Wie viel „Auslauf“ brauchen Jugendliche?

Mann-Mann-Mann, schafft euch keine Kinder an, oder doch macht es. Aber seid darauf gefasst, dass nicht alles immer supertoll so läuft wie ihr es euch vorstellt.

Ich habe mal ein Planspiel mit euch vor. Stellt euch vor ihr hättet eine 14jährige Tochter. Diese Tochter würde nun gern ein Konzert einer „In-Band“ besuchen, welches auf einem Wochentag auf der Hamburger Reeperbahn stattfindet.

Erste Frage: Würdet ihr den Besuch generell erlauben?

Zweite Frage: Bis wann hätte die 14jährige Tochter spätestens die Reeperbahn zu verlassen (Heimweg dauert ca. 45 Minuten)

So, nun kommt ihr. Wenn ihr das lest und nicht antwortet, werde ich diese geile Sau quälen.

23 Gedanken zu „Wie viel „Auslauf“ brauchen Jugendliche?

  1. Das ist nun wirklich eine schwere Frage. Und unfair Deiner Tochter gegenüber ist es noch dazu, hier im Netz darüber zu diskutieren. Das mal vorweg.

    Von Gesetzes wegen darf ein 14jähriges Mädel sowieso alleine nicht auf so ein Konzert gehen, oder liege ich da falsch? Auf vielen Konzertkarten steht hintendrauf sowieso schon „Eintritt ab 18“. Davon abgesehen wäre es soweit ich weiß erst ab 16 Jahren wirklich erlaubt, dann aber auch nur bis 24.00. Minderjährige dürfen soweit ich weiß gar nicht ohne Erziehungsberechtigte auf solche Veranstaltungen.

    Das ist natürlich graue Theorie. In der Praxis habe ich gestern auf dem Heimweg gegen 23.00h meines Erachtens NUR Minderjährige gesehen, in verschiedenen Zuständen der Alkoholisierung und aufgebrettert wie Reeperpahnverdiener (weiblich wie männlich). Allerdings führte mein Heimweg nicht mal über die Reeperbahn, sondern einfach nur über Stuttgarts „In“-Meile.

    In Deinem speziellen Fall kommt nun eben noch die etwas heikle Lokalität Reeperbahn sowie ein 45 minütiger Heimweg (zu Fuß?) dazu. Allerdings strömen aus so einem Konzert ja meistens tausende Fans, wenn die nun alle über die Reeperbahn latschen, halte ich die Gefahr für eher gering.

    Um auf Nummer sicher zu gehen könntest Du ihr ja den Konzertbesuch erlauben und sie (in angemessener Entfernung von Eingang damit sie sich nicht vor ihren Freunden blamiert) wieder abholen. wäre das ein akzeptabler Kompromiss?

    • @daMax:

      Zu deiner Beruhigung: Die Situation hat sich bereits abgespielt.. Es geht nur um einen „Abgleich“ und nicht um die Entscheidung. Philosophie praktisch – und vielleicht ist ja der eine oder andere auch mal in der Situation und freut sich einen „Realitätsabgleich“ zu erhalten 🙂

      Der Heimweg wäre nicht zu Fuss sondern mittels ÖPNV. Und es gibt die Option, dass ich meine Tochter abhol(t)e leider NICHT.

  2. Ergänzung zu Emathion: gibt es generell Begleiter, nicht zwingend erwachsen und männlich?
    Sprich: wird sie mit Freunden auf das Konzert gehen?
    Wie alt sind diese etwa und wie kommen diese nach Hause?
    Besteht vielleicht die Möglichkeit, daß diese den Heimweg gemeinsam antreten, z. B. mit einem Taxi oder von einem Elternteil abgeholt werden?

    Grundsätzlich würde ich den Konzertbesuch erlauben.
    Ich begründe solche Fragen immer gerne mit Rückblick auf meine eigene Kindheit/Jugend und mein erstes Konzert habe ich mit 14 besucht.
    Es war keine „In-Band“, sondern eher (Punk)Rock, allerdings auch nicht Hamburg, sondern eine Kleinstadt.

  3. Bei scanlines Kommentar fällt mir gerade ein, dass ich mein aller erstes Konzert tatsächlich auch mit 13 besucht habe: Falco! Oh yeah. Auch alleine, allerdings in Stuttgart und ich bin bekanntlich nicht weiblich. Auf dem Konzert musste ich mich erstmal aus der Masse rausziehen lassen weil es mir einfach zu eng wurde, und später war ich furchtbar enttäuscht weil Falco so druff war, dass er das Playback total verraffte.

    Naja. BTT: ich würde meiner hypothetischen 14jährigen Tochter wahrscheinlich nur sehr ungern einen unbegleiteten (!) Konzertbesuch in Reeperbahnnähe gestatten. Mit ein paar Freunden/Freundinnen zusammen schon eher. Wenn keine Abholung möglich ist würde ich wahrscheinlich die Erlaubnis verweigern mit den Hinweisen: 1. kommt die Band sicher noch mal wieder, 2. kommen auch andere Bands, 3. wäre dieses „Verbot“ auf eine Notsituation beschränkt (keine Begleitung, Reeperbahn etc) und wäre kein generelles Konzertverbot.

    Dann würde ich hoffen, dass ich meine Tochter die letzten 14 Jahre soweit richtig erzogen habe, dass ein Apell an die Einsicht Chance hat, zu fruchten 😉

    • @daMax:

      DAS ist eh das wichtigtse in Sachen Erziehung: Das die Kids die Entscheidungen nachvollziehen können. Vielleicht sich anders wünschen, aber wissen auf welcher Basis sie getroffen wird.

      An der Stelle nutze ich gern das „Vater-Gen“. Ich weiss, dass Du mehr Freiheit wünscht, aber ich als dein verantwortlicher(auch ein wenig ängstlicher) Vater, kann es einfach nicht erlauben, sorry. Kam die Grosse immer mit klar.
      Wir lachten gemeinsam darüber, wenn Sie ankam und sagte:“Jaja, dein Scheiss-Vater-Gen.“ 🙂

    • @Oliver:

      „Ich muss bloggen“ wäre definitiv KEINE Begründung.

      Aber glaube mir, es gibt einen guten Grund warum es mit nicht möglich war meine Tochter zu begleiten. Allerdings werde ich nicht jedes persönliche Detail hier ins Blog stellen – Reste von Privatsphäre, Du verstehst 🙂

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