Wer hat eigentlich das sagen im Land?

Wenn ich in der Tagesschau lese: „Wirtschaft fordert klare Signale von Koalitionsverhandlungen“, kann ich doch nur kotzen. Die Tagesschau weiter:

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ermunterte Union und FDP zu einem „großen Wurf“.

Die Lobbyisten geben sich die Klinke in die Hand. Der „kleine Mann“ (und die „kleine Frau“ natürlich auch lieber Genderfetischisten….) hat seine Schuldigkeit getan, er hat gewählt und schon geht es wieder zum Tagesgeschäft und die Befindlichkeitsträger fordern und fordern.

ICH fordere Vernunft und soziale Gerechtigkeit. Ich verachte diese „Hauptsache ich habe einen Vorteil“-Mentalität.

So richtig bunt wird es hier:

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag verlangte von Union und FDP klare Signale in der Finanzpolitik. „Wir brauchen jetzt gleichzeitig Haushaltssanierung und erste gezielte Steuererleichterungen“, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der „Frankfurter Rundschau“

Für wen der Deutsche Industrie- und Handelskammertag Steuererleichterungen fordert, muss nicht explizit erwähnt werden, oder?

Welche Lobby haben eigentlich all die kleinen Steuerzahler, wer vertritt wortgewaltig die Arbeitslosen und Alleinerziehenden?

9 Gedanken zu „Wer hat eigentlich das sagen im Land?

  1. Hmpf, der Steuersatz für Unternehmen schneidet mit ~30% im EU-Vergleich eigentlich eher gut ab (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmenssteuer). Da gibt’s doch einige Staaten, die mehr verlangen. Ich verstehe die DIHK nicht ganz.

    IMHO sollte eher der Steuersatz für Otto-Normalverdiener deutlich sinken, um einen psychologischen Anreiz zu schaffen das Geld auch unter die Leute zu bringen und dadurch die Wirtschaft anzukurbeln.
    Bei gleichzeitiger Anhebung der Mehrwertsteuer sollte das dem Staat eher Mehreinnahmen bringen als dass es etwas kostet (müsste man aber mal en Detail durchrechnen).

  2. @kaman-thah:

    Es ist nicht nur die Unternehmenssteuer, es sind ja auch die Steuern für die „Besserverdienenden“, mit denen man noch einiges an Spielraum hat 🙂

    Aber generell ist dein Ansatz lohnenswert. Viele Anbieter vergessen, dass man den Kunden auch das Geld in die Hand geben muss die Waren zu erwerben …

  3. Im Zweifel gibt’s wieder ein paar Taschenspielertricks wie die Absenkung des Arbeitgeberanteils, sprich der Lohnnebenkosten, heißt im Klartext: Lohnsenkung. Solange der durchschnittliche Dussel vor der Glotze nicht kapiert, dass die Lohnnebenkosten von den Arbeitnehmern erwirtschaftet und nicht vom Papst überwiesen werden, kann man Lohnkürzungen sogar noch als soziale Großtat verkünden.

  4. @reizzentrum:
    Ich hab jetzt grad keine Quelle parat, aber noch vor der Wahl hatte ich gehört, dass es einen Zusammenschluss einiger (Multi-) Millionäre gibt, die für (!) eine Wiedereinführung der „Reichensteuer“ plädieren. Dies wird aber seitens CDU / FDP abgelehnt… (!!)

    Irgendwie komme ich mir bei sowas verar..t vor… :/

  5. @reizzentrum:
    Jepp, genau das meinte ich. Das ist doch ein (schlechter) Witz, oder? Wenn ich sowas höre könnte ich immer mit meinem Kopf gegen die nächstgelegene Wand laufen.

    Thx für die Links, jetzt habe ich wieder was zum Lesen…

  6. @kaman-thah: Du kommst dir verarscht vor? Wieso? Hast du die Drecksbande etwa gewählt? Nee? Na dann brauchste dir ja nicht verarscht vorkommen 😉

    Und ans Reizzentrum: hatte der Pöbel je eine Lobby? Ich denke, nein. Brot und Spiele waren schon immer genug und dank RTL&Co. gibt es ja Spiele genug, da fällt nicht so sehr ins Gewicht, dass uns langsam das Brot ausgeht.

  7. @daMax:

    Wer NICHT gewählt hat, hat keine Legitimation sich zu beschweren, denn er hat zum Ausdruck gebracht, dass es ihm/ihr egal ist, wer unsere „Geschicke“ lenkt.

    Wer allerdings gewählt hat, hat – egal ob er „die“ gewählt hat oder „andere“ – ein Recht sich über die praktizierte Politik zu beschweren.

    Brot? Wieso essen wir keine Kavierbrötchen?

  8. „Welche Lobby haben eigentlich all die kleinen Steuerzahler, wer vertritt wortgewaltig die Arbeitslosen und Alleinerziehenden?“

    Kann ich genauso fortführen wer darf denn die Interessen der Kinder vertreten?

    Nur die einzigen die für jeden Einzelnen eintreten sind nun mal Liberale die den Staat als „Gewaltinstrument“ so weit wie möglich eingeschränkt sehen wollen. Nur der Weg ist genau in die andere Richtung und mehr als 1/2 Jahr an Arbeit für die staatliche Ungerechtigkeitsmaschine aufzuwenden ist da offensichtlich ok.

    Die Politik dürfte vieles nicht was sie sich anmasst.
    1) Steuern, AV, RV, KV sonstige Zwangsabgaben wie GEZ, IHK, Kohlepfennig, EEG Geld uvm
    2) Pleitekandidaten mit mal „eben“ 100 Mrd und mehr „retten“
    3) Schulden machen
    4) Einfluß auf Notenbanken
    5) Willkür durch Gewährung von Subventionen
    6) Besserwisserei mit entsprechender geldlicher Unterstützung denn Politiker sind halt „schlauer“

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