Warum man seine Schuhe zum Besohlen nicht zum Metzger bringt #Piratenpartei

Kaum ist das Wahlprogramm der Piratenpartei in ansatzweise trockenen Tüchern höre ich von einigen Seiten Kritikpunkte wie:

  • Warum steht da nichts zur Finanzkrise
  • Wie will die Piratenpartei mit der Arbeitslosigkeit umgehen
  • etc. pp.

Da ich bekennender Pirat bin (ohne Amt, aber dennoch deutlich den Ideen und der Partei zugewandt), verwundern mich diese Ansprüche. Einerseits erklären wir (die intelligenten Wähler – nicht nur die Piraten), dass die etablierten Parteien ohne jeden Sachverstand Gesetze beschliessen. Andererseits wird von der Piratenpartei erwartet, dass sie sich zu Themen stellt, die sie sich (noch) nicht zutraut. In meinem Augen tut die Piratenpartei sehr gut daran, sich auf ihre Kompetenzen zu konzentrieren. Und diese sind im Bereich Datenverarbeitung, Datenschutz und Internet zu finden. Allein in diesem Bereich ist genug faul im Staate DänemarkDeutschland, um den Piraten eine Existensberechtigung zu geben.

Wir haben

  • Datenschutzprobleme in Firmen und privatem Bereich
  • Keine wirksamen Konzepte gegen Internetkriminalität
  • Keine sinnvollen Konzepte für ein freies, für alle Nutzer benutzbares Internet
  • Keine Konzepte für Urheberrechtsschutz und Verwertung auch und gerade im Sinne der Kreativen!

Die Urheberrechte sind ein grösste Knackpunkt, an dem auch die Piraten zu knabbern haben. Hier geht es vor allem um die Problematik den Kreativen wieder mehr Recht an Ihren Produkten zu geben. Ein Zustand, der von den Rechteverwertern als unerwünscht angesehen und bekämpft wird.

Back to Topic: Meiner unbedeutenden Meinung nach, sind die Piraten wesentlich besser beraten eben die Punkte anzugehen, von denen sie wirklich etwas verstehen und langsam in andere Problemfelder hineinzuwachsen. Dies ist deutlich sinnvoller, als – wie z.B. die SPD – von einem Thema keine Ahnung zu haben und die Expertenmeinungen in den Wind zu schlagen.

Piraten: Ihr seid auf dem richtigen weg: Kurs halten!

2 Gedanken zu „Warum man seine Schuhe zum Besohlen nicht zum Metzger bringt #Piratenpartei

  1. Diese Verkürzung der Piraten auf die „ein Thema Partei“ ist IMO sehr schnell ausgehebelt.

    Wenn es dieses „eine Thema“ gibt, dann ist es m.E. die Verwebung des digitalen Fortschritts mit unserem mechanisch/analogen Leben.

    Eine Woche ohne „Digitalität“ zeigt sehr schnell, dass es doch mehr Themen sind, als der Durchschnittsbürger annehmen möchte.

    Statt ebay werden Samstags wieder Flohmärkte gefahren, statt amazon besucht man seinen Buchhändler, statt SPON lesen wir mal eine Woche lang Printmedien und schreiben Postkarten und Briefe statt zu mailen. Die ec-Karte lassen wir zu Hause und versuchen irgendwo eine Telefonzelle zu finden, die noch mit Kleingeld funktioniert. Ach so, alle Waren mit RFID sind unkaufbar. Die digitale Satelittenschüssel wird durch die terrestrische Antenne ersetzt, das Handy im Kühlschrank geparkt und der alte 2CV nochmal angemeldet. Zum Arzt gehen ist out, Heilpraktiker ohne Krankenkarteneinsatz ist angesagt. Etc. pp.

    Und da die Themen nicht weniger werden, wird es auch in Zukunft noch viele Schlachten auf hoher See zu schlagen geben.

    Zitat:
    „In einem Land aber, in dem die Politik das Internet mit Begriffen wieSucht, Pornografie und Verbrechen besetzt, wird es schwer sein, das Internet in Schulen zu bringen und dort eine Generation für digitale Berufe zu erziehen.“
    (aus dem Leitartikel der heutigen SZ)

  2. @stefan:

    Ach, eine Woche ohne digital könnte ICH persönlich problemlos überleben. Was meine Kunden (Rechenzentrum …..) dazu sagen, steht auf einem anderen Blatt 🙂

    Ich würde sogar so weit gehen, dass die Piraten selbst in der Steuergesetzgebung für Akzente sorgen KÖNNTEN, denn die wissen auch um den Unterschied zwischen (steuer- und sozialabgabenpflichtiger) menschlicher Arbeit und der Arbeit von Maschinen.

    Das Problem, dass wir heute im Bereich Internet haben ist, dass Besitzständler versuchen das Netz genau so einzunehmen, wie sie es mit dem Kapital, dem Grund und Boden und anderen Resourcen getan haben. Nur dass „das Netz“ auch massiv von „uns hier unten“ aufgebaut wurde und die Profiteure erst auf die fertige Netzinfrastruktur sprangen, dass wollen sie gern unter den Tisch kehren.

    Merke: Was Ihnen Geld reinspült=Gut. Was dem Menschen Information und Freiheit bringt=Böse

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