Die Imperialisten kommen in Bedraengnis

Auch wenn die UDSSR den Nordamerikanern immer Imperialismus vorwarfen, so waren die ersten Imperialisten in der alten Welt Zuhause.

Unter dem Begriff Imperialismus (von lat. imperare „herrschen“; imperium „Weltreich“; z. B. Imperium Romanum) versteht man die Bestrebungen eines Staates, seinen Einfluss auf andere Länder oder Völker auszudehnen. Diese Machterweiterungspolitik kann sich unter anderem in bevölkerungspolitischer, nationalistischer und wirtschaftlicher Weise ausdrücken.

beschreibt Wikipedia den Begriff Imperialismus. Da die Zeit des Kanonenbootes vorbei ist, betreiben die Industriestaaten seit einigen Jahrzehnten einen Wirtschaftsimperalismus und bezeichnen diesen als verhätschelnd Globalisierung. Aber die Ausrichtung auf ausländische Märkte wirft auch ein Problem auf: Wenn der Inlandsmarkt keinen ausreichenden Kapitalumlauf (Cashflow) mehr besitzt, verhungern die Bürger oder einzelne müssen für viele bezahlen.

Dieser Gesetzmässigkeit will Barack Obama nun entgegen steuern:

Das US-Konjunkturpaket soll eine sogenannte „Buy American“-Klausel („Kauf amerikanisch“) enthalten, die die Verwendung von US-Produkten bei allen Vorhaben vorschreibt.

schreibt die Welt.Und es wird (wieder Welt) scharf kritisiert:

Die Europäische Union hat die Pläne der neuen US-Regierung verurteilt, im Rahmen ihre Milliarden-Konjunkturpakets Unternehmen aus den USA zu bevorzugen. Der Vertreter der EU-Kommission in Washington, John Bruton, schickte am Montag Protestbriefe an die US-Regierung und den Kongress. Die geplante Regelung sei „ein gefährlicher Präzedenzfall“ in einer Zeit einer weltweiten Wirtschaftskrise.

Diese Protestnote zeigt, wie armseelig die Vertreter der europäischen Unternehmen (und nur um diese geht es) agieren. Sie sind allesamt auf den US-Markt (jnd alle anderen ausländischen Märkte) angewiesen. Kein Wunder, ist der Inlandsmarkt doch seit Jahrzehnten vernachlässigt worden. Wenn potentielle Käuferschichten durch Arbeitslosigkeit in den Kapitalentzug gedrängt werden, weil es billiger (nicht zwingend preiswerter) ist im entfernten Ausland zu produzieren, wird es schwer seine Produkte im Inland zu verkaufen. In Zeiten der – von der Wirtschaft selbst herbeigeführten! – Globalisierung, darf der Auslandmarkt nicht vermindert werden. Denn ansonsten können teure Kredite – um Produktionsstätten im Ausland aufzubauen – nicht zurück gezahlt werden. Die Rendite sinkt dann in allen Grosskonzernen noch weiter.

Nur muss man bedenken, dass auch die USA ihr Geld selbst brauchen. Obama muss dafür sorgen, dass etwaige Subventionen (nur ein Schelm denkt dabei an die steuerfinanzierte Abwrackprämie, mit der auch der Absatz aussereuropäischer Fahrzeuge finanziert wird) auch wieder in die Steuerkasse zurück fliessen müssen. Obama versucht nur dass, was z.B. deutsche Politiker und Wirtschaftsunternehmer (ich sprach es diverse Male an) die Inlandsnachfrage sträflich vernachlässigten.

Das System Kapitalismus und stetes massives Wachstum frisst sich so langsam selbst – mit Haut und Haaren.

6 Gedanken zu „Die Imperialisten kommen in Bedraengnis

  1. „Das System Kapitalismus und stetes massives Wachstum frisst sich so langsam selbst – mit Haut und Haaren.“

    Es gibt kein stetiges Waschsum jedenfall in einem bestimmten Bereich, aber es gibt beliebig viele Bereiche. Nimm einmal die Eisenbahnen, Ihre große Zeit war zu Ende des 19, anfang des 20. Jahrhunderts. Es gibt natürlich heute immer noch Bahnhersteller aber, nicht mehr mit den aberwitzigen Wachstumsraten. So geht es mit jedem Bereich, man kommt immer an eine Grenze aber dann gibt es auch immer wieder Neuentdeckungen. Es gab früher nichts was man mit Waschmaschinen vergleichen kann, heute steht Sie in jedem Haushalt . Vor noch nicht einmal 15 Jahren waren Computer gar nicht so „weitverbreitet“ ganz zu Schweigen von den Breitbankverbindungen von heute.

    Natürlich kommt man immer irgendwo an Grenzen nur das heißt nicht das nicht was anders hochkommt. Mit entsprechenden Rahmenbedingungen wird es auch beim Auto irgendwo enden oder anders gehen. Niemand weiß was passieren wird… Aber in allen Bereichen wird gesucht, geforscht probiert. Stell‘ Dir mal vor irgendwann liefe die Kernfusion. Was wären das für Auswirkungen?

    Diese plumpe Kritik am kaptialistischen System ist einfach unangebracht. Alles Chimären von faireren System sind ausgeträumt und untergegangen….

    Und wenn es wirklich liberale Politik gäbe, dann wäre es mit Sicherheit nicht so knüppeldick gekommen wie gerade eben.

  2. @Friedrich:

    Du hast recht: Die „Einführung“ der Bahn hat vieles geändert: Pfederzüchter und -händler erlebten einen Negativboom…..

    Woraus ich hinaufwill ist, dass die GESAMTwirtschaft – und genau um die geht es – nicht unendlich ist. Das Kapital, welches man als Konsument/Investor investieren kann, vermehrt sich nahezu ausschliesslich über die Inflation.

    Die Einführung der Computer (und der daran hängenden Technologien) haben z.B. dazu gefürht, dass weniger Schreibkräfte benötigt werden, oder Angestellte in den Bankfilialen. Die Automatisierung hat ein PAAR Arbeitsplätze bei den Produzenten geschaffen, aber vielen „einfachen“ Arbeitern den Job gekostet.

    Betrachte keinen einzelnen Wirtschaftszweig, sondern die Gesamtheit. Es dürften in deiner Beispielkette ausschliesslich Wege/Technologien genannt werden, die keinerlei negativen Auswirkungen auf andere Bereiche haben. Deine Beispiele haben diese aber….

  3. Auch das ist n ich korrekt. Du könntest ja einmal mit den Preisen für „Flüge“ von vor sagen wir mal 30 Jahren rechnen und was sie heute kosten. Du könntest ja versuchen mal einen Computer der heutigen DualCore Klasse vor gerade mal 15 Jahren oder so zu kaufen. Und du könntest Dir mal die Mühe machen zu schauen was ein Ei heute kostet und so in den Sechzigern, was das mit der Gesamtheit soll versteh‘ ich nicht. Die Gesamtheit ist nich starr und ständir in Veränderung. Früher waren Pferde als Transportmittel wichtig heute sind es Autos, was morgen ist weiß keiner.

    Diese einseitige Inflation wir sind doch alle nicht reicher geworden, ist einfach falsch. Wenn es Dir nicht gefällt dann klink‘ dich aus. Schau, wo Du Dein Fleckchen Land herbokommst und dann mach‘ mal.

    Nebenbei, schlage ich auch vor Du schaust mal wieviel Geld Heute mit Pferden verdient wird. Ich denke auch das dürfte „interessant“ sein.

    Wogegen ich mich aber verwehre ist dieser Pauschalsatz vom Kaptialismus der nichts „taugt“. Du lebt hier und hast nicht zu knapp vom Kaptialismus profitiert….

  4. @Friedrich:

    Mit Pferden geld verdienen? Wieviele(!) Menschen verdienen damit Ihren LEBENSUNTERHALT?

    Ich habe profitiert, ja. Ich profitiere auch von noch ganz anderen Dingen, die ich nicht gut heissen muss.

    http://rz.koepke.net/?p=1931 Schau dort nochmal.. Die Geldmenge (inflationsbereinigt) bleibt gleich.

    Ein Mensch hat nur EINE Arbeitskraft – mehr kann ein Mensch nicht erwirtschaften. Wenn nun Maschinen die Arbeit von Menschen übernehmen und diese Menschen kein Geld mehr verdienen, wer soll dann die von den Maschinen fabrizierten Produkte KAUFEN?

    Wenn im gesamten (Welt)markt ALLE Menschen arbeiten ist der Markt gesättigt. Denn wer kein Geld verdient tritt auf dem Markt auch nicht als selbstständiger(!!) Verbraucher auf.

    Marx lesen ist nicht soo verkehrt, was die Grundzüge des „Systems des Wirtschaftens“ (Wirtschaftssystem) und der Arbeit angeht 🙂

  5. Mit Pferden Geld verdienen, das dürften weltweit immer noch einige Millionen sein. Man braucht sich ja nur die Galopprennen ansehen oder aber Springturniere, hast Du mal geschaust wieviel Bücher es über Reiten bzw. Pferde gibt. Das mit der Arbeitskraft ist wahr aber irreführend. Früher mußtest Du stundenlang arbeiten um Dein Brot zu „verdienen“, mit krummen Rücken auf dem Feld. Das steht Dir immer noch frei. Die meisten bevorzugen es aber woanders zu arbeiten und sich dann mit dem dort verdienten Geld in den nächsten Laden zu begeben und sich dort zu kaufen was Ihnen gerade passt. Es steht Dir frei es so zu machen wie Du es willst. Bitte geh‘ mir weg mit marx,nachdem ich mich da durchgequält habe, kann ich nur sagen. „Mache jeder wie er will, aber mich lasse man mit dem Quatsch in Ruhe“….

  6. @Friedrich:

    Ja, deine Beispiele treffen, deshalb schrieb ich auch explizit vom „Lebensunterhalt“. Menchen, die ihr normales, karges Einkommen davon finanzieren. Einfache Menschen, nicht Menschen die zu viel Geld haben um Pferdewetten zu machen, sich teure Pferde kaufen oder hippe Pferdesportveranstaltungen anschauen.

    Du irrst, wenn Du meinst, dass jeder Bundesbürger sich heute noch „selbstständig“ seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Schon jetzt werden zu viele „Billigjobs“ mit Staatsgeld aufgestockt. DAS ist keine vollumfangliche Unabhängigkeit von der Geldmenge der Allgemeinheit.

    Was Marx angeht: Ja, durch den quält man sich – aber dennoch beschreibt er an einigen Stellen die Kernprobleme. Oder? Ich behaupte NICHT, dass „Das Kapital“ die Bibel ist!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.