck gegeben. So entgehen denen höchstens Subventionen und mit frustrierter Kundschaft haben sie sowieso schon Erfahrung.
    In dieser Hinsicht ist die GDL typisch deutsch. Nur dem Arbeitgeber und den Fahrgästen so wenig wie möglich weh tun. Sommer war ein gutes Beispiel. Hat hier zumindest irgendwann keinen mehr gekratzt, viele waren eh im Urlaub und der Rest hatte sich arangiert.

    Hier im Rhein-Main-Gebiet ging gar nichts mehr, da die S-Bahn komplett von der DB bzw. Privatgesellschaften bedient wird. Der Stadtverkehr lief allerdings problemlos, da das noch öffentlicher Dienst ist. Falls mal beide gemeinschaftlich streiken wollen, dann kann ich mich immer noch aufs Rad schwingen und hoffen, dass die Lungen nicht wieder abkacken. Ist ja nicht so, dass man sich nicht darauf einstellen könnte, weil nichts angekündigt war. Für die Dame heute im Bus, die ganz empört meinte, dass das Radio sie nicht ordentlich informiert hätte, was denn fahren würde und was nicht, habe ich kein Verständnis. Zumal der letzte Streik ja so lange her ist und man keinerlei Erfahrungswert hat *augenbrauehochzieh* …noch vor dem Krieg was?

  6. Nur eines, damit es hier nicht ausartet (denn ich denke Du bist wirklich noch ganz tief im System verwurzelt):

    „Und daß ein Streik wehtun muß — meinetwegen. Aber nicht Unbeteiligten.“

    Wenn man sich morgens oder wann auch immer in eine Bahn setzt (oder ein Produkt/ Dienstleistung erwerben möchte, welches bestreikt wird), dann ist man NICHT Unbeteiligter mehr. Niemand wird gezwungen ein Produkt bzw. Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. (ja ich weiß Abhängigkeit etc. aber jedem stehen die Alternativen offen: Auto, Fahrrad, Schuhe oder Wohnort in der Nähe der Arbeitsstelle – was würden wir eigentlich machen, wenn niemand die Eisenbahn erfunden hätte? Müßten wir dann die Nachfahren wegen „Produktivitätsbehinderung und Wachstumsgefährdung“ verklagen?). Ich glaube wir haben in Deutschland (noch) Handelsfreiheit. Die Artikel wirst Du sicher besser kennen.

    Ich würde mich der Ausführung von reizzentrum nicht nur anschließen, sondern sie noch erweitern: In einer vernetzten Gemeinschaft kann es gar keine Unbeteildigten geben. Es DARF gar keine Unbeteiligten geben, denn es ist die allgegenwärtige Entschuldigung (mal von Eisenbahnerstreiks abgesehen) für unser aller Handeln. Denn es verdeckt im Allgemeinen die Tatsache unserer aller Schuld am Gesamten. Dieser schöne, doch verlogene Satz: „Unter den Opfern befanden sich auch Unschuldige“. Alles hängt mit Allem zusammen.

  7. Ich will doch nichts weiter, als daß jeder für das, was er tut, auch einstehen muß. Ich bin sogar dafür, ein Streikrecht (das es im codifizierten Recht zur Zeit nicht gibt, ich erinnere noch mal daran) gesetzlich zu verankern, sogar dafür, die dem Arbeitgeber unmittelbar entstandenen Schäden auch diesem zuzuweisen, obwohl sie von den Streikenden verursacht wurden, aber eben auch festzulegen, wo die Grenzen sind.

    Insbesondere im Bereich der Daseinsvorsorge (zu der das Verkehrswesen genauso gehört wie Krankenhäuser und Kindergärten) sind Schranken dringend geboten, denn hier liegen in der Regel monopolistische Strukturen vor, die ein Ausweichen auf andere Angebote schwierig machen, zugleich sind die angebotenen Dienstleistungen für ein Funktionieren des Gemeinwesens auch kurzfristig erforderlich.

    Zu Eurem Argument „Jeder nimmt sich selbst zu wichtig.“: In der Tat! Eine relativ kleine Gewerkschaft, deren Mitglieder aber aufgrund der Natur ihrer Tätigkeit durch Arbeitsniederlegung viel zum Stillstand bringen können, nimmt ihre Forderungen (berechtigt oder nicht) so wichtig, daß sie Zehntausende daran hindert, ihre Leben so zu leben wie es sonst möglich wäre (also ihre Grundrechte auszuleben!), und dann noch erwartet, daß der bei Dritten angerichtete Schaden von der Allgemeinheit getragen wird und nicht von ihr selbst?

    Wenn das nicht Egoisten sind, dann weiß ich auch nicht. Und das findet Ihr toll?

    Stattdessen werft Ihr denen, die nichts anderes wollen als mit den Problemen Anderer in Ruhe gelassen zu werden, Egoismus vor? Sagt mal, geht’s noch?

    Übrigens können die Lokführer, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, ihren Job fristgerecht kündigen. Wenn das alle machen, werden sich die Arbeitgeber sehr schnell bewegen. Aber dafür haben die Lokführer natürlich nicht den Arsch in der Hose.

    • „Übrigens können die Lokführer, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, ihren Job fristgerecht kündigen. Wenn das alle machen, werden sich die Arbeitgeber sehr schnell bewegen. Aber dafür haben die Lokführer natürlich nicht den Arsch in der Hose. “
      Ich „liebe“ solche Totschlagargumente. Gegen sowas zu argumentieren ist sinnbefreit und unlogisch.

  8. @reizzentrum: Gewissermaßen. 🙂 Für ein paar Hanseln, die ihre Partikularinteressen auf Kosten der Gemeinschaft durch Geiselnahme durchsetzen wollen, ist das Betreten des Rasens in der Tat verboten, und wenn sie ihn kaputtmachen, müssen sie ihn bezahlen.

    Ich weiß schon, daß Du darauf anspielst, daß in Deutschland die Revolution nicht stattfindet, weil das Betreten des Rasens verboten ist (Vorsicht, unattribuiertes Zitat! 🙂 ). Nur gehen erstens Revolutionen meist nach hinten los, so daß das eigentlich ganz gut so ist, daß sie nicht stattfindet, und zweitens handelt es sich hier nicht um eine Revolution, sondern um ein paar Hanserla, wie gesagt.

  9. Hallo Buntklicker

    Das jeder(!) für das was er tut einstehen muß, da sind wir einer Meinung und ich kann auch das Egoisten-Argument nachvollziehen, denn es führt auch unweigerlich zur Ungleichbehandlung der einzelnen Arbeitnehmergruppen. Wenn qualifizierte Lokführer oder Piloten streiken ist gleich Bohai, aber wenn die Kassierer bei Netto (die von Lohn- und Arbeitsbedingungen der Lokführer nicht mal zu träumen wagen) auf die Straße gehen, sind morgen gleich zig ungelernte Hansel an den Kassen und das Lohnniveau ist nochmal drastisch gesunken.

    Nur kann man eben nicht die Streikenden für die Abhängigkeit ihrer Kunden anschwärzen. Jeder ist gefordert an seiner Position, die Abhängigkeiten und die daraus resultierenden Folgen (auch als indirekt Betroffener) abzuschätzen und gegebenenfalls zu ändern oder in Kauf zu nehmen. Es gibt weder ein Meschenrecht auf fahrende Züge oder Lokführer und (wenn ich es auch hart finden würde) Krankenschwestern, Altenpfleger und Feuerwehrleute gibt es nur weil Menschen dazu bereit sind diese Aufgaben zu erfüllen. Aber nicht weil irgend jemand sie dazu verpflichten könnte.

    Wenn alle so weise wären, in der Nähe ihrer Arbeit zu wohnen, hätten wir weniger Staus und weniger Umweltzerstörung. Niemand würde sich über die Spritpreise aufregen oder merken, das die Lokführer streiken 😉

    Wir sind halt selbst schuld 😉

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