Friedrichs Rücktrittsrede – meine Übersetzung

Diese „Rücktritts“rede des ehemaligen Innenministers und nun auch ehemaligen Landwirtschaftsministers ist so wunderbar, die muss ich – einer alten Tradition folgend – schlicht mal übersetzen.

„Grüß Gott, meine sehr verehrten Damen und Herren.

Ich stehe hier und hoffe auf Vergebung, denn als Bayer komme ich nicht umhin Gottes Hilfe zu erbitten.

Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich der Frau Bundeskanzlerin heute angeboten habe meinen Rücktritt vom Amt des Bundeslandwirtschaftsministers.

Ich weiss zwar immer nicht was ich falsch gemacht haben soll, Unrechtsbewustsein ist für mich ein Fremdwort – denn ansonsten hätte ich meinen Rücktritt erklärt. So lege ich meine Zukunft in die Hände der Kanzlerin, die wird es schon richten.

Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass ich im Oktober politisch und rechtlich richtig gehandelt habe, als ich den SPD-Vorsitzenden Gabriel informiert habe.

Wie bereits angedeutet: Moral, Anstand, Recht und Gesetz sind für mich nur Floskeln. Ich bin – wie alle Politiker – ein unmoralischer Wendehals, der stets nur bemüht ist die Macht zu erhalten. Diesem Ziel sind jegliche Bedenken zu unterwerfen.

Aber ich sage auch, dass der Druck auf mich in den letzten Stunden so gewachsen ist, dass ich glaube, dass ich die Aufgaben, die zu bewältigen sind, hier in diesem Haus, hier in diesem Bundeslandwirtschaftsministerium, nicht mehr mit der Konzentration, mit der Ruhe, aber auch der politischen Unterstützung, die dafür notwendig ist, ausüben kann.

Diese ganze Geschichte um die NSA habe ich auf einer Backe aussitzen können. Den millionenfachen Geheimnisverrat durch die US-Amerikaner konnte ich als Innenminister problemlos von mir abprallen lassen. Jetzt kommen die Einschläge aber dichter und ich habe das Gefühl, dass meine Kumpels nicht mehr hinter mir stehen.

Und, ich möchte sagen, dass ich mit großer Leidenschaft, mit sehr viel Herzblut dieses Amt hier aufgenommen habe, mir vorgenommen habe, die ländlichen Räume zu stärken. Ich glaube, dass in den ländlichen Räumen die Zukunft unseres Landes liegt, ich habe mir vorgenommen, die Wertschätzung der Bevölkerung für die Arbeit unserer Landwirtschaft zu erhöhen.

Mimimimi, oder wie Mielke es auszudrücken pflegte: „Ich liebe euch doch alle“

Und ich wünsche meiner Nachfolgerin, meinem Nachfolger für diese Aufgabe alles Gute, Gottes Segen, und vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in diesem Haus, einer tollen Truppe, alles Gute für die Zukunft.

Mein Medienberater hat gesagt, ich soll das so sagen. Zwei Absätze drüber habe ich zwar noch erklärt, dass ich in meinem Ministerium keine Ruhe finde, aber nun wische ich das alles weg und mache ein wenig auf „Guter, wohlwollender Freund“

Und Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, sage ich auf Wiedersehen. Ich komme wieder. Vielen Dank.“

I’ll be back. Wenn Schwarzenegger das sagte, muss dass wirken. Dass dies eine Drohung ist, merkt eh kein Schwein.

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