Geändertes Kommunikationsverhalten dank Google+

Ich blogge, lese Blogs etc. und twittere. Sprich: Ich kommuniziere gern. Ich lese die Meinung anderer Menschen um mein eigenes Weltbild zu erweitern, meine Standpunkte zu hinterfragen und blogge um anderen Menschen meine Meinung zu gewissen Themen kund zu tun.

Nach einer Woche Google+ ziehe ich mal für mich ein kleines Resumee, denn ich glaube mein Kommunikationsverhalten hat sich aufgrund von Google+ ein wenig verändert und wird dies auch weiter tun. Twittern werde ich wohl weiterhin – bloggen auch, ABER: Das Blog hier wird in Zukunft weniger Inhalte bekommen.

Die Artikel dieses Blogs kann man grob in zwei Kategorien einteilen:

  1. Artikel, die weitestgehend aus meiner Feder (und meinem Hirn) stammen.
  2. Artikel in denen ich mich ursächlich auf „äussere“ Quellen beziehe und meinen Senf dazu gebe, sie also eher kommentiere als wirklich eigene, unabhängige Inhalte zu erstellen.

Die Artikel der Kategorie 1) werden weiterhin hier erscheinen, das Blog ist dafür genau das richtige Podium. Alles was in Kategorie 2. hineinpasst, ist eigentlich besser bei einer Plattform wie Google+ aufgehoben. 

In Zukunft werde ich diese „Holger kommentiert die Nachrichten des Tages“-Artikel wohl ausschliesslich bei Google+ veröffentlichen(mitteilen/aufdrängen).

Andererseits stellte ich fest, dass einige meiner Kommunikationspartner(Bekannte), denen ich auf Twitter bereits folge, irgendwie meine Timeline bei Google+ deutlich in Unordnung versetzen. „Ein Satz Postings“, davon aber 20 in einer Stunde, passen für mich optisch nicht in Google+. Diese – nicht böse gemeint – Schnick-Schnack-Meldungen sind und bleiben in meinen Augen bei Twitter besser aufgehoben.

Also ändert sich nicht nur mein Postingverhalten, sondern auch mein Verhältnis zu denen, deren Inhalt ich folge. Wer bei Twitter lesbar ist (und dem ich folge), muss dies nicht automatisch auch bei Google+ sein. Ich kann mir sogar vorstellen, dass in fernen Zukunft bei Twitter und Google+  zwei unterschiedlichen Personengruppen folge.

Ich bin gespannt, ob und wie andere dieses Änderungen der Infrastruktur wahrnehmen und darauf reagieren.

23 Gedanken zu „Geändertes Kommunikationsverhalten dank Google+

  1. Ich weiß echt noch nicht, ob ich mir Google+ auch noch geben will. Twitter frißt mir, vom Webinterface aus genutzt, einiges an Rechenzeit, vor allem beim Zurückblättern, egal in welchem Browser (bisher: Firefox, Opera; auf Debian GNU/Linux auf einem P IV 2,66 GHz). Noch ein offenes Fenster, das dann durch JavaScripte und was auch immer noch mehr Rechenleistung frißt, den PC noch weiter in die Knie zwingt?

    Und noch eines möchte ich zu bedenken geben: Was Du auf Deinem Blog veröffentlichst, ist und bleibt unter Deiner Kontrolle. DU bestimmst, ob und wann es vielleicht verschwinden soll. Was bei einem externen Dienstleister steht, verschwindet dann, wenn der externe Dienstleister es will. Meine Tweets bewerte ich von vornherein als vergänglich, aber meine Blogeinträge nicht; über deren Existenz möchte ich schon selbst bestimmen können. Ja, ich weiß, das Netz vergißt nicht — aber das ist ein anderes Thema 😉

    Und wenn der externe Dienstleister down ist, könntest Du dann gar nicht bloggen — ein Problem, das bei wordpress.com und anderen Blog-Dienstleistern schon öfter unangenehm aufgefallen ist und mit zu den Gründen gehört, warum ich mein Blog selbst hoste.

    Aber sag mir mal, warum ich mir Google+ anschauen soll, vielleicht kannst Du mich ja überzeugen. Ernsthaft jetzt.

    Gruß, Frosch

    • @Sabine Engelhardt:

      Die 140-Zeichen-Beschränkung ist für so manches einfach deutlich zu knapp bemessen. Letztendlich geht es doch darum, etwas mitzuteilen. Bislang tun wir das – hauptsächlich über Twitter und unsere Blogs. Manche Veröffentlichung ist aber eher „Zwischenwelt“. Kurze knappe Statements (aber eben doch mehr als 140 Zeichen), zu einem externen Thema – aber ist das wirklich etwas für „mein Blog“? Mittels Google+ lässt es sich hervorragend umsetzen, diese mittleren Dinge zu veröffentlichen.

      Wie ich schon schrieb: Artikel, die sich inhaltlich Hauptsächlich aus meinem Hirn ergeben, bleiben hier im Blog. Kürzere, bissige Kommentare – oder auch nur das festhalten eines anderen Blickwinkels passt exakt in das Medien Google+.

      Dazu kommt noch diese schöne Trennung mit wem ich etwas teile. Twitter gibt mir vor: Kann lesen, kann nicht lesen. Im Blog können alle lesen. Bei Google+ habe ich die Möglichkeit Dinge nur an dedizierte Personenkreise zu veröffentliche. Z.B. an meine Familie. Das ist der Nebeneffekt, der besonders smart ist. Ich habe bessere Kontrolle als bei meinem Blog oder Twitter.

  2. Also nimmst du uns 50% deines Blogs weg weil du uns nicht kennst?^^
    Aber wenn wir uns in die allwissenden Klauen von Google begeben können wir zumindest 80% weiterhin lesen? 😉

  3. Finde die Idee auch nicht wirklich toll.
    Was du deiner Familie oder nur guten Freunden sagen willst hat doch nichts mit dem Blog zu tun? Ich habe jedenfalls noch nichts hier gelesen, was wirklich zu persönlich für den Blog war, auch wenn es mich nicht wirklich interessiert, was du für einen Roller fährst. 😉
    Ich fände es schade, wenn du mit Teilen des Blogs zu Google+ abwanderst.

    • @mn_gnb:

      Wie ich auch Tefnut schon sagte, wird es in Perspektive ganz sicher auch eine Schnittstelle zwischen dem Blog und WordPress geben. Dann wird alles wieder gut.

      Wenn ich an einen „engsten“ Kreis schreibe, nehme ich von dem öffentlichen Teil der Artikel nichts weg, sondern ich erweitere schlicht die Nutzung dieses Kanal mit MEHR Kommunikation in einem definierten Kreis, mit dem ich bislang noch kein derartiges Mittel teilte.

  4. Ich finde es sehr Schade.

    Zitat: „Also ändert sich nicht nur mein Postingverhalten, sondern auch mein Verhältnis zu denen, deren Inhalt ich folge.“

    Was ist denn mit denen, die Deinen Inhalten folgen ?

    Zitat: „Heute muss ich sagen: Hände weg von jeglicher Cloud amerikanischer Unternehmen.“

    Also alles nicht so wild ?

    Ich wünsche Dir viel Erfolg, ehrlich !

      • @reizzentrum: Im Hinblick auf „Daten in fremde Hände geben“ sehe ich da grundsätzlich keinen so großen Unterschied. Viel blöder finde ich es, das ich jetzt auf Deinem Blog weniger „gute Artikel und Statements“ zu lesen bekomme, und ich sehe es echt nicht ein, dem Hype zu folgen und Twitter oder Google+ usw. zu nutzen, nur um das geniessen zu können, was auch ohne besagte Dienste möglich war, und auch noch weiterhin möglich sein kann. Ich bin gespannt und werde das ganze verfolgen. Vielleicht kann ich ja auch noch was lernen. 🙂

        • @Andre:

          Die Frage ist doch die VERANTWORTUNG für die Daten. MEINE Daten – solange diese keinen besonderen Wert haben und nur Kommentare zum aktuellen Weltgeschehen sind – sind auch in der Cloud gut aufgehoben.

          Und was das Verteilen der Informationen auf unterschiedlichen Plattformen angeht: Wir werden sehen wie sich das alles so entwickelt.

          • @reizzentrum: Das ist interessant, also alles was ich hier auf RZ lese und schreibe hat keinen besonderen Wert ? Auch nicht im Hinblick auf die Entwicklung unserer Gesellschaft ? Mit all der Kritik und Schmach die hier von Dir und uns als Lesern und Kommentatoren geäussert wird ? Sorry, mag sein das ich mich da grad festbeisse, aber ich rieche da Verrat. Es gibt eine Menge Beiträge von Dir hier im Blog, in dem Google zu Recht nicht gut weg kommt, und plötzlich ist alles ganz anders. Und das Du Deine Beiträge hier als KrimsKrams und unwichtig abtust macht mir die Entscheidung fast schon zu leicht …… Sorry, ich will nicht nerven oder stressen, ich verstehe es einfach nicht, ich bin neugierig und will wissen wie so eine Entwicklung zu Stande kommt.

        • @Andre:

          Ich hoffe, dass alles was ich von mir gebe, für irgendjemanden einen gewissen Wert hat, sonst würde ich schlicht Bitmüll produzieren.

          Die Frage die ich mir stelle ist (nicht nur Schwarz und Weiß) was welchen „Erhaltungsgrad“ unterliegt. Da unterscheide ich (das ist der Plan..) zwischen kleinen Textschnipseln, die ich zu tagesaktuellen Meldungen abgebe und „ganzen“ Artikeln.

          Sicher ist nicht alles „ganz anders“. Ich habe nur angefangen meine eigenen Beiträge in unterschiedliche Kategorien zu werten: Einmal „Blogthemen“ und andererseits eben „Themen für draussen“. Ich schreibe ja auch teilweise Dinge über Twitter, die sind dann auch nicht hier verfügbar.

  5. Pingback: Froschs Blog » Blog Archive » Wie ich zu Google+ kam

  6. Pingback: Ich lade euch zu Google+ ein | Reizzentrum

  7. Mir gehts da ähnlich.
    Ich bin gezwungenermaßen auch in mehreren Netzwerken unterwegs.
    Da nun alle irgendwie miteinander verwoben sind, vermischen sich natürlich auch die Inhalte, weshalb es schon mal unübersichtlich werden kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.