Nachtrag: Initiiert Josef Ackermann Insider-Geschäfte?

Ich will ja niemanden etwas unterstellen, aber ein Mensch der so massiv auf den Zuwachs von weltlichem (namentlich Kapital) ausgerichtet ist wie Josef Ackermann, dem traue ich so einiges zu.

Ist es vorstellbar, dass Josef Ackermann (oder besser irgend ein Mitarbeiter der Deutsche Bank, nachdem Ackermann einen „Tipp“ gab) VOR dem Auftritt Ackermanns bei „Maybrit Illner“ auf einen sinkenden Euro-Kurs spekulierte? OK, die Deutsche Bank direkt muss es ja nicht gewesen sein – irgend eine entfernte Tochtergesellschaft reicht ja, Hauptsache die ganze Aktion wirkt sich anschliessend positiv auf das Geschäftsergebniss der Deutschen Bank und somit auch auf Ackermanns Bonuszahlung aus.

Mal ehrlich: Wenn Ackermanns Deutsche Bank auch nur EINEN Cent durch die Aussagen Ackermann verlieren würde weil die Bank auf steigenden Euro setzt, wäre er unhaltbar. Also ist obiges Szenario eher denkbar, oder bin ich völlig auf dem falschen Dampfer?

Wie irre ist diese Welt, wenn ein einzelner Mensch diese Möglichkeiten hat? Oder leide ich unter schwerstem Verfolgungswahn?

Nachtrag: Und wer glaubt, dass die Deutsche Bank keine Leerverkäufe tätigt, dem sei dieser Artikel ans Herze gelegt:

Wieder macht die Deutsche Bank Negativ-Schlagzeilen: Ihre amerikanische Wertpapiertochter hat regelwidrig ungedeckte Leerverkäufe ermöglicht (ARD)

Zwar mag Deutschlands größtes Kreditinstitut sein Fehlverhalten weder zugeben noch bestreiten. Doch akzeptierte die Bank die Strafe über 575.000 Dollar, die ihr die Financial Industry Regulatory Authority aufbrummte. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte lediglich, die Bank sei erfreut, dass diese Angelegenheit bereinigt sei. Sie habe geeignete Maßnahmen zur Vermeidung solcher Vorfälle ergriffen.

Bedeutet „Vorfälle dieser Art“ dass man erwischt wird, dass als Urheber die Deutsche Bank erkennbar ist?

4 Gedanken zu „Nachtrag: Initiiert Josef Ackermann Insider-Geschäfte?

  1. Die DB dürfte einer der größten Stillhalte im Optionsgeschäft sein. Da ist man normalerweise an eine ruhigen Geschäft interessiert weill dann die Optionen wertlos verfallen. Ich wette aber auch 100:1 das die DB Calls/Puts kauft. Und diverse Abteilungen wahrscheinlich auch noch mal unterschiedlich. Ich wette auch das Herr Ackermann nicht weiß, welche Positionen offen sind. Es ist somit nicht die Frage was die Deutsche Bank für Positoinen hält sondern Herr Ackermann „persönlich“ oder auf „Umwegen“. Das raus zu bekommen dürfe aber nicht leicht sein.

    Auch wen man zu Ackermann stehen mag wie man will, er hat allen Grund zu bezweifeln, daß die „Griechen“ Ihre Anleihen bedienen.

  2. Womit wir wieder beim Thema Unternehmer als Grenzwanderer der Illegalität sind. Wenn ein Unternehmer lediglich der Rendite verpflichtet ist und diese Rendite mit eingerechnetem Risiko immer noch angenehm hoch ist wird er das Gesetz mit hoher Wahrscheinlichkeit brechen bzw. sich an die Grenze wagen.

    Ich zitiere mal:

    „Predictably, the SEC has not gone after anyone in the Deutsche Bank case. Instead, it leaves the NYSE to render its “largest ever” fine – a mere $500,000, which is many millions, if not billions, of dollars less than what the bank earned from its illegal activity.“
    http://www.deepcapture.com/deutsche-bank-sold-massive-amounts-of-phantom-stock/

    Wenn ich lese daß das Volumen an Gewinnen aus ungedeckten Leerverkäufen für Wallstreet jährlich um die 10 Milliarden liegt und die DB das mindestens zwei Jahre getan war das ein gutes Geschäft. Die Moral der Geschichte ist… Verbrechen lohnt sich.
    Die Strafe ist ein Witz in Tüten… vor allem ist es hochgradig zweifelhaft warum in den USA nach auffälligem Muster immer Deutsche Unternehmen maximal abgestraft werden. Goldmann und Co sind sogar noch günstiger weggekommen und pissen sich ein vor Lachen.

    Im Film „The Corporation“ gibt es einen interessanten Abschnitt über genau diese psychopathische Unternehmenstaktik mit diversen Beispielen.
    Eine Verhältnismässigkeit ist da nicht gegeben, was auch nicht verwundert wenn man Kontrollbehörden und Senat mit Ex-Goldmann, Monsanto, KBR und Halliburton Leuten besetzt.
    Daß Lügen zum unternehmerischen Handeln gehört zeigt auch wieder wie die Zahlen über das austretende Öl, die BP rausgegeben hat sich mal even verzehnfachen.

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