Ob die wissen worauf sie sich einlassen?

„Führende Politiker der Großen Koalition“ haben sich – laut Tagesschau – dafür ausgesprochen, dass Manager bis zur Höhe von 2 Jahresgehältern für ihre Fehler haftbar gemacht werden sollten.

Eine generell smarte Idee, denn JEDER kleinere Unternehmer haftet, wenn er „Mist“ baut mit seinem Privatvermögen, ob dies bei einer GbR direkt oder bei einer GmbH mittels Durchgriffshaftung geschieht. Der „Schuldige“ kann zur rechenschaft gezogen werden. Konzernmanager unterscheiden sich nicht nur durch die Höhe ihres Jahresgehaltes von den „normalen“ Unternehmern, sie geniessen auch noch den Status der Unangreifbarkeit. Im worst-case wird der Manager einfach rausgeschmisen und streicht auch noch eine – vorher festgesetzte – Abfindung ein.

Wenn nun aber alle „lenkenden, entscheidenden Positionen“ beschäftigten Menschen für durch sie zu verantworteten Schaden haftbar gemacht werden können, wird es eng für die Parlamentarier. Denn jeder Abstimmende ist für die Wirkung seines Abstimmverhaltens mitverantantwortlich. Da können die schon mal ihre Sparbücher und Konten in Luxemburg checken, ob sie die Milliarden für die Hypo Real Estate aus ihrem Privatfundus gedeckelt bekommen, um so den monetären Schaden der Wähler zu minimieren.

Ein Hacker und eine weiterentwickelte Idee

Es gibt Verrückte und es gibt Geniale. Wie heisst es so schön: Genie und Wahnsinn liegen dich beieinander. Tim Pritlove ist jemand, der – auf den ersten Eindruck – das Gefühl vermitteln kann, er sei ein wenig durchgeknallt (sorry Tim, das kannst Du wirklich – ich erinnere an den Hahnenkamm auf Blades / Cebit ungefähr 1865 🙂 ).

Tim ist der Aufrechterhalter des Blinkenlight Projekts, das 2001 in Berlin die Fenster des „Haus des Lehrers“ mit 144 Lampen ausstattete um damit ein übergrosses, manipulierbares Display darzustellen.

In 2008 hat nun das Team um Tim ein neues, geniales Projekt umgesetzt: Die Fenster der City Hall in Toronto wurden zu einem Display. Projektname: Stereoscope Megagenial.

Aufmerksam wurde ich diesmal nicht über die Webseite des CCC, sondern über die Netzpolitik

Ich danke Tim, der durch diese Aktion wiedereinmal auch darauf hinweisst, dass der Begriff „Hacker“ nicht die Menschen bezeichnet, die böses am Computer tun, sondern eben diejenigen, die durch kreativen Umgang mit Ideen und Technik neue Lösungen finden, Wege erschliessen und diese auch gehen.

Telekom meisselt Datensätze auf Marmor…

Zumindest sollte dann der Diebstahl von 17 Millionen Datensätzen auch eine logistische Meisterleistung gewesen sein.

Aber halt! Moment mal, wieso speichert die Telekom die Daten nicht einfach auf normalen Datenspeichern (Festplatten, Tapes etc…)? Die Frage stellt sich mir, wenn ich im SPON folgenden Satz lese:

Die Telekom hat nach eigenen Angaben „alles unternommen, um die entwendeten Daten wieder zu bekommen“.

Daten WIEDERBEKOMMEN? Sind die denn tatsächlich physikalisch verschwunden? Wohl eher nicht, eher wird jemand die Datensätze kopiert haben. Dann aber wird die Telekom die Originaldaten nicht zurückbekommen, da sie ihr Haus nie verlassen haben. Also sprechen und schreiben wir eher von Kopien der Originaldaten. Und was kann man mit EDV-Daten (sowieso und generell) vortrefflich machen? Ich gebe mal einen Tipp: CTRL-C  -> CTRL-V

Richtig: Man kann sie weiter und weiter und weiter kopieren. Da sind wir im Kern des Dilemas: Daten, die einmal den „Hochsicherheitsbereich“ verlassen haben sind nicht so einfach zurück zu bekommen. Niemand weiss, wie oft die Datensätze kopiert wurden und wo all diese Kopien, oder Teile der Datensätze nun rumliegen.

Und somit gibt uns die Telekom (ein Ex-Staatsunternehmen!!) wieder ein Paradebeispiel, warum es böse zuviele Daten zu speichern und vor allem diese in zentralen Datenbanken zusammen zu fassen.

Herr Schäuble: Lesen sie hier mit? Sollten Sie, denn sie können etwas lernen!