Alles ist relativ, auch Daisy

Ja, ich meine natürlich auch das „Unwetter“, über welches sich in Twitter meine Bekannten so bravourös lustig machten. Und sie haben ja recht: In weiter Teilen Deutschland war Daisy nicht mehr als Medienrummel. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig Holstein allerdings hat Daisy ja nun doch mit Schneewehen auf Autobahnen und Bundesstrassen sowie Hochwasser an der Ostsee für deutlichen Trouble gesorgt. Inklusive Ausrufen des Katastrophenalarms in Meck-Pom.

In der FAZ gibt es einen wunderschönen Kommentar von Sascha Zoske der die Ursache für die eigentliche, bundesweite Katastrophe auf den Punkt bringt:

Die lautesten Herolde des Unheils sind jedoch nicht die Fachleute, sondern jene Publizisten, denen das Ethos des Konjunktivs abhandengekommen ist. Es stimmt schon: Das Wörtchen „kann“ taugt nicht für Schlagzeilen. Aber fairerweise muss gesagt werden, dass es in der Verlautbarung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz zu „Daisy“ fünfmal vorkommt.

Wir bekommen die Informationen nicht vom Informationsgeber selbst, sondern alles wird uns durch die Medien aufbereitet. Jede Zeitschrift könnte täglich die Headline bringen: „Sie können heute sterben“. Natürlich kann ich das. Aber wie gross ist die Wahrscheinlichkeit. Früher gab es den kritischen Journalismus – heute nur den das, was vom Axel- Springer Verlag als „Qualitätsjournalismus“ (Unwort des Jahres?) bezeichnet wird: Titten, Skandale, Katastrophen.

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