Voigt und Partner, Berlin. Bauernfänger?

Gerade kommt ein schallend lachender Techniker in mein Büro und kreischt etwas von „Nice Try“. Was lag da so bemerkenswertes in der Faxqueue, mit dem er wedelt?

Eine Aufforderung des „Wirtschaftsbüro“ Voigt und Partner aus Berlin, Joachimstaler Str. 4. Dieses Wirtschaftsbüro fordert uns auf nur die Anschrift zu bestätigen, damit wir das Steuer-Rundschreiben erhalten.

Aber Moment mal. Was ist denn da in der Fusszeile versteckt, der Ort an dem normale Briefe nur die Handelregisternummer, Fax- und Telefonnummer sowie die Schuhgrößen der Geschäftsführer mitteilen:

Senden Sie mir das 8-seitige Rundschreiben für die nächsten 24 Ausgaben von Voigt & Partner für 39 EUR netto pro Faxausgabe

Auch wenn das Schreiben den Eindruck erweckt von einem Steuerberatungsbüro zu stammen, so weist Voigt und Partner (wieder im „Kleingedruckten“) explizit darauf hin, dass sie keine Steuerberatung durchführen und keine Steuerberater beschäftigen.

Ich muss nicht erwähnen, dass dieses Fax ins Kuriositätenkabinett wandert und NICHT beantwortet wird. Ich frage mich wie viele Rückläufer Vogt und Partner für dieses Abzockfax erhalten – sicher genügend 🙁

47 Gedanken zu „Voigt und Partner, Berlin. Bauernfänger?

  1. Ich arbeite bei einer Buchhandlung und wir haben dieses bemerkenswerte Fax heute Vormittag auch bekommen. Ich wollte meinem Ärger gleich Luft machen und Voigt und Partner davon in Kenntnis setzen, dass wir ihr Schreiben zur Prüfung unserem Anwalt weitergeleitet haben, aber „Überraschung“ zum angegebenen Telefonanschluss habe ich gar keine Verbindung gekriegt. Ganz große Sauerei, so was. 936,- € für einen Newsletter!

    • Das wirklich schlimme ist doch, dass es genügend Menschen gibt die darauf hereinfallen werden.

      In meinen Augen wird diese Art von Delikt viel zu zaghaft bestraft. Sicher muss man ALLES lesen bevor man etwas unterschreibt. Aber ….

  2. Bei uns ist es auch gerade eingetrudelt. Nicht zu glauben, auf welche Art und Weise die Menschen an unser Geld gelangen wollen. Ist das Schreiben schon an die Verbraucherzentrale gemeldet worden?

  3. …wir habens auch gerade bekommen und herzlich gelacht… und gleich mal „Voigt und Partner“ gegoogelt und bin so hier gelandet.

    Interessant ist, das auf der Website dieses Möchtegern-Abzockers unter den AGBs der Hinweis steht, daß angeblich auf dem „Anfoderungsfax“ ein Hinweis zur Stornierungsmöglichkeit stehen sollte….was natürlich fehlt, womit das ganze rechtlich sofort gegessen ist.

    wers trotzdem bestellt aus Schußligkeit, kommt da leicht wieder raus, denke ich, da jederHinweis auf einen Widerruf nach dem Fernabsatzdingens-Gesetz fehlt und jeder Anwalt das mit Freuden in der Luft zerreisst, sollte der Voigt mit Mahnungen kommen…

    • Wieso sollte es Urkundenfälschung sein?

      Bei Verträgen ist es Gang und Gebe, dass etwaige Änderungen offensichtlich eingefügt werden. Jeder Vertrag ist erstmal als Angebot zu verstehen. Wenn Du nun den Preis händisch änderst, gibst Du nur zu verstehen, dass Du auf das Angebot GENERELL eingehst, aber in Sachen Preis eine andere Vorstellung hast. Sollte dein Gegenüber dann liefern, nimmt er den Vertrag (zu deinen Bedingungen) an.

  4. Pingback: đª]V[ªX » Links 2010-08-04

  5. Das Fax kam hier heute auch an… War jedenfalls schon recht professionell gemacht, aber natürlich trotzdem schnell zu enttarnen – da hatte sich aber jemand Mühe gemacht, kompletter Briefkopf und so weiter. Interessant fand ich, dass das Fax des angeblichen Berliner Beratungsbüros mit einer Kölner Faxnummer bei uns angelangt ist ^^

  6. Natürlich habe ich zurückgefaxt, natürlich mit einem netten Brief dazu, „Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit fordere ich Sie zur sofortigen Einstellung der nicht gewünschten Faxsendungen auf meine Fax-Nr. xxxxxxxxxxxx auf.
    Meine Fax-Nr. so wie weitere Daten zu meiner Person sind komplett aus allen Listen, auch aus denen Ihrer Partner zu streichen.
    Ergänzend möchte ich betonen, dass Sie sich mit unaufgefordert zugesendeten Werbefaxen §1,3u.7UWG strafbar machen. Sollten die Faxsendungen nicht aufhören, bin ich fest entschlossen auf Unterlassung zu klagen“.
    Da ich täglich mit solchen Faxen zugemüllt werde habe ich den Text bereits als Standard gespeichert, ich hätte echt mal gute Lust gegen solche Vollidioten rechtlich vorzugehen

  7. Hallo zusammen,

    Eintrag der Firma bei DEN*C mit Telefon/Fax:

    Name: Herr Wirtschaftsbüro Voigt
    Organisation: Voigt und Partner

    Die personenbezogenen Daten habe ich gelöscht, sowas veröffentliche ich hier nicht. Auch Täter haben Rechte, Reizzentrum

    Vielleicht hilfts jemandem weiter…

    • Die Nutzungsbedingungen der DENIC hast Du gelesen und es auch bestätigt, da Du sonst gar nicht an die Daten gekommen wärest:

      Sie dürfen nur zum Zwecke der technischen oder administrativen Notwendigkeiten des Internetbetriebs oder zur Kontaktaufnahme mit dem Domaininhaber bei rechtlichen Problemen genutzt und ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis der DENIC eG weder elektronisch noch in anderer Art gespeichert werden.

      Warum versuchst Du diese Daten hier zu veröffentlichen? Willst Du selbst den Ärger bekommen oder wolltest Du ihn mir aufhalsen?

  8. @reizzentrum

    Sorry, Menschen machen Fehler, aber darauf bauen ja auch diese Schreiben.
    Aber Du hast vollkommen recht, ich war da nicht berechtigt, danke für
    Deine schnelle Korrektur/Richtigstellung. r.lurker

  9. Ich brauche Ihre Hilfe!!!
    Leider, bin ich auf Voigt & Partner reingefallen und habe das Fax unterschrieben. Der Versuch per Telefon Kontakt mit der Firma Voigt & Partner aufzunehmen scheiterte, da niemand Telefonate beantwortet.

    Kann mir jemand sagen, wie ich dies Rückgängig machen kann, so dass ich keine Rechnung von denen bekomme?

    Vielen Dank im Voraus für die Tipps!

    • wir haben auch so ein fax bekommen und ohne es zu lesen geantwortet. unsere anwaltskanzlei meint nun es sei äußerst schwierig da wieder rauszukommen, weil die wohl auch dafür bekannt sein sollen die dinger durchzuklagen…

      hat es schonmal jemand soweit kommen lassen? wäre mal interessant zu wissen, wer da schon erfahrungen gesammelt hat.

  10. Hallo Zusammen,

    sind leider auch reingefallen. Wäre es nicht mal sinnvoll eine Sammelklage zu starten.
    Solche dubiosen Firmen sollten wirklich einen auf den Deckel bekommen. Bin echt sauer.

  11. Anfechtung wg. arglistiger Täuschung! Sollte in diesem Fall kein Problem sein:

    „Ein Berliner Unternehmen hatte im Juli für ein sog. Steuerrundschreiben geworben, welches der Adressat der Werbung im Abonnement beziehen konnte. Das Unternehmen führte im Briefkopf der Werbung den Hinweis „Steuertipps – Steueroptimierung – Bundesweit“. Bei dem Unternehmen handelte es sich jedoch nicht um einen Steuerberater.
    Die Zusendung des Werbeschreibens war ohne Einwilligung des jeweiligen Adressaten erfolgt, sodass der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität das Unternehmen wegen belästigender Telefaxwerbung gemäß § 7 Abs.1, Abs. 2 Nr. 3 UWG abmahnte. Am 9.8.2010 wurde gegenüber dem DSW eine Unterlassungserklärung im Hinblick auf den Aspekt unzulässiger Telefaxwerbung abgegeben. Für jeden Fall schuldhafter Zuwiderhandlung nach dem genannten Datum droht dem Unternehmen damit eine – notfalls gerichtlich geltend zu machende – Vertragsstrafe.
    Bei Wettbewerbszentrale und DSW sind bis zur Abgabe der Unterlassungserklärung insgesamt über 100 Beschwerden eingegangen, sodass der DSW von einer Massenaussendung ausgeht.“

  12. Danke an Hans für das Statement. Bei uns ist ein Mahnbescheid zugestellt worden. Eigentlich wollte ich diesen einfach zurück schicken mit dem Vermerk „keine Zahlung“, aber das nützt mir wohl nichts.
    Dann habe ich da angerufen und ein netter Herr hatte Verständnis und hat mir angeboten die Sache in Raten zu zahlen. Immerhin, besser als nichts wie man so schön sagt. Meine Firma läuft im Moment eher schleppend und ist saisonabhängig.
    Was soll man sonst machen, wenn die Gerichte auf der Seite von Voigt sind.

  13. Das Problem bei arglistiger Täuschung ist, dass man nachweisen muss, dass der Vertragspartner arglistig gehandelt hat. Das gelingt in der Praxis nur in Ausnahmefällen. Von daher ist die Rechtsprechung bei diesem Formular wohl eindeutig und stellt regelmäßig eine Zahlungspflicht des Kunden fest. So zumindest unser Anwalt zu dem Ding.

    Daher lieber vorher lesen was man abschließt, nicht hinterher. Das kann teuer werden. Mit Gerichts- und Anwaltskosten liegt man gut und gerne bei über 1.000 Euro.

  14. @GebäudereinigungS:
    Aber bitte nicht vergessen das Abo auch fristgerecht zu kündigen (Einschreiben-Rückschein ist hier Pflicht!), sonst verlängert sich der Vertrag stillschweigend!
    Dann kannst Du nämlich gleich wieder den „netten Herrn“ anrufen und Ratenzahlung vereinbaren.
    Das ist am Rande der Legalität, was die Brüder da treiben. Leider eben nicht explizit illegal. Vielleicht kommt mal ein rand-legaler Osteuropäer bei denen vorbei und teilt denen seine ganz persönliche Ratenzahlung „auf die fette Fresse “ mit…

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