Auch die FAZ schürt Islamophobie

Wurde die FAZ von Springer oder PI  gekauft? Wenn ich in der aktuellen Onlineausgabe folgende Zeilen lese, könnte man fast auf die Idee kommen.

Zu lange wurde geduldet, zu lange auf multikulturelle Beschwörungsrituale gesetzt, zu lange die Debatte vermieden und das Problem rhetorisch verbrämt: Es gibt einen Rassismus muslimischer Schüler in sozialen Brennpunkten gegen alle, die anders sind.

Ist Regina Mönch nicht in der Lage zu differenzieren um festzustellen, dass mangelnde Bildungs- und Integrationsbemühungen unserer Regierung UND der Bevölkerung zu diesem „Gefühl des anders seins“ geführt haben? Ist Regina Mönch zu blind um zu erkennen, dass genau diese Art von Qualitätsjournalismus zu der Ausgrenzung führt, über die Sie schreibt. „Komisch, immer wenn ich ein brennendes Streichholz an den Benzinkanister halte, fängt das Benzin an zu brennen“.

Ich erspare euch mehr von diesem unsäglich und unredlichen Artikel zu zitieren um es zu bewerten, mir wird einfach zu schlecht, wenn ich diese Auslassungen lesen muss.

Meinungsfreiheit ist ja schön und gut. Aber manchmal sollte man sich doch auch Gedanken machen über das was man von sich gibt. Schade FAZ.

Für die Page-Impressions aber ist der Artikel gut, da die Horde der rechsseitig sabbernden Bild- & Welt-Leser sich in den Kommentaren gegenseitig aufputschen. Bravo FAZ

5 Gedanken zu „Auch die FAZ schürt Islamophobie

  1. Neulich, am 05. September, schrieb Stefan Dietrich unter dem Titel Integration der Willigen einen Kommentar über parasitäre Einwanderer und schloss daran folgende Beobachtung an:

    „Schon einmal war das Volk, der große Lümmel, so auf den Barrikaden wie jetzt. Das war Anfang der neunziger Jahre, als die Freude über den Fall der Mauer dem Erschrecken darüber wich, dass der „antifaschistische Schutzwall“ nun auch keinen Schutz mehr vor massenhaft einströmenden Flüchtlingen aus den Armenhäusern Europas bot.

    Selbst in dieser Situation erklärte die SPD das umfassende Recht auf Asyl, das ein am Boden zerstörtes Deutschland sich einst ins Grundgesetz geschrieben hatte, für unantastbar. Erst mussten in Hoyerswerda, Rostock, Mölln und Solingen die Asylbewerberheime brennen, bis sich die Sozialdemokraten bereit fanden, einer Grundgesetzänderung zuzustimmen.

    Die Brandstifter waren rechtsextremistische Wirrköpfe, die sich in den Wahn hineinsteigerten, Vollstrecker eines allgemeinen Volkszorns zu sein. Das waren sie nicht. Allerdings hatte die Politik solche Wahnvorstellungen jahrelang durch Untätigkeit gedeihen lassen.“

    Unverblümter hat noch niemanden den Rechtsextremen Danke gesagt für die Fanale, für die man sie eben auch braucht. Abgesehen von einigen logischen Fehlern (‚jahrelang‘ heißt hier wohl 1990 bis 1992 zum Beispiel) fragt man sich: Glaubt bei der FAZ der Dietrich, so weit ich weiß Chef des Innenpolitikteils, die SPD habe die Asylbewerberheime wenn schon nicht angezündet, dann aber doch ganz doll schuld, irgendwie, weil sie die Asylanten ja nicht rausgehalten hat? Will der so dringend zur Jungen Freiheit?

    • @Frédéric Valin:

      Ich bin ein ausgesprochener Verfechter des Asylrechtes. Auch darf man nicht vergessen, dass viele Wirtschaftsflüchtlinge (deren Status man ruhig auch nennen darf) zu Wirtschaftsflüchtlingen wurden, weil die westliche Welt ihre Heimat ausgebeutet hat. Das solidarische Prinzip muss weltweit gelten. Alles andere wird – langfristig – sehr prekäre Folgen haben.

      • Unser Asylrecht ist ja inzwischen mehr ein Asylverhinderungsrecht, aber natürlich bin ich da d’accord. Der Kurs der FAZ in dieser Sache bestürzt mich, weil es sich nicht um einzelne Ausbrüche hier und da handelt, sondern, so scheints, um Redaktionslinie.

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