Warum die Polizeigewerkschaft gegen eine Kennzeichnungspflicht ist

Wenn ich folgendes Video anschaue, bekomme ich Aggressionen. Schaut mal genau hin, wie das Bein des Polizisten beschleunigt. Sieht das auch nur ansatzweise aus wie ein „aus versehen im Gehen den Kopf getroffen“ oder hat da jemand bewusst und mit Absicht Schwung geholt?

httpv://www.youtube.com/watch?v=C31AmmbiXEc

Ich bekomme keine Aggressionen gegen den normalen Streifenpolizist – aber wenn ich dann Polizisten in Kampfmontur sehe, bekomme ich das ausgeprägte Bedürfnis dem Träger Schmerzen – so richtig fiese Schmerzen – zuzufügen. Ich kenne (naja, eher kannte) auch Polizisten im Bereitschaftzug, die ziemlich in Ordnung waren. Damals in Brokdorf (ja, ich bin so alt) erklärten uns die Bereitschafts-Schergen, dass sie viel lieber auf „unserer Seite“ stehen würden und es war glaubhaft.

Was ist heute los mit den Einsatzpolizisten, denen ich mit meinen Steuern das Gehalt bezahle?

Ist der Polizeiführung bewusst, dass ein einzelner durchgeknallter Polizist dafür sorgt, dass die Gewaltbereitschaft vieler Demonstranten ansteigt? Ist dieses Bewusstsein der Grund, warum Gewalt gegen Polizisten stärker bestraft werden soll als Gewalt gegen Frauen und Kinder?

Und was ist eigentlich aus der Aktion mit dem „Radfahrer“ in Berlin geworden? Verfahren eingestellt? Im Sumpf der Justiz versandet? Selbst Polizisten deren Gesicht klar erkennbar ist scheinen ziemlich sicher zu sein, wenn ich mir im nachhinein anschaue wie schwer man sich tat zu ermitteln. Da ist ein Vollschutz doch eine „Du kommst aus dem Gefängnis frei“-Karte für jeden durchgeknallten Schlägertypen, der sich seinen Lebensunterhalt in einer Polizeiuniform verdient.

Polizisten kennzeichnen: JETZT

2 Gedanken zu „Warum die Polizeigewerkschaft gegen eine Kennzeichnungspflicht ist

  1. Was sie nicht kapieren ist, dass eine Kennzeichnungspflicht auch dazu führen würde, dass die Gewalt gegen die Polizei abnehmen würde.
    Solange die Polizei in solchen Situationen als anonyme, vermummte Masse auftritt, sagen sich die Schläger sicher auch „es trifft eh den richtigen“. Ist hingegen der Polizist jemand mit Namen, so wird das ganze differenzierter – in beiden Richtungen.
    Entweder die Polizeigewerkschaft hat das gedanklich nicht durchdrungen, oder sie lässt sich (absichtlich?) von den wenigen Krawallmachern bei der Polizei instrumentalisieren.
    Denn mindesten 99% aller Polizisten in Deutschland sind total in ordnung und machen eine super Arbeit. Und es ist eine miese Sache, dass sie wegen der fehlenden Kennzeichnung unter den paar Idioten unter ihren Kollegen leiden müssen.

  2. @flippah:

    Ein weiteres Problem innerhalb der Bereitschaftspolizei ist der Korpsgeist. Auch die internen Ermittler hören viel zu oft „Habe nichts gesehen“, „gerade weggeguckt“, oder „Das war ganz anders“. Dabei vergessen diese „Verfassungsfeinde in Uniform“, dass eben SIE dafür Sorge tragen sollen, dass Recht und Ordnung herrscht und sie mit gutem Beispiel voran gehen MÜSSEN.

    Aber Du hast recht: Es sind weniger als 1% ALLER Polizisten – wie viel % der Bereitschaftspolizisten sich im Zweifelsfall durch Falschaussage oder Strafvereitelung im Amt auf die andere Seite des Gesetzes begeben vermag ich nicht abzuschätzen.

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