Müntefering: Bock oder Gärtner

Wenn ich in der FTD lese:

Er (Müntefering) hoffe, dass zum Parteitag Mitte November die SPD Inhalte und eine Mannschaft habe, die die Partei nach vorne brächten. Zugleich erneuerte er seine Absicht, im November wieder als SPD-Chef zu kandidieren: „Ich bin Parteivorsitzender, ich stelle mich der Aufgabe, und es gehört nicht zu meinen Eigenarten wegzulaufen, wenn es kritisch ist.“

Das kommt bei mir so an, als wenn der Wolf dem Schäfer erklärt, er werde besser auf die Herde aufpassen als jeder Hirtenhund.

Verzeihen Sie Herr Müntefering, SIE sind einer der Gründe, die für mich die SPD absolut unwählbar gemacht haben. Ihr patriarchisches Gehabe, ihre Unterdrückung der Parteibasis (SIE sind Parteivorsitzender und somit direkt verantwortlich!) haben den Karren massgeblich mit in den Dreck gefahren. Sie haben ehemalige SPD-Wähler entweder partei- oder sogar (noch unverantwortungsloser) politikverdrossen gemacht.

Ich persönlich hätte schon gestern Abend ihre Rücktrittserklärung erwartet. Wissen Sie, was ihr Machtanspruch in meinen Augen ist? Er ist hochgradig unanständig! Kennen Sie noch Politiker wie Herbert Wehner oder Helmut Schmidt? Sagen Ihnen diese Namen etwas? Das waren Menschen mit Verantwortungsbewusstsein und Realitätssinn. Sie stellen dagegen für mich nur noch Überheblichkeit, Selbstüberschätzung und Realitätsverlust dar.

Ein Gedanke zu „Müntefering: Bock oder Gärtner

  1. Wenn das lauter Leute sein sollen, die wir noch nicht kennen, dürfte das verdamt schwierig werden, die bis November aus dem Hut zu zaubern.
    Vielleicht wäre Weglaufen in diesem Sinne sowohl für Herrn M als auch für die SPD mal eine echte Option.

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