[Update]Loveparade deckt kriminelle Aktivitäten der Polizei auf

Dass ich eigentlich die Polizei als eine sinnvolle Institution betrachte und die meisten Polizisten sogar OK sind, wird langsam immer schwerer erklärbar:

Wie SPIEGEL ONLINE erfuhr, wurden bei der Bundespolizei inzwischen sämtliche Unterlagen zur Love Parade – Einsatzbefehle, Lagemeldungen, Karten – von den Computern der Beamten sowie aus deren E-Mail-Accounts gelöscht. „Da kam sehr schnell der ganz große Staubsauger“, sagte ein Beamter, der sogar eine konzertierte „Vertuschungsaktion“ im Gang wähnt.

Nach der rückhaltlosen Aufklärung, von der Bundespräsident Wulff doch so salbungsvoll gesprochen hatte, sieht das jedenfalls nicht aus.

schreibt der Spiegel. Da fragt man sich doch, ob da vielleicht sogar Verstösse gegen das Bundesdatenschutzgesetz vorliegen: „von den Computern der Beamten sowie aus deren E-Mail-Accounts gelöscht“. Da greift der Dienstherr – resp. ein Bevollmächtigter – mal eben auf die Maildaten zu? Wird da gerade das Amt des Bundespräsidenten beschädigt, weil höhere Posten des Polizeidienstes auf die Aussagen des Bundespräsidenten scheissen und ihren eigenen Arsch, oder den Arsch der wirklich verantwortlichen versuchen zu schützen. Und diesem Staat und seinen Schergen soll ich trauen?

Irritieren tut mich nur, dass es ausdrücklich um die Bundespolizei geht.

[Update]

Die Neue Osnabrücker Zeitung meldet:

„Spiegel Online“ berichtete am Sonntag, alle Unterlagen wie Einsatzbefehle, Lagemeldungen und Karten seien von den Computern der Beamten der Bundespolizei und von ihren E-Mail-Accounts gelöscht worden. „Da kam sehr schnell der ganz große Staubsauger“, zitierte das Online-Medium einen Beamten, der eine „Vertuschungsaktion“ vermutete. Der Bundespolizeisprecher sagte, dieser Bericht sei „absolut zurückzuweisen“.

16 Gedanken zu „[Update]Loveparade deckt kriminelle Aktivitäten der Polizei auf

  1. Das kann nur ein Gerücht sein! Jeder weiss doch, das Emails immer noch in Kopieen existieren (können). Wenn da gelöscht wurde, so diente dieser Akt nur der Diskreditierung der Polizei, nicht der Vernichtung von Spuren….meint die
    Traudl

  2. Es sind ja nicht nur jetzt „kriminelle“ Machenschaften zu beobachten wie z.B. ein Brief an den Innenminister Dr. Ingo Wolf von Thomas Mahlberg MdB vom 09.02.2009 zeigt. Damals schon wurde versucht Kritiker einfach Mundtot zu machen:
    „…Am vergangenen Wochenende lies die Duisburger Polizei nunmehr erklären, eklatante Sicherheitsmängel stünden einer Durchführung der Love Parade in Duisburg im Jahre 2010 entgegen…“; „…Eine Negativberichterstattung in der gesamten Republik ist die Folge. Ich frage Sie, Herr Dr. Wolf, was treibt den Duisburger Polizeipräsidenten zu einer derartigen Handlung ?…“; „…Der neuerliche Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen….“
    http://www.cdu-duisburg.de/index.jsp?index=presse&mid=20&content=ja&id=103

    lg

    Kai

    PS.: schönen Gruß an meine alte Heimat und Geburtsstadt Hamburg aus Wien 🙂

    • Heuchlericher und verlogener kann ein Mensch eigentlich nicht mehr sein. Hier ist vom gleichen MdB Thomas Mahlberg eine Pressemitteilung zur Katastrophe: „…Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle auf der Rampe zum Festivalgelände, die nach gründlicher und tiefgreifender Ermittlung den Angehörigen und der Öffentlichkeit den genauen Verlauf des Unglücks schildern muss. Es darf kein Raum für Spekulationen und Gerüchte verbleiben…“
      http://cdu-duisburg.de/index.jsp?index=presse&mid=20&content=ja&id=146

      Er sollte konsequenterweise bei der Aufklärung bei sich selber anfangen!
      Was für ein widerlicher Mensch!

      lg

      Kai

    • @Kai
      Die CDU hat diesen Brief inzwischen verloren, da findet man nur noch eine leere Seite. Wär‘ vielleicht nützlich, wenn Du denen helfen könntest und ihn, falls Du ihn hast, hier in voller Länge postest.
      War ja eine Pressemeldung und insofern zur Veröffentlichung bestimmt und ist für die Öffentlichkeit sicher von Interesse. Schon gar, wenn man weiss, dass dieser Polizeipräsident sofort gefeuert – ‚in den Ruhestand versetzt‘ – wurde.
      Es ist alles ziemlich gruselig …

      • Gerne,
        Gott sei Dank hab ich das kopiert. Es sind im Web aber auch noch weitere Kopien zu finden.

        Brief an den Innenminister Dr. Ingo Wolf von Thomas Mahlberg MdB

        Sehr geehrter Herr Dr. Wolf,
        aus Sorge um das Ansehen meiner Heimatstadt Duisburg wende ich mich heute mit diesem Schreiben an Sie.
        Der Duisburger Polizeipräsident Rolf Cebin zählt auf Grund seines Lebensalters und seiner Dienstjahre zu den erfahrenen Kräften der Polizei in Nordrhein-Westfalen, seine Handlungsweisen insbesondere der jüngsten Vergangenheit sprechen aber leider eine ganz andere Sprache.

        Bis zu den sogenannten Mafia-Morden in Duisburg vertrat der Polizeipräsident stets die Auffassung, in Duisburg gäbe es keine nennenswerte organisierte Kriminalität. Eine fatale Fehleinschätzung die durch das Geschehen vor dem Restaurant „Da Bruno“ mehr als transparent wurde.

        Vor wenigen Wochen lies der gleiche Polizeipräsident bei einer Anti-Israel-Demonstration in Duisburg Israelische Flaggen entfernen und trat unser Demokratieverständnis mit Füssen. Während sich Menschen in aller Welt über das Vorgehen zu Recht empörten, versuchte Herr Cebin seine Entscheidung in einer ersten Stellungnahme gar noch zu verteidigen.

        Am vergangenen Wochenende lies die Duisburger Polizei nunmehr erklären, eklatante Sicherheitsmängel stünden einer Durchführung der Love Parade in Duisburg im Jahre 2010 entgegen. Während der Veranstalter der Love Parade noch nicht einmal eine Strecke angemeldet hat und die Gespräche zwischen Stadt und Veranstalter geführt werden, sagt Herr Cebin ab, wenn man die Presseberichterstattung richtig interpretiert, die Love Parade für Duisburg ab. Eine Negativberichterstattung in der gesamten Republik ist die Folge.

        Ich frage Sie, Herr Dr. Wolf, was treibt den Duisburger Polizeipräsidenten zu einer derartigen Handlung ? Warum spricht er nicht mit den Verantwortlichen der Stadt Duisburg sondern fügt der Stadt Duisburg einen weiteren Imageschaden zu ?

        Bereits nach dem Fahneneklat hatten viele Menschen drastische Sanktionen aus dem Innenministerium erwartet. Sie sind bisher ausgeblieben.

        Der neuerliche Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen. Im Interesse der in Duisburg lebenden Menschen, im Interesse der Polizei.

        Mit freundlichen Grüßen, Thomas Mahlberg MdB (09.02.2009)

        lg

        Kai

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